Xi Jinping - China: Staatspräsident besucht NRW

Präsident Xi besucht Düsseldorf und Duisburg: Hannelore Kraft: NRW ist natürlicher Partner Chinas

Der politische Schwerpunkt seiner Deutschlandreise liegt in Berlin, aber für das Thema Wirtschaft hat sich Chinas Präsident Xi Jinping NRW ausgesucht. Erst besuchte er Düsseldorf, dann Duisburg. Die Sicherheitsvorkehrungen waren hoch.

Pünktlich um 13.05 Uhr ist der Flieger mit dem chinesischen Staatspräsidenten am Düsseldorfer Flughafen gelandet. Für die Fahrt ins Interconti-Hotel an der Königsallee galten höchste Sicherheitsvorkehrungen. Mit den Auswirkungen mussten auch die rund 200 Schaulustigen leben, die sich die Ankunft an der Kö anschauen wollten. Die Polizei hatte den Bereich vor dem Hotel weiträumig abgesperrt und richtete aus Sicherheitsgründen mögliche Zugänge für den Konvoi an beiden Seiten der Kö ein.

Bis zuletzt war unklar, ob die Eskorte über die Heinrich-Heine-Allee oder die Bahnstraße zum Hotel fahren würde. Gegen 13.45 Uhr tauchten endlich die weißen Polizeimotorräder an der Spitze der Eskorte auf - sie hatten den Weg über die Heine-Allee gewählt. Der Präsident war von der Straße aus auch beim Ausstieg nicht zu sehen: Mit einem Bus versperrte die Polizei die Sicht auf den Eingang des Hotels.

Schnell verschwanden die Staatsgäste im Hotel, aus der Ferne war nur kurz NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) zu erkennen. Der chinesische Staatspräsident wird das Hotel nur für einen Besuch in Duisburg am Nachmittag verlassen. Die Gespräche mit Kraft und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) finden im Hotel statt. Dort werden am Abend auch rund 400 Gäste zum Empfang erwartet.

Besuch im Duisburger Hafen

"Unser Bundesland ist mit über 800 chinesischen Unternehmen das Zentrum der deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen und deshalb die richtige Wahl für den Wirtschaftsschwerpunkt seines Besuches", sagte Kraft. Bundeswirtschaftsminister Gabriel bezeichnete die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und China im Vorfeld als "ausgezeichnet". "Für ein noch stärkeres Engagement deutscher Unternehmen in China sind faire und verlässliche Rahmenbedingungen unerlässlich. Hierzu zählen vor allem auch der Schutz des Geistigen Eigentums sowie ein verbesserter Marktzugang."

Deutschland und China hatten am Freitag eine engere Zusammenarbeit bei der Lösung internationaler Konflikte wie der Ukraine-Krise vereinbart. Deutsche und chinesische Unternehmen vereinbarten weitere Investitionen. Teil der insgesamt 18 Vereinbarungen ist auch ein stärkeres Engagement deutscher Autobauer. Der Finanzplatz Frankfurt soll Handelszentrum für die chinesische Währung Yuan in der Euro-Zone werden.

Anschließend besuchte Chinas Staats- und Parteichef den Duisburger Hafen. Auf dem Terminalgelände nahm er am Nachmittag an der Übergabe eines Güterzuges teil, der Zentralchina mit Europa verbindet.

  • Fotos : Chinas Staatschef Xi Jinping besucht Deutschland

Auf der Yuxinou-Strecke werden bis zu drei Mal pro Woche Waren zwischen der chinesischen Millionenmetropole Chongqing und Duisburg transportiert. Er braucht 16 Tage und ist damit fast doppelt so schnell wie der Seeweg und halb so teuer wie Luftfracht.

Von Duisburg zurück nach Düsseldorf

"Der Yuxinou-Zug ist der Beweis dafür, dass jede noch so große Entfernung überwindbar ist, wenn man Verbindungen herstellt, die Nutzen für beide Seiten bringen", sagt Erich Staake, Vorsitzender der Duisburger Hafen AG. In China werde der Zug bereits als "neue Seidenstraße" bezeichnet.

Nach Aussage von Hannelore Kraft sind NRW und China natürliche Partner bei Umwelttechnologie, Energieeffizienz und Stadtentwicklung. "China hat sich zum Ziel gesetzt und arbeitet daran, Wirtschaftswachstum und Umweltschutz in ein neues Gleichgewicht zu bringen. Und in Nordrhein-Westfalen und Deutschland haben wir uns mit der Energiewende und dem Klimaschutz ebenfalls sehr ehrgeizige Aufgaben gestellt", sagte Kraft am Samstagabend bei einem Bankett für Chinas Präsidenten Xi Jinping in Düsseldorf.

Seit seinem Amtsantritt ist dies Xis erster Staatsbesuch in Deutschland. Zuletzt war sein Vorgänger Hu Jintao 2005 in Deutschland zu Gast, damals ebenfalls mit Station in Nordrhein-Westfalen. Xi reist am Sonntagmorgen wieder ab.

China will in Düsseldorf sein viertes Generalkonsulat in Deutschland eröffnen. Dazu wurde beim Besuch von Staatschef Xi Jinping am Freitag im Kanzleramt in Berlin ein Notenwechsel unterzeichnet. Neben seiner Botschaft in Berlin hat China bisher Generalkonsulate in Hamburg, München und Frankfurt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Chinas Präsident Xi: Ankunft im Düsseldorfer Hotel

(Arne Lieb / lnw)
Mehr von RP ONLINE