Zoo Wuppertal: Tierschützerin will verwundeten Affen mit Petition retten

Wuppertaler Zoo: Tierschützerin will verwundeten Affen mit Petition retten

Das Bonobo-Männchen Bili wird von seinen Artgenossen im Wuppertaler Zoo gebissen. Eine Petition will nun dafür sorgen, dass der Affe in eine andere Einrichtung kommt. Der Zoo hingegen hat noch Hoffnung, dass Bili integriert werden kann.

Als das Bonobo-Männchen Bili im November 2018 nach Wuppertal kam, veröffentlichte der Zoo kurz darauf eine Pressemitteilung, die Zuversicht ausstrahlte: „Die Integration von ,Bili‘ in die bestehende Bonobo-Gruppe ist in den ersten Tagen gut verlaufen.“ Dass die Tage danach weniger gut verliefen, zeigt eine Petition, die eine Bochumer Tierschützerin am Dienstag auf Change.org veröffentlichte. Die Petition ist überschrieben mit der Forderung: „Rettet Bonobo Bili aus dem Zoo Wuppertal“.

Darin fordert Petra Bente den Zoo und das Veterinäramt auf, Bili in das „Monkey World Ape Rescue Center“ in England oder eine ähnliche Einrichtung zu bringen. Grund: Die Integration des Affen in eine Gruppe von Artgenossen ist gescheitert. Bente berichtet von Bisswunden, ein Foto zeigt Bili mit Verletzungen an Ohr und Fingern. Sie bezeichnet den Affen als „schwer traumatisiert“. Auch auf seiner Facebook-Seite wird der Zoo stark kritisiert, teilweise sehr emotional.

Bili hatte es schon nach seiner Geburt im Oktober 2008 in einem englischen Zoo nicht leicht. Seine Mutter Maringa kümmerte sich nicht richtig um ihn, die anderen Bonobos verstießen ihn. Ohne den Schutz der Mutter sind Bonobos ihren Artgenossen ausgeliefert. Daraufhin wurde er im Januar 2009 nach Frankfurt geflogen. Im dortigen Zoo wuchs er mit weiblichen Bonobos auf, die Erfahrung damit haben, Jungen aufzuziehen, die sie nicht selbst auf die Welt gebracht haben.

Der Zoo Wuppertal war für Fragen nicht zu erreichen, der stellvertretende Zoodirektor Severin Dreßen schickte allerdings eine Stellungnahme, in der er auch erklärte, warum Bili im Herbst 2018 nach Wuppertal kam, obwohl er in Frankfurt gut integriert war: „In der dortigen Gruppe konnte er aus genetischen Gründen nach dem Erreichen der Geschlechtsreife leider nicht länger bleiben.“ Auf Empfehlung der Spezialistengruppe der Europäischen Zoogemeinschaft und des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes sei Bili in den Wuppertaler Zoo gekommen. „Dies geschah mit dem Ziel, ihn in die hier existierende Gruppe zu integrieren und so durch Nachzucht zum Erhalt der stark bedrohten Bonobos beizutragen.“

Er bestreitet nicht, dass Bili Probleme in der Gruppe hat. Das Auftreten von Aggressionen und Verletzungen sei vor allem bei einzelnen Bonobo-Männchen, die in eine neue Umgebung und ein neues Sozialgefüge integriert werden müssen, durchaus zu erwarten. Der Zoo Wuppertal habe daher bereits im Vorfeld Vorkehrungen getroffen, um Problemen bei der Eingewöhnung zu begegnen. Er spricht von „arttypischen Aggressionen gegen Bili“.

Gegenüber dem Remscheider General-Anzeiger hatte Zoodirektor Arne Lawrenz gesagt, wenn die Integration nicht gelinge, sei auch Einschläfern eine Option. Diese Aussage wiederholte sein Stellvertreter Dreßen nicht. Stattdessen beendet er sein Statement mit den Worten: „Auch wenn noch keine abschließende Aussage über den Verlauf der Zusammenführung getroffen werden kann, sind aktuell durchaus positive Anzeichen für die weitere Entwicklung zu erkennen.“

Ein Foto aus besseren Tagen: Bili im November 2018 kurz nach seiner Ankunft in Wuppertal. Foto: Grüner Zoo Wuppertal/Claudia Philipp

Die Petition hat derweil mehr als 2500 Unterzeichner (Stand Donnerstag, 10 Uhr). Bereits einmal hatte Bente versucht, ein Tier aus einem Zoo zu retten. Den Aufruf, Lars, den Vater von Eisbär Knut, aus einem dänischen Zoo zu retten, unterzeichneten fast 28.000 Menschen. Allerdings ohne Erfolg. Das Tier litt an Leberkrebs und wurde im September 2017 eingeschläfert.

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