Zoo Wuppertal: Aralandia wird größte Partnerbörse für Papageien in Europa

Zoo in Wuppertal : Hier entsteht Europas größte Partnerbörse für Papageien

Im Wuppertaler Zoo wird derzeit die größte Freiflug-Voliere für Papageien in Europa gebaut. 40 Aras sollen ab kommendem Jahr dort leben. Zumindest so lange, bis sie sich endlich verlieben.

Aras sind wählerische Tiere. Die nehmen nicht jedes Weibchen oder Männchen, das ihnen vor den Schnabel gesetzt wird. „Die Partnerwahl spielt bei den Vögeln eine enorm wichtige Rolle“, sagt auch Andreas Haeser-Kalthoff, Geschäftsführer des Zoo-Vereins in Wuppertal. Aras sind schließlich treu und verpartnern sich, wenn es denn mal gefunkt hat, fürs ganze Leben. Bei einer Lebenserwartung von 50 bis 60 Jahren, suchen die Papageien sich ihr Gegenüber also sorgfältig aus.

Genau in dieser Sorgfalt liegt aber auch ein Problem: Aras gehören zu den hoch bedrohten Tierarten. „Die bestehenden Zuchtprogramme zur Erhaltung der Art verliefen bislang nicht optimal. Es ist passiert, dass Zoos oder Privatpersonen zwei oder vier Aras gehalten haben, es aber nie Nachwuchs gab“, so Haeser-Kalthoff. Die Papageien blieben trotz Artgenossen in der Nähe quasi alleinstehend.

Damit soll nun Schluss sein. Im Grünen Zoo Wuppertal wird seit Jahren an den Plänen für „Aralandia“, der größten, begehbaren Freiflug-Voliere Europas, gearbeitet. Nun befindet sich das Projekt auf der Zielgeraden. Ab Frühjahr kommenden Jahres sollen hier 40 alleinstehende Aras aus der ganzen Welt die Liebe fürs Leben finden. Eine Partnerbörse für Papageien quasi. Die Grundfläche von „Aralandia“ ist 1100 Quadratmeter groß, der Freiflugraum zehn Meter hoch. Die Eröffnung ist kurz vor den Ostertagen 2020 geplant, doch bereits ab Januar oder Februar werden die ersten Aras an das Gehege gewöhnt. Neun Vögel sind bereits angereist.

Wenn die Aras sich dann während ihres Aufenthaltes im Wuppertaler Zoo verliebt haben, werden sie danach samt neuem Partner in ihre Heimatzoos zurückgebracht. So der Plan. „Jeder Zoo, der seine Tiere nach Aralandia gibt, bekommt später auch welche zurück“, erklärt Haeser-Kalthoff das Konzept. So solle das Zuchtprogramm für die Papageien gestärkt werden.

Um das Paarungsverhalten und den Artenschutz der Aras zu beobachten, mussten die Verantwortlichen sich einige technische Lösungen überlegen. „Jeder Vogel soll einen Ortungschip an einem Halsband umgebunden bekommen. Dieses Halsband ist aus dem gleichen Stoff gefertigt, wie schusssichere Westen, da die Aras mit ihren starken Schnäbeln alle andern Materialien zerbeißen würden“, sagt der Biologe.

Übrigens sollen in „Aralandia“ auch noch andere Tiere mit einziehen. 20 Sittiche, 20 Flamingos sowie mehrere Pudus, die kleinste Hirschart der Welt, sollen ebenfalls in dem Gehege untergebracht werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So soll „Aralandia“ im Zoo Wuppertal aussehen

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