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Winterberg: Erneutes Verkehrs-Chaos und Besucher-Ansturm am Samstag

Staus und volle Hänge : Besucher strömen nach Winterberg - Appelle verhallen

Egal wie viele Appelle die Stadt Winterberg auch an die Bevölkerung richtet, sie scheinen nicht zu fruchten. Auch am Samstag haben sich wieder etliche Tagesausflügler auf den Weg ins verschneite Sauerland gemacht. Aber auch auf dem Feldberg und der Wasserkuppe war es voll.

Alle Bitten um Verzicht nützten wenig: Im Harz und anderen verschneiten Berggebieten waren die Parkplätze am Samstag vielerorts schon am Morgen voll. „Wir haben hier Chaos hoch drei, es bricht alles zusammen“, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Goslar am Mittag. „Es geht so gut wie gar nichts mehr, einige Autos sind auch liegengeblieben. Es ist zu viel los.“ Auf Rodelbergen wie der Hexenritt-Abfahrt am Wurmberg tummelten sich die Massen, auch auf Wanderwegen liefen Ausflügler dicht an dicht.

Behörden und Polizei hatten zuvor immer wieder darum gebeten, im Corona-Lockdown lieber auf Ausflüge in die Berge zu verzichten - und doch kam es erneut zu einem Ansturm von Rodlern und Wanderern.

Polizei und Ordnungsbehörden schrieben Anzeigen wegen zahlreicher Verstöße gegen die Corona-Schutzmaßnahmen, wie eine Sprecherin der Stadt Winterberg im Sauerland sagte. In den verschneiten Ortschaften bildeten sich lange Autoschlangen und Staus. Schon am Vormittag twitterte die Polizei Goslar, dass die Parkplätze weitgehend ausgelastet seien und sich auf der B4 ein langer Stau bilde. Der Großraumparkplatz in Torfhaus war überfüllt. Auf dem Goetheweg von Torfhaus zum Brocken strömten die Massen. Auch in Braunlage war viel los. In Niedersachsen gibt es keine Beschränkung für Tagestouristen, nicht nur aus der Region, sondern auch aus Berlin und Hamburg reisten Ausflügler an.

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Lifte und Pisten sowie Restaurants und Hütten sind bis mindestens 10. Januar geschlossen. Die Betreiber der Wintersport-Arena und des Skiliftkarussells in Winterberg weisen auf ihren Internetseiten darauf hin, dass es darum für Ausflügler keine Toiletten und keine Möglichkeiten zum Aufwärmen gibt - und dass keine Retter vor Ort sind. „Wir lieben unsere Berge“, heißt es auch. „Aber in diesen Zeiten müssen wir diese Liebe ruhen lassen, denn der Ansturm führt zu Stau und Massenaufläufen. Verstopfte Straßen, fehlende Parkplätze und viele potenzielle Kontakte. Wer will das schon?“

Kostenpflichtiger Inhalt Bereits vor einer Woche hatten Besucher die Region gestürmt.

Auch in anderen deutschen Wintersportgebieten war die Lage schwierig. So hielt zum Beispiel der Ansturm von Schneesuchenden am Großen Feldberg mitten in der Corona-Pandemie an. Rund um den höchsten Gipfel im Taunus sei es „chaotisch wie die letzten Tagen“, sagte ein Sprecher der Polizei in Königstein am Samstag. Zahlreiche Ausflügler seien trotz gesperrter Gipfel-Zufahrten unterwegs, Straßen in den umliegenden Ortschaften rund um den Feldberg seien zugeparkt, teils auch die Bundesstraße 8. Die Polizei war dem Sprecher zufolge für Kontrollen vor Ort und um den Verkehr zu lenken. Die Beamten appellierten erneut, die Region für einen Winterausflug zu meiden.

Bereits während der Feiertage und zum Jahreswechsel waren Ausflügler in Scharen gekommen - trotz der Appelle von Behörden, angesichts der Gefahr von Schneebruchs, Eisschlags sowie umgestürzter Bäume fernzubleiben und von Spaziergängen, Wanderungen und Sport in dem Gebiet abzusehen.

Auch in der Rhön zog es am ersten Samstag des Jahres viele Menschen nach draußen und zur Wasserkuppe, Hessens höchstem Berg. „Es ist voll“, sagte ein Polizeisprecher in Fulda. Die Parkplätze seien gefüllt. Besondere Vorkommnisse seien zunächst aber nicht gemeldet worden.

Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge schneit es am Sonntag in vielen Regionen, in einem Streifen von Baden-Württemberg über Hessen und Thüringen bis nach Sachsen und Brandenburg. Dabei dürften zwei bis fünf Zentimeter Neuschnee zusammenkommen.

Mit Glatteis müsse vor allem im Osten gerechnet werden, hieß es vom DWD. Mindestens bis Mitte der Woche bleibt es demnach unter dicken Wolken bei nasskalter Witterung. „Sonne ist in den kommenden Tagen wirklich kein großes Thema“, so ein Sprecher des Wetterdienstes.

(felt/th/dpa)