Wintereinbruch in NRW Schneeballschlachten – was ist erlaubt und was verboten?

Düsseldorf · Nach dem ersten Schnee in NRW zieht es viele Menschen ins Freie. Allen voran freuen sich Kinder aufs Rodeln, Schneemann bauen und Schneeballschlachten. Was es dabei zu beachten gibt und wer bei einer Verletzung haftet.

Schnee 2023 in NRW - So schön ist es in Winterberg und Bergischem Land
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Wintereinbruch in NRW — so schön ist der Schnee

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Foto: Stefan Singer

In Nordrhein-Westfalen ist in der Nacht auf Montag recht viel Schnee gefallen: Mehrere Zentimeter blieben auf Dächern, Straßen und Wiesen liegen. Kein Wunder, dass bereits erste Schneemänner gebaut und in den Straßen Schneeballschlachten ausgefochten wurden. Doch auch, wenn die weißen Landschaften und Straßen die Nachteile für einen Moment vergessen lassen: Vor allem bei einer Schneeballschlacht gibt es einige Regeln zu beachten.

Grundsätzlich sind Schneeballschlachten erlaubt – ob auf Wiesen oder Straßen. Wie bei anderen Körperverletzungen auch, gilt aber: Wer bei einer Schneeballschlacht den jeweils anderen nachweislich vorsätzlich oder fahrlässig verletzt, muss für den Schaden aufkommen. Das teilt die Polizei Düsseldorf auf Anfrage mit. Von vorsätzlichem Handeln ist die Rede, wenn jemand zum Beispiel mit einem gefrorenen Schneeball bewusst auf den Kopf des anderen zielt. Sein Vorgehen ist fahrlässig, wenn er den anderen nicht verletzen will, ihm aber bewusst ist, dass sein gefrorener Schneeball den anderen verletzen könnte.

Bei Kindern, die allen voran Schneeballschlachten austragen, ist die Rechtslage etwas anders. Dabei kommt es besonders auf das Alter an: Verursacht ein Kind im Alter unter sieben Jahren einen Schaden, ist es deliktsunfähig. Das ist ebenso der Fall, wenn es zwar älter als sieben Jahre ist, ihm aber die notwendige Einsichtsfähigkeit fehlt. Unter Umständen müssen die Eltern für den entstandenen Schaden einstehen, denn sie haben eine Aufsichtspflicht. Zudem sollten sie ihre Kinder im Voraus darüber aufklären, dass eine winterliche Schneeballschlacht nicht ungefährlich ist.

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Foto: Antonia Zup

Das Schulministerium NRW macht den Schulen hinsichtlich Schneeballschlachten keine Vorschriften, heißt es auf Anfrage. Sie verwalten und organisieren ihre inneren Angelegenheiten und seien angehalten, selbstständig unter Beachtung des Unfallversicherungsschutzes zu handeln. Demnach kommt die gesetzliche Unfallversicherung für Verletzungen auf, die bei einer Schneeballschlacht auf Schulhöfen und selbst an der Bushaltestelle außerhalb des Schulgeländes entstehen. Dennoch sind in einigen Schulordnungen Schneeballschlachten untersagt, um die Sicherheit der Schüler zu garantieren. Zudem gehört es zu den pädagogischen Aufgaben der Lehrer, das Sicherheitsbewusstsein der Schüler zu wecken und zu fördern.

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