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Wuppertal: In Polizeizelle Verstorbener hatte verschiedene Drogen genommen

25-Jähriger in Wuppertal : In Polizeizelle Verstorbener hatte verschiedene Drogen genommen

Die Staatsanwaltschaft Wuppertal hat neue Details zum Tod eines Mannes in Polizeigewahrsam bekanntgegeben. Eine Analyse von Blut und Urin hat gleich mehrere Stoffe offenbart.

Ein Mann (25), der im November in Wuppertal im Polizeigewahrsam gestorben ist, hatte vor seinem Tod verschiedene Drogen genommen. Wie die Wuppertaler Staatsanwaltschaft mitteilte, fand man in seinem Blut beziehungsweise Urin Spuren von Amphetaminen, Kokain und Cannabis. Zudem habe der Mann an einer Herzschwäche durch ein krankhaft vergrößertes Herz gelitten. Diese Kombination sei „latent lebensgefährlich“ gewesen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag. Der WDR hatte zuvor berichtet.

Die Obduktion hatte bereits im November ergeben, dass der Mann an einer Grunderkrankung im Zusammenwirken mit seinem Drogenkonsum gestorben sei. Details wurden damals noch nicht mitgeteilt. Die Angaben zu den Drogen stammen nun aus einem Zwischenbericht von Experten der Uniklinik Düsseldorf. Alkohol hatte der junge Mann demnach kaum im Blut: Nur 0,01 Promille.

Der Drogen-Mix könnte nach Ansicht der Staatsanwaltschaft aber das aggressive Verhalten des 25-Jährigen gegenüber der Polizei erklären. Der Grieche hatte laut Polizei seine Schwester verletzt und auf der Straße auf ihr gelegen, als ein Taxifahrer die Polizei um Hilfe gebeten habe. Der Täter sei überwältigt und festgenommen worden, habe dabei enormen Widerstand geleistet und sogar seine Handschellen verbogen.

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Der junge Mann randalierte laut den Ermittlungen in der Polizeizelle weiter und verlor nach seiner Blutentnahme das Bewusstsein. Mehrere Ärzte und die Polizisten hätten vergeblich versucht, sein Leben zu retten. Der griechische Generalkonsul hatte sich eingeschaltet und sich bei der Staatsanwaltschaft nach den Umständen des Falls erkundigt. Die Schwester des Toten hat die Polizisten angezeigt. Ob gegen die beteiligten Beamten ein Verfahren eingeleitet wird, ist laut Staatsanwaltschaft noch nicht entschieden.

(chal/dpa)