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Wintersportorte: Hellenthal und Winterberg schließen Parkplätze wegen Schnee-Touristen

Corona-Pandemie : Wintersportorte in NRW schließen wegen Touristen-Ansturm Parkplätze

Nach einem Ansturm von Schnee-Touristen am Wochenende hat die Eifel-Gemeinde Hellenthal die Zufahrt zu Parkplätzen an den Ausflugszielen mit Bauzäunen abgesperrt.

Alleine auf einem großen Parkplatz hätten am Sonntag etwa 1300 Autos geparkt, sagte ein Sprecher der Stadt am Montag. Erstmals seien Besucher auch auf die etwa 50 Dörfer und Weiler der 8000-Einwohner-Gemeinde nahe der belgischen Grenze ausgewichen. „Die Besucher kamen in Strömen“, sagte der Sprecher. Wiesen und die Seitenränder einer Bundesstraße seien zugeparkt worden. Am Montag seien Mitarbeiter aus der Verwaltung vor Ort, um die Parkverbote durchzusetzen.

In Winterberg sind bereits seit Sonntag Pisten und Parkplätze gesperrt. Das Betretungsverbot soll Tagestouristen davon abhalten, die verschneiten Rodel- und Skihänge zu stürmen wie in den vergangenen Tagen. Am Vormittag sei es zunächst weitgehend ruhig geblieben, sagte eine Sprecherin der Stadt am Montag.

Trotz eines Betretungsverbots waren auch am Sonntag wieder viele Tagesausflügler nach Winterberg im verschneiten Sauerland gefahren. Die Polizei riegelte daraufhin wichtige Zufahrtsstraßen ab. Es komme praktisch niemand mehr rein, sagte eine Sprecherin der Stadt am Sonntag. „Wir haben Samstagabend noch ein Betretungsverbot ausgesprochen, aber die Leute sind trotzdem wieder hierhergekommen“, berichtete sie. Die Sperrungen am Sonntag führten den Angaben zufolge teilweise zu einer Verlagerung des Wintersports in angrenzende Gebiete.

Winterberg hatte in den vergangenen Tagen unter Hinweis auf die Ansteckungsgefahr mit Corona und den Lockdown immer wieder darum gebeten, auf Ski- und Rodelspaß zu verzichten. „Bleibt zuhause!“, hieß die Botschaft. Dies stieß aber nur teilweise auf Gehör. „Trotzdem setzen sich einige in die Autos und fahren trotzdem hier runter“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. „Was diese Menschen bewegt, kann ich nicht sagen. Unser Appell ist nach wie vor: Es ist nicht der richtige Zeitpunkt für Schnee-Ausflüge, für Menschenansammlungen.“

Polizei und Ordnungsbehörden in Winterberg stellten am Sonntag über 270 Verstöße fest. Demnach wurden zwei Strafanzeigen wegen Körperverletzung erstattet, 150 Verwarngelder wegen Parkverstößen verhängt, außerdem 26 Verwarngelder für Verkehrsverstöße, drei Ordnungswidrigkeitenanzeigen, 63 Platzverweise, sechs Verstöße gegen die Maskenpflicht, 19 Verstöße gegen das Betretungsverbot und fünf Verstöße gegen die Kontaktbeschränkung.

Der Oppositionsführer im Düsseldorfer Landtag, Thomas Kutschaty (SPD), kritisierte: „Bei den Bildern der vergangenen Tage aus Winterberg müssen wir leider fragen: Wo war da die Landesregierung? Was hat sie unternommen, um den betroffenen Kommunen des Ski-Tourismus unter die Arme zu greifen? Außer Appellen war von ihr leider nicht viel zu vernehmen.“

Haltung und Kommunikation der Landesregierung in der Corona-Krise seien unklar. „Unter dem Strich lässt sich dazu sagen: Die Fehler passieren in Düsseldorf. Ausbaden dürfen sie aber immer die Kommunen und Einrichtungen vor Ort.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Schnee in Winterberg lockt Tagestouristen an

(mba/dpa)