Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in NRW ist 2017 gestiegen

Knapp 22.000 Fälle: Wieder mehr Abtreibungen in NRW

Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche ist in Nordrhein-Westfalen das dritte Jahr in Folge gestiegen. Auch bundesweit gab es mehr Abtreibungen.

Demnach haben im vergangenen Jahr 21.869 Frauen in NRW einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen - gut 800 Abtreibungen mehr als 2016. Das geht aus am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor.

Fast immer hatten die Frauen sich vorher in einer anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle, von einem Arzt oder einer Ärztin beraten lassen - nach den bundesweiten Zahlen war das in 96 Prozent der Fälle so. Medizinische Gründe oder eine Schwangerschaft nach einer Vergewaltigung seien in vier Prozent der Fälle der Grund gewesen. In Deutschland kann ein Schwangerschaftsabbruch nur bis zur zwölften Woche straffrei vorgenommen werden.

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Die Zahl der Abtreibungen ist 2017 auch bundesweit gestiegen - um insgesamt 2,5 Prozent im Vorjahresvergleich. Im Vergleich der Bundesländer variieren die Zahlen stark: In Mecklenburg-Vorpommern kamen auf 1000 geborene Kinder 208 Schwangerschaftsabbrüche. In Berlin und Bremen lag die Quote nach vorläufigen Berechnungen sogar bei 232 beziehungsweise 227 Abbrüchen pro 1000 Geburten. NRW liegt mit 131 Abbrüchen pro 1000 Geburten knapp unter dem Bundesschnitt.

(sef/lnw)