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Wuppertal Hauptbahnhof: Tran Nhat Khang Les Klavierspiel wird Facebook-Hit

Facebook-Video : Wuppertaler spielt am Bahnhof Klavier und begeistert das Netz

Tran Nhat Khang Le wollte sich am Wuppertaler Hauptbahnhof nur die Zeit vertreiben. Auf Facebook wurde sein Klavierspiel zum Hit. Der Traum des 22-Jährigen ist die große Bühne.

Musik begleitet Tran Nhat Khang Le Tag ein, Tag aus – sogar auf seiner Mailbox-Ansprache hört man den Wuppertaler singend am Klavier. Der Traum, mit der Musik etwas zu erreichen, könnte für den 22-Jährigen jetzt wahr geworden sein: Le wartete am 3. Januar am Wuppertaler Hauptbahnhof auf seinen Zug. In der Eingangshalle steht ein Klavier, zugänglich für jedermann, der darauf spielen mag. „Als Musiker habe ich nicht lang gezögert“, sagt der 22-Jährige. „Ich wollte mir nur die Zeit vertreiben.“

Er spielt „Comptine d’un autre été“ von Yann Tiersen, bekannt aus dem Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“. Eine Passantin ist von den sanften Klängen begeistert, und fragt ihn, ob sie ihn filmen darf. Womit Le nicht gerechnet hat: Das Video landet auf Facebook, bekommt innerhalb weniger Stunden schon Tausende Klicks. In nur wenigen Tagen sollten es 75.000 Aufrufe sein. „Mit so einer Resonanz habe ich niemals gerechnet“, sagt Le und kann es immer noch nicht fassen. Ihn erreichen begeisterte Kommentare, dann Anfragen für Veranstaltungen wie Hochzeiten. Mittlerweile ist sogar ein professionelles Musikvideo in Planung.

All das könnte für Le eine Riesen-Chance sein. Denn die Verbindung zur Musik war dem Wuppertaler, der mit neun Jahren mit dem Klavierspielen angefangen hat, eine Zeitlang abhanden gekommen: „Bis zum Abitur habe ich irgendwie den Faden verloren, erst danach konnte ich das Interesse für die Musik wieder ausleben und habe angefangen zu singen.“ Le spielt neben Klavier auch noch Schlagzeug und Gitarre, seine eigentliche Leidenschaft aber ist der Gesang. „Ich will Sänger werden und mit meiner Musik etwas bewirken“, sagt er. Dafür hat er an einer Pop-Akademie in Köln anderthalb Jahre lang Musikproduktion studiert. „Die Musikbranche ist ein hartes Plaster“, sagt er. „Man braucht Kontakte und viele Gelegenheiten.“

Da ihn kreatives Arbeiten auch in anderen Bereichen interessiert, hat sich Le mittlerweile für ein Studium in Bauingenieurswesen entschieden. Das Musikmachen verfolgt er weiterhin privat. Für 2019 hat Le ganz große Pläne. „Ich will unbedingt bei einer Casting-Show mitmachen“, sagt er. Die Bewerbung für „Das Supertalent“ hat er schon abgeschickt.