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Wie Kinder zu Hause Schwimmen lernen können: Trockenübungen mit Videoanleitung

Trockenübungen mit Videoanleitung : Wie Kinder zu Hause Schwimmen lernen können

Die meisten Schwimmhallen sind noch geschlossen, die Wartelisten für das Seepferdchen lang. Wie Kinder und Schwimmanfänger sich mit ein paar einfachen Übungen zu Hause vorbereiten können.

Seit Monaten gibt es für Kinder kaum Möglichkeiten, Schwimmen zu lernen. Manche Experten sprechen sogar von einer „Generation Nichtschwimmer“, die während der Corona-Pandemie heranwachse. Selbst wenn einige Bäder in NRW bereits Anfänger-Schwimmkurse anbieten, sind die Plätze noch knapp und die Wartelisten lang. Den Grundstein für das Seepferdchen können Eltern mit Ihren Kindern auch zu Hause legen, sagt Ulrike Volkenandt vom Schwimmverband NRW. Mit ein paar einfachen „Trockenübungen“ können sich Kinder an das Wasser gewöhnen.

Löcher ins Wasser pusten und blubbern „Für die einfachste Übung, die auch am meisten Spaß macht, braucht man nur eine Schüssel mit Wasser“, sagt Volkenandt. Für den Anfang kann man Löcher ins Wasser pusten. „Dabei sollen richtige Krater entstehen, wie bei einem Vulkan“, sagt Volkenandt. Als nächsten Schritt können die Kinder mit dem Mund direkt in die Schüssel Bläschen blubbern. Zur Abwechslung kann man das auch mit einem Strohhalm machen oder auch einen Tischtennis-Ball mit der Nase durch die Schüssel jagen.

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„Damit gewöhnen sich Kinder daran, dass beim Schwimmen Wasser ins Gesicht kommt, dass es spritzt“, sagt Volkenandt. Ein Kind merke durch die Übung auch, dass es nicht gefährlich sei, den Mund ins Wasser zu halten oder dagegen zu pusten. „Das klingt vielleicht banal und lustig, weil wir als Erwachsene natürlich wissen, dass es nicht gefährlich ist. Aber für Kinder ist das ein extrem großer Schritt.“ Auch für manche Erwachsene ist das falsche Atmen eine häufige Stolperfalle. „Wer nur über das Wasser ausatmet, ist nach 25 Metern total aus der Puste.“ Seit 2020 ist das sichtbare Atmen unter Wasser übrigens auch eine Voraussetzung für das Seepferdchen.

In der Badewanne Wer zu Hause eine Badewanne hat, kann auch darin üben. „Hier können Kinder schon den Kopf unter Wasser nehmen, die Augen aufmachen, ausatmen.“ Mit Tauchringen kann man die Übung interessanter machen. „Das geht fast schon als Tauchübung durch, auch wenn Badewannen nicht so tief sind“, sagt Volkenandt. In der Badewanne kann man auch den Seestern üben, ob auf dem Bauch oder auf dem Rücken. „Beim Seestern auf dem Rücken macht man den Hals lang, wie bei einer Giraffe. Und auf dem Rücken kann man natürlich wieder blubbern.“

Froschbeine und -Arme Anfänger können zu Hause auch gut die Bewegungsmuster für das Brustschwimmen „trocken“ üben. „Für die Beine setzt man sich auf den Fußboden, am besten gegen eine Wand, damit der Rücken gerade bleibt.“ Für die Froschbeine streckt man die Beine gerade aus und zieht sie dann mit gebeugten Knien zum Oberkörper. „Dann Füße nach Außen, zwei große Kreise mit den Beinen ziehen, Beine schließen und die Füße strecken“, beschreibt Volkenandt die Bewegung. Bei den Froscharmen nimmt man die Hände zusammen ausgestreckt vor dem Körper. Dann dreht man die Handflächen um, macht mit den Armen einen großen Kreis, klatscht einmal vor der Brust und streckt die Arme aus.

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Beide Bewegungen kann man im Stehen, aber auch im Liegen üben. Für die Froschbeine eigne sich das Bett besonders gut, sagt Volkenandt. „Einfach hocken, bis die Knie die Bettkante berühren.“ Die Froscharme kann man auch in Bauchlage mit einem Tisch oder Hocker üben. „Um den Widerstand des Wassers zu simulieren, kann man dabei auch mit den Händen gegen die Füße der Kinder drücken, wenn sie die Kreise mit den Beinen machen.“

Wie oft man üben soll Gerade am Anfang sei die Häufigkeit wichtig, sagt Volkenandt. „Es macht Sinn, sich in der ersten Woche vorzunehmen, jeden Abend etwa die Froschbeine zu üben.“ Danach kann man es aber entspannter angehen. Ein- bis zweimal die Woche reiche dafür, dass die Bewegungsmuster im Kopf bleiben. Wichtig sei nach den ersten Tagen, dass die Kinder auch mal ihren Eltern die Übungen erklären. „Wenn sie aufgefordert werden, jeden Schritt selber anzusagen, kommt das an im Gehirn. Ansonsten ist das immer noch passives Konsumieren.“

Für welches Alter die Übungen sinnvoll sind Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. „Schon vor der Corona-Pandemie hatten wir manchmal neunjährige Kinder, die noch nie ein Schwimmbad von innen gesehen haben“, sagt Volkenandt. Auch Schwimmanfänger im Erwachsenenalter könnten davon profitieren. „Blubbern und ins Wasser pusten schaffen auch die Dreijährigen. Die Bewegungsübungen sind komplexer – die sind ab dreieinhalb oder vier Jahren gut.“

Die Übungen sind dennoch kein Ersatz für das Schwimmbad, sondern lediglich eine Vorbereitung. „Die Kinder haben schneller Erfolgschancen, wenn es später um die Schwimmbewegungen geht“, sagt Volkenandt. Sie hätten sich auch schon an das Wasser gewöhnt und hätten weniger Berührungsängste. „Natürlich lassen sich die Übungen nicht sofort auf die Bewegungen im Wasser übertragen. Aber die Kinder sind dadurch schneller, das stärkt auch das Selbstbewusstsein.“