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Winterberg im Sauerland: Wieder Staus auf dem Weg in den Wintersport-Ort gemeldet

Überfüllung im Lockdown : Wieder Stau auf Zufahrtsstraßen nach Winterberg

Aller Appelle von Stadt und Polizei zum Trotz ist es auch am Dienstag wieder zu Staus auf den Zufahrsstraßen nach Winterberg gekommen. Doch damit nicht genug: Auch die Drifter-Szene beschäftigte die Polizei im Hochsauerland.

Allen Appellen, Winterberg fern zu bleiben, zum Trotz haben sich auch am Dienstag offenbar erneut zahlreiche Ausflügler auf den Weg in den beliebten Wintersportort gemacht. Auf der wichtigsten Zufahrtsstraße, der von Norden kommenden Bundesstraße 480, verzeichnete das Verkehrsportal des Landes NRW am Mittag zeitweise mehrere Staus. Einer hatte bereits am Morgen begonnen, ein anderer am Vormittag.

„Bitte überlege, ob eine Anreise wirklich erforderlich ist“, hatte der beliebte Wintersportort am Dienstagmorgen auf seiner Internetseite geschrieben. „Aufgrund der hohen Nachfrage ist mit kilometerlangen Staus zu rechnen.“ Beim Besuch der Seite werden Interessierte mit den Worten „Weiterhin Pause. Wir bleiben auf Standby“ begrüßt. Auch in den kommenden Tagen wird Neuschnee in den Bergregionen von NRW erwartet. Das könnte zusätzliche Besucher anlocken.

Das Gebot des Tages heiße Kontaktvermeidung. „Wir lieben unsere Berge. Ihr auch. Aber in diesen Zeiten müssen wir diese Liebe ruhen lassen, denn der Ansturm führt zu Stau und zu Menschenaufläufen“, erklärte die Stadt weiter. „Verstopfte Straßen, fehlende Parkplätze und viele potenzielle Kontakte. Wer will das schon! Tu Dir das doch nicht an.“

Die Stadt wies darauf hin, dass es keine Einkehr- oder Aufwärmmöglichkeiten gebe. In der Stadtmitte seien nur die öffentlichen Toiletten geöffnet.

Zahlreiche Tagesausflügler hatten bereits am Sonntag und Montag für ein Verkehrschaos mit überfüllten Parkplätzen und kilometerlangen Staus rund um die 13.000-Einwohner-Stadt gesorgt. Unter den Besuchern waren viele Familien, die zum Schlittenfahren gekommen waren. Am Dienstagnachmittag wollte die Stadt Maßnahmen gegen das Verkehrschaos vorstellen, die ab Mittwoch greifen sollen.

Das durch Ausflügler verursachte Verkehrschaos in Winterberg hat die Drifter-Szene nicht davon abgehalten, sich erneut zu riskanten Schleuderfahrten zu verabreden. Am Montagabend zählte die Polizei allein 17 entsprechende Einsätze in dem Wintersportort. Die Beamten hätten zahlreiche Platzverweise erteilt, teilte ein Sprecher der Kreispolizeibehörde des Hochsauerlandkreises mit. Drei Verwarngelder seien erhoben und fünf Ordnungswidrigkeitsanzeigen geschrieben worden. Beim Driften geht es darum, bei einer Kurvenfahrt das Fahrzeugheck kontrolliert ausbrechen zu lassen.

Bereits am Sonntag hatte die Polizei zwölf Drifter-Einsätze verzeichnet. „In einem Fall haben wir 20 Platzverweise erteilt“, sagte der Sprecher. Zum Driften würden zumeist schneebedeckte Parkflächen, aber auch Grünflächen genutzt. „Da kann es auch zu erheblichen Flurschäden kommen.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Schnee in Winterberg lockt Tagestouristen an

(top/dpa)