Wetter in NRW Weiter Regen und Gewitter erwartet – Wasserstände erreichen Scheitelpunkt

Update | Düsseldorf · Nachdem der Rhein bei Bonn und Köln am Pfingstwochenende stellenweise über die Ufer getreten ist, sind die Wasserstände am Montag weiter leicht angestiegen. Was in den nächsten Tagen noch zu erwarten ist.

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Hochwasser am Rhein – Pegel steigen an Pfingsten in NRW

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Foto: dpa/Thomas Banneyer

Nachdem der Rhein bei Bonn und Köln am Pfingstwochenende stellenweise über die Ufer getreten ist, sind die Wasserstände am Montag weiter leicht angestiegen. Am Kölner Pegel wurden morgens 7,01 Meter erreicht. Dann sollte aber der Scheitelpunkt erreicht sein. Für Dienstag sagte die Hochwasserschutzzentrale Köln fallende Wasserstände voraus.

Der Deutsche Wetterdienst kündigte für Dienstagnachmittag von Südwesten her neue starke Regenfälle mit Gewittern an. Örtlich gebe es auch Hagel und Sturmböen. Vor allem in der Eifel kann es bis in die Nacht hinein unwetterartigen Starkregen geben. Hier sind Regenmengen von 40 Litern pro Quadratmeter wahrscheinlich, vereinzelt kann sogar doppelt so viel fallen. Ab Mittwoch werde sich das Wetter erst einmal beruhigen, der Regen lasse allmählich nach, wie ein Sprecher am Montag sagte.

Regen am Pfingstwochenende und die Auswirkungen

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Foto: dpa/Martin Gerten

Am Wochenende hatten Überschwemmungen vielerorts zu Einsätzen der Feuerwehr geführt. In Wachtberg (Rhein-Sieg-Kreis) war am Samstag so viel Regen in kurzer Zeit gefallen, dass die Felder das Wasser nicht mehr aufnehmen konnten. Es floss in die Ortschaft, drang in die Keller von Wohnhäusern ein und machte eine Kreisstraße zeitweise unpassierbar.

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Foto: dpa/Harald Tittel

Auch in Bonn waren die Folgen des Starkregens spürbar. Wassermassen waren dort in das Stadthaus geschwemmt worden. Die Feuerwehr pumpte es ab. In Königswinter trat der Rhein an einem Fähranleger über die Ufer. Die Bonner Stadtwerke stoppten vorsorglich den Bahnverkehr der Linie 66 zwischen Königswinter-Oberdollendorf und Bad Honnef. In Mondorf bei Bonn musste eine kleine Kirmes, die am Rheinufer aufgebaut war, dem steigenden Wasser weichen.

Gewitter und Blitzeinschläge hatten ebenfalls mancherorts im Land Auswirkungen. So traf am Sonntag eine Gewitterzelle ein Pfingstzeltlager der Jugendfeuerwehr in Soest-Ruploh. Zwei Blitze schlugen dort nahe dem Gelände ein. Der Zeltplatz wurde evakuiert, 62 Menschen wurden von Rettungsdiensten untersucht, 38 davon vorsorglich ins Krankenhaus gebracht, hieß es in einer Mitteilung von Sonntagabend.

In Alpen im Kreis Wesel schlug am Sonntag ein Blitz in ein Wohnhaus. Eine Kontrolle der Feuerwehr ergab aber keine Hinweise auf Schäden.

Kirmes-Schausteller mussten umziehen

In Königswinter bei Bonn trat der Rhein an einem Fähranleger über die Ufer. Die Bonner Stadtwerke stoppten vorsorglich den Bahnverkehr der Linie 66 zwischen Königswinter-Oberdollendorf und Bad Honnef. „Aufgrund der starken Regenfälle rechnen die Rheinpegelprognosen mit einem Flusswasserstand, der in Königswinter und Bonn die 6,50-Meter-Marke übersteigen wird. Aus diesem Grund stellt SWB Bus und Bahn ab Betriebsbeginn am Sonntag bis auf Weiteres ein“, teilten die Stadtwerke mit. Busse ersetzen den Verkehr im betroffenen Streckenabschnitt.

Mehrere Kirmes-Schausteller hatten am Samstag beim Strandfest in Mondorf - ebenfalls nahe Bonn - ihre Fahrgeschäfte abbauen oder umsiedeln müssen. Auch dort schwappten Wellen über den Uferrand. Laut Bonner „General-Anzeiger“ wurde die kleine Kirmes am Samstagabend ganz gestoppt. 

Aus Köln hieß es, flussnahe Rad- und Fußgängerwege etwa am Rheinboulevard seien bereits teilweise gesperrt. Man sei gut vorbereitet, Schutzmaßnahmen würden im Bedarfsfall umgesetzt. Teilweise seien im Stadtgebiet bauliche Schutzmaßnahmen bis zu einem Pegel von 11,90 Metern vorhanden.

Am Pfingstsonntag gab es in Geldern-Walbeck Starkregen mit Hagel, der den Ort winterlich weiß zurückließ. Und nicht nur das: Mitten im Dorf entstand plötzlich ein Fluss. Auch auf der Pfingstkirmes in Geldern gab es heftige Schauer.

Auch in anderen Teilen des Landes machten sich Niederschläge und Gewitter bemerkbar. Auf dem Gelände des Pfingstzeltlagers der Feuerwehren des Kreises Soest kam es am Sonntagnachmittag zu einem Blitzeinschlag. „Alle Kinder und Betreuer sind in Sicherheit und werden aktuell durch den Rettungsdienst betreut und gesichtet“, hieß es. Es sei niemand verletzt worden. In Bielefeld warnte die Polizei via Plattform X vor Aquaplaning: „Bitte vorausschauend und wetterangepasst fahren“.

Nach Daten des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) zeichnete sich keine angespannte Lage bei den Gewässern in NRW ab. Die Wasserstände an allen Messpunkten lagen demnach am Sonntag unter den Meldestufen für Hochwasser. Lediglich im Andernach und in Koblenz im angrenzenden Rheinland-Pfalz war die erste von drei Hochwassermeldestufen überschritten.

(top/kag/dpa)