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Winter NRW: Schnee und Eisregen - Bahn meldet Ausfälle - Fahrverbote

Wintereinbruch in NRW : Eisregen und Schnee legen Verkehr lahm - Menschen aus Wuppertaler Schwebebahn befreit

Schneemassen und Glatteis haben am Sonntag für Probleme in NRW gesorgt: Die Straßen waren vielerorts spiegelglatt. Die Bahn in NRW meldete Ausfälle. In Wuppertal mussten Menschen aus der Schwebebahn befreit werden.

Eisregen und starker Schneefall haben in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens am Sonntag eingesetzt. Vor allem im Ruhrgebiet, in Südwestfalen und am Niederrhein sorgte Eisregen für spiegelglatte Straßen.

Bis zu 40 Zentimeter Schnee sind in Ostwestfalen und im Münsterland in der Nacht zum Sonntag innerhalb weniger Stunden gefallen. Sogar Teile des Ruhrgebiets, darunter Bochum, liegen unter einer Schneedecke. Die Winterdienste waren im Dauereinsatz. Doch ein starker Ostwind sorgte dafür, dass geräumte Straßen in Minutenschnelle wieder mit verwehtem Schnee bedeckt waren. In Münster sind sogar Räumfahrzeuge stecken geblieben. Drei Großfahrzeuge mit Schilden hätten von Traktoren freigeschleppt werden müssen, sagte Manuela Feldkamp von den Abfallwirtschaftsbetrieben Münster. Auch mehrere Radwege-Räumgeräte hätten sich zeitweise festgefahren. Mittlerweile seien in Münster 40 Zentimeter Schnee gefallen. Es gebe massive Schneeverwehungen.

Einsatzkräfte haben sechs Menschen aus der Schwebebahn in Wuppertal befreit. Die Bahn konnte durch wegen des eisigen Wetters nicht mehr fahren und sei stehen geblieben, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Sonntag. Die Fahrgäste wurden mit Drehleitern aus luftiger Höhe befreit. Alle seien unverletzt. Der Betrieb wurde am Sonntag nicht mehr aufgenommen.

In Hagen ist wegen großer Schneemassen ein Zirkuszelt eingestürzt. 13 Tiere konnten gerettet werden. Die sieben Pferde, zwei Kamele, zwei Ziegen sowie zwei Lamas, die sich in dem Zelt befanden, blieben unverletzt, wie ein Sprecher der Polizei in der Stadt Hagen sagte.

In Mönchengladbach kam es Kostenpflichtiger Inhalt wetterbedingt zu Unfällen. Die MAGS war im Dauereinsatz.

Bahn meldet Störungen und Ausfälle

Bei der Bahn in Nordrhein-Westfalen gab es vor allem im Ruhrgebiet größere Einschränkungen. Wegen des Schnee-Unwetters hat die Deutsche Bahn ihren Nahverkehr in Westfalen bis auf wenige Ausnahmen eingestellt. Wie das Unternehmen am Sonntag mitteilte, fallen bis auf weiteres witterungsbedingt folgende Linien aus: RE2, RE17, RE18, RE42 sowie zahlreiche Regionalbahn- und S-Bahn-Linien. Hinzu kamen Oberleitungsstörungen auf den Strecken zwischen Duisburg und Krefeld, Hagen und Wuppertal, Witten und Hagen sowie Duisburg und Essen. Auf betroffenen Streckenabschnitten seien derzeit keine Zugfahrten möglich, es komme zu Verspätungen und Teilausfällen. „Bisher haben wir leider keine Informationen zur Dauer der Störung“, hieß es.

Auch im Fernverkehr der Deutschen Bahn gebe es Verspätungen, sagte die Sprecherin. Der Fernverkehr zwischen Berlin und Frankfurt am Main über Braunschweig/Kassel sei bis auf Weiteres eingestellt, gleiches gelte für den Fernverkehr zwischen Berlin, Hannover und Dortmund/Köln.

Schneeräumtrupps der Bahn seien überall im Einsatz, um einen möglichst reibungslosen Zugverkehr sicherzustellen. Reisende sollten sich vor der Abfahrt auf jeden Fall informieren, ob ihr Zug fährt - entweder im Internet, in der Bahn-App oder unter der extra eingerichteten Hotline 08000 996633.

Busverkehr eingestellt

Zahlreiche Städte und Kreise stellten ihren Busverkehr komplett ein - etwa Münster, In den Kreisen Kleve und Geldern wurde der Busverkehr im kompletten Verkehrsgebiet der Unternehmen NIAG und LOOK aufgrund der Wetterlage bis auf Weiteres eingestellt.

„Schnee und glatte Straßen machen eine sichere Fahrt unmöglich“, teilten etwa die Stadtwerke Münster am Sonntagmorgen mit. Die Entscheidung, keine Busse fahren zu lassen, gelte „bis auf Weiteres“ - man werde die Wetterlage genau beobachten. In Münster waren in der Nacht zum Sonntag innerhalb kurzer Zeit 20 bis 30 Zentimeter Schnee gefallen. Auch in Dortmund blieben die Busse am Sonntagmorgen komplett im Depot. „Spiegelglatte Straßen, vereiste Oberleitungen, eingefrorene Weichen: Sorry, Leute, in Sachen ÖPNV geht in Dortmund wenig“, schrieben die Stadtwerke bei Twitter. In Bielefeld fahren Busse und Straßenbahnen nicht mehr.

Am Samstagabend hatten bereits die Verkehrsbetriebe im Kreis Siegen-Wittgenstein den Busverkehr gestoppt. Das Siegerland war besonders stark von einem heftigen Eisregen betroffen.

Autobahn zeitweise gesperrt

Heftige Schneeverwehungen sorgten zunehmend für Probleme auf den Autobahnen in NRW. Einige Strecken mussten gesperrt werden, anderswo ging es nur im Schneckentempo voran. Auf den Autobahnen in den Regierungsbezirken Münster und Detmold ordneten die Behörden ein Fahrverbot für Lastwagen ab 7,5 Tonnen an. In Bielefeld musste die Polizei die Autobahn 2 am Bielefelder Berg zeitweise sperren. Auf vielen Autobahnen vor allem im Münsterland, in Ostwestfalen und im Ruhrgebiet kam es nach Angaben der Verkehrszentrale NRW zu Staus und Verzögerungen. Einen Überblick über die Lage auf den Autobahnen und den Verkehr in NRW lesen Sie hier.

Die Winterdienste waren in Nordrhein-Westfalen auf einen der größten Einsätze seit Jahren eingestellt. Behörden hatten appelliert, dass Autofahrer, wenn überhaupt nötig, nur mit vollem Tank, Winterreifen und Decken zum Wärmen loszufahren sollten.

Unwetter am Sonntag

Für Teile Landes galt die höchste Warnstufe: In Ostwestfalen über Münster und Unna wurde vor extrem starken Schneeverwehungen, Sturmböen und starkem Schneefall gewarnt. Besonders betroffen war die Region vom Kreis Lippe über Bielefeld und Paderborn bis nach Münster und Unna. In nahezu ganz NRW drohte zudem Glatteis durch Eisregen. Lediglich zwischen Köln, Aachen und der Eifel gab es keine besondere Gefahr durch das Wetter.

Erst am Nachmittag verlor der starke Wintereinbruch seine Kraft.

Schneefall in Deutschland bis Montagnacht

Der große Wintereinbruch hat vor allem die Mitte Deutschlands in der Nacht zum Sonntag erfasst - er ist aber zunächst hinter den Befürchtungen der Rettungsdienste und Meteorologen zurückgeblieben.

Bis in die Nacht zum Montag rechnen die Meteorologen mit Schneechaos. In der nördlichen Mitte Deutschlands sei mit 15 bis 40 Zentimeter Neuschnee und Schneeverwehungen bis über einen Meter zu rechnen.

Der DWD geht davon aus, dass die Unwetterlage im Norden Nordrhein-Westfalens am Sonntagabend gegen 21 Uhr endet. Der Schneefall schwäche sich allmählich ab, sagte Maria Hafenrichter vom DWD in Essen am Nachmittag. Verwehungen seien wegen kräftigen Windes im nördlichen Münsterland und in Ostwestfalen weiterhin möglich. Am Abend werde der Wind aber nachlassen. Allerdings werden in der Nacht auf Montag in Westfalen neue, mäßige Schneefälle mit fünf bis zehn Zentimetern Neuschnee erwartet. Hafenrichter sprach jedoch von einer „deutlichen Wetterberuhigung“.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wintereinbruch mit Eisregen und Schnee in NRW

(top/dpa)