Berlin/Wiesbaden: Zahl der Einbrüche steigt auch in NRW weiter an

Berlin/Wiesbaden : Zahl der Einbrüche steigt auch in NRW weiter an

Die Zahl der registrierten Wohnungseinbrüche ist in den meisten Bundesländern gestiegen. Das geht aus den Daten der Landeskriminalämter für 2013 hervor. Bei den Einbrüchen fällt besonders Baden-Württemberg auf: Hier schnellten die erfassten Fälle um mehr als 30 Prozent nach oben auf jetzt rund 11 300. In Schleswig-Holstein ging die Gesamtzahl der erfassten Wohnungseinbrüche zwar leicht zurück, aber bei den tagsüber begangenen Taten gab es ein deutliches Plus von fast neun Prozent. Betrachtet man die Zahlen der Bundesländer insgesamt, scheint sich ein Negativtrend fortzusetzen: Die Polizei hatte bereits für 2012 eine Zunahme der Wohnungseinbrüche um fast neun Prozent auf bundesweit 144 000 registriert.

Für das Folgejahr 2013 heißt es nun etwa aus NRW: Mit 54 953 Einbrüchen (plus 1,5 Prozent) sei der höchste Stand seit 1995 erreicht worden. Der Stadtstaat Berlin meldet beim "Wohnungseinbruchdiebstahl" zwar einen Rückgang um fast sechs Prozent, es handele sich aber immer noch um den zweithöchsten Wert im Zehn-Jahres-Vergleich. Mancherorts bilden sich Bürgerwehren im Kampf gegen Einbrecher, oder Nachbarn beauftragen private Sicherheitsdienste.

Der Kriminologe Thomas Feltes spricht bei alldem von einem "nicht unerheblichen Dunkelfeld": Es gebe wesentlich mehr Taten als die registrierten. Bis etwa 2005 gingen die Fallzahlen zurück - seither gebe es eine "Renaissance des Einbruchs". Das sei auch deshalb beachtenswert, da die Zahl der polizeilich registrierten Straftaten insgesamt rückläufig sei. Einbrüche beeinträchtigen die Opfer in ihrem Sicherheitsempfinden erheblich, wie er betont. Dennoch warnt der Professor von der Ruhr-Universität Bochum vor Panikmache. Die Zahlen seien in früheren Jahren teils deutlich höher gewesen. Im Jahr 1993 gab es laut Kriminalstatistik 227 090 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl in Deutschland. Feltes vermutet, dass auch Unterschiede bei der Datenerfassung zu den veränderten Zahlen beitragen.

Die Ermittler wiederum führen die seit einigen Jahren wieder steigenden Zahlen auch auf gut organisierte Einbrecherbanden zurück. "Zunehmend werden überregional und arbeitsteilig vorgehende mobile Intensivtäter und Banden als Tatverdächtige ermittelt", berichtet etwa das NRW-Landeskriminalamt.

(dpa)
Mehr von RP ONLINE