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Nordrhein-Westfalen: Zahl der "Enkeltrick"-Fälle mehr als verdoppelt

Nordrhein-Westfalen : Zahl der "Enkeltrick"-Fälle mehr als verdoppelt

Innerhalb nur eines Jahres hat sich die Zahl der "Enkeltrick"-Fälle in NRW, bei denen Senioren von Kriminellen am Telefon unter Vorwand um ihr Geld betrogen werden, mehr als verdoppelt.

Laut Landeskriminalamt (LKA) gab es im vergangenen Jahr 2847 solcher Delikte mit einem finanziellen Schaden von rund drei Millionen Euro. Im Jahr 2012 waren es noch 1230 Fälle mit einem Schaden von 1,45 Millionen Euro gewesen. Im Vergleich zu 2011verdreifachte sich die Zahl sogar.

"Dabei liegt die Dunkelziffer wahrscheinlich noch viel höher", sagt ein LKA-Sprecher. Über die Gründe für den Anstieg können die Ermittler nur spekulieren. Oft steckten Banden aus Osteuropa dahinter. Nur selten werden die Täter festgenommen. Die Aufklärungsquote lag 2013 bei gerade einmal zwei Prozent.

Beim "Enkeltrick" handelt es sich um eine der bekanntesten Betrugsmaschen am Telefon. Die Täter gehen immer gleich vor: Sie geben sich am Telefon ihrem Opfer gegenüber als Enkel oder als Freund eines Enkels aus, der sich in Not befindet und Geld benötigt. Es gibt auch abgewandelte Formen. So hat die Polizei in Leverkusen und Essen vier Mitglieder einer Bande festgenommen, die ihren Opfern am Telefon gesagt hatten, ein Angehöriger habe einen schweren Unfall gehabt. Für die notwendige Operation, so behaupteten die Täter, benötige man dringend Geld. Viele ältere Menschen fielen darauf rein.

(RP)