WM 2018: Kaum Public Viewing in Düsseldorf, Mönchengladbach und Co. Hier können Sie trotzdem im Rudel gucken.

Nur wenige Angebote zur WM: Hier gibt es noch Public Viewing in der Region

In immer weniger Städten findet zur Fußball-WM auf öffentlichen Plätzen Public Viewing statt. Es sind vor allem die kleineren Städte, die den größeren zeigen, wie es geht.

Es war 2006, als das „Rudel-Gucken“ in Deutschland so richtig populär wurde. Passend zum damaligen Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ feierten Fußball-Begeisterte das deutsche Sommermärchen gemeinsam. Beim Spiel um den dritten Platz feierten auf zahlreichen öffentlichen Plätzen Tausende das 3:1 gegen Portugal.

Großstädte scheuen die Events

Drei Fußballweltmeisterschaften später ist die Begeisterung für das gemeinsame Mitfiebern in den Städten deutlich abgeflacht. „Von Seiten der Stadt wird kein Public Viewing durchgeführt“, sagte etwa eine Sprecherin der Stadt Düsseldorf auf Anfrage unserer Redaktion. Bei der EM 2016 gab es noch einen privaten Veranstalter, der auf dem Rathausplatz ein Public Viewing veranstaltete. Allerdings kostete das Event Eintritt – für manch einen Fußballfan womöglich ein Grund, sich für kostenlose Kneipen in der Altstadt oder an den Kasematten zu entscheiden.

Auch die Stadt Mönchengladbach hat sich dazu entschieden, kein Public Viewing anzubieten. Hauptgrund dafür seien die Kosten – vor allem für die Sicherheit. Laut der MGMG (Marketinggesellschaft Mönchengladbach) rechne es sich für die meisten Städte nicht mehr, so ein Event auszurichten.

Es geht aber auch anders

In Heinsberg dagegen zeigt man den Großstädtern, wie Public Viewing funktionieren kann. Vom 14. Juni bis 15. Juli wird der Marktplatz „Stadt-Arena“ heißen und auf einer 24 Quadratmeter großen Leinwand werden alle Spiele der WM übertragen – Higlights werden zwei zusätzliche Konzerte sein. Die Gruppe Brings tritt am 13. Juli auf, das Konzert ist bereits ausverkauft. Am 14. Juli gehen Sänger Daniel Wirtz und die Rapperin Scapsis aus Heinsberg auf die Bühne. „Bei den kleineren Spielen am Nachmittag wird es vermutlich keine Gastronomie auf dem Gelände geben, dafür gibt es aber genug Imbisse und Restaurants in unmittelbarer Nähe, von wo aus man trotzdem eine gute Sicht auf die Leinwand hat“, sagt Kathrin Zimber von der Stadt Heinsberg und Organisatorin des Events.

Hohe Sicherheitsvorkehrungen

Zwar wird der Bereich am Marktplatz durch Zäune abgegrenzt, Eintritt kostet das Ganze für Besucher aber nicht. „Das dient nur der Sicherheit der Zuschauer“, sagt Zimber. Besucher müssen am Eingang durch eine kurze Sicherheitskontrolle. Security-Mitarbeiter, das Ordnungsamt und die Polizei werden anwesend sein. „Das Thema Sicherheit spielt schon eine große Rolle“, sagt Zimber. Daher habe man sich auch dazu entschieden, den Platz mit Lkw-Blockaden zu sichern.

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Finanziert wird das Ganze mit Hilfe mehrerer lokaler Sponsoren. „Ohne die ist so ein Event nicht auf die Beine zu stellen“, sagt Zimber. „Und für eine Stadt wie Heinsberg, in der es sonst nicht so viele Veranstaltungen gibt wie in den Großstädten, ist es doch schön, den Bürgern etwas zu bieten.“

Auch in Remscheid verknüpft man Musikalisches mit Sportlichem: Für das Public Viewing zur WM auf dem Rathausplatz gibt es beim Auftaktspiel der deutschen Mannschaft eine Mallorca-Party. Für Ballermann-Stimmung wird Sänger Mickie Krause sorgen. Beim zweiten Spiel heißt es dann zumindest musikalisch „Zurück in die 90er“. Captain Jack und Culture Beat lassen die Remscheider tanzen.

Rudelgucken in Moers

Dass man den Menschen auch abseits der größeren Städte etwas bieten muss, hat man auch in Moers erkannt. Im Enni Sportpark wird es in diesem Jahr ebenfalls ein Rudel-Gucken-Paket geben. Weil die Veranstaltung wetterfest gemacht werden soll, musste man sich von 4000 Plätzen auf der Wiese zwar auf 600 auf der Terrasse verkleinern, trotzdem soll das der Fußball-Stimmung keinen Abbruch tun. Bei Pommes, Würstchen und Bier können Fans dort alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft verfolgen. Wie in Heinsberg hat man sich dazu entschlossen, keinen Eintritt für das Event zu verlangen.

In Erkelenz haben die Bürger selbst ein Public Viewing organisiert. Mit einer Crowdfounding-Aktion sammelten sie Spenden, sodass die Spiele der deutschen Nationalmannschaft im Ziegelweiherpark beim „Rudeljubeln“ gemeinsam geschaut werden können. Realisiert wurde die ganze Aktion von von einer Agentur und dem Stadtportal.

WM-Party mit Podolski in Köln

In der Domstadt wird am 23. Juni beim zweiten Vorrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Schweden ein großes Public Viewing-Event auf der Galopprennbahn stattfinden. Veranstaltet wird das Rudel-Gucken von Weltmeister Lukas Podolski. „Ich freue mich auf euch, eine riesen Party und mega Stimmung auf der Galopprenbahn in meiner Heimatstadt Köln“, schrieb der 32-Jährige auf Twitter. Für das Spiel werden mehrere LED-Wände aufgestellt, zusätzlich soll es auf 80 weiteren Bildschirmen übertragen werden. Die Weltmeisterschafts-Party kostet Eintritt. Tickets gibt es für 12,80 Euro.

Zum kostenlosen Spielplan geht es hier.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hier gibt's Public Viewing in Düsseldorf

(skr)