Winterdienst könnte streiken Nach dem Schnee kommt in NRW der Regen – hier herrscht besonders Glättegefahr

Essen · Nach dem Schnee kommt der Regen. Nachdem am Montagmorgen vielerorts die weiße Pracht auf den Straßen lag, regnete es am Abend. So soll es auch am Dienstag weitergehen. Es besteht Glättegefahr.

Fotos: Winter macht es möglich – Schneemänner in NRW​
9 Bilder

Huhu, Herr Schneemann! Winter-Bilder aus NRW

9 Bilder
Foto: Claudia Hauser

In Nordrhein-Westfalen fällt in den kommenden Tagen mehr Regen als Schnee. Am Dienstag steigen die Temperaturen auf zwei Grad in Ostwestfalen und bis zu sieben Grad im Rheinland, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD)in Essen mitteilte. Im Osten von Nordrhein-Westfalen kam es zudem im Berufsverkehr wegen glatten Straßen laut Polizei zu ein paar Unfällen. Die Beamten der Kreise Lippe und Höxter sprachen am Morgen aber nur von wenigen Einschränkungen im Verkehr.

Der Mittwoch wird dann erneut nass. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen plus ein Grad in Ostwestfalen und sechs Grad am Niederrhein. In der Nacht zu Donnerstag lockert es im Westen etwas auf. Nur im Osten regnet und schneit es noch. Im Bergland besteht bei Tiefstwerten von minus zwei Grad durch überfrierende Nässe Glättegefahr.

Schneereicher Wochenstart

Geldern: Rüben-Laster rutscht bei Glatteis von der Straße und kippt um​
20 Bilder

Rüben-Laster rutscht bei Glatteis von der Straße und kippt um

20 Bilder
Foto: Guido Schulmann

Schneefälle hatten seit Sonntagabend bis ins Flachland hinein ein bis vier Zentimeter weiße Pracht gebracht, hieß es beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Essen. Für Montag hatte der DWD vor Straßenglätte gewarnt. Sofern es glatt bleibt, müssen Autofahrer auch am Dienstag vor allem auf Landesstraßen besonders vorsichtig sein.

In Nordrhein-Westfalen sei bis zum Montagnachmittag mit Schneefall zu rechnen, der von Westen kommt und auch den Nordosten erreicht, berichtete der DWD im Internet. Im Flachland können ein bis drei Zentimeter Neuschnee fallen, im Bergischen Land und im Siegerland können es im Tagesverlauf bis zu zehn Zentimeter werden. Im Bergland sind auch stürmische Böen möglich.

Eisglatte Wege waren auch der Grund, warum der Zoo in Wuppertal seine Pforten am Montag für Besucher geschlossen hielt.

Winterdienst im Dauereinsatz

Autobahn- und Straßenmeistereien vor allem im Westen sowie im Süden des Landes waren mit einsetzendem Niederschlag von Sonntag an im Dauereinsatz, um Schnee von den Fahrbahnen zu räumen oder mit Salz gegen Glatteis vorzugehen. Unsere Autobahnmeistereien haben gut zu tun“, sagte ein Sprecher der Autobahn GmbH im Rheinland am Montag. Auch in der Millionenstadt Köln waren hunderte Mitarbeiter im Winterdiensteinsatz, um Straßen sowie Fußwege von Schnee und Eis zu befreien, wie die zuständigen Abfallbetriebe mitteilten. Für die Landesstraßen vermeldete der Landesbetrieb Straßen.NRW, man sei seit Sonntag mit „allen verfügbaren Mitarbeitenden im Winterdiensteinsatz“.

Streik am Dienstag, Straßen werden wohl nicht geräumt

Weil mehr als ein Drittel der Belegschaft von Straßen.NRW im Rahmen der Tarifverhandlungen des Öffentlichen Dienstes der Länder zum Warnstreik aufgerufen sei, müssten Verkehrsteilnehmer am Dienstag mit nicht geräumten Straßen und Glatteis rechnen, teilte der Landesbetrieb mit. Die Folgen seien gegenwärtig nicht abschätzbar, sagte eine Sprecherin. Absehbar sei aber, dass zwei Tunnel gesperrt werden sollen, weil sie nicht ausreichend überwacht werden könnten. Betroffen sind der Tunnel Menkhauser Berg in Oerlinghausen (Kreis Lippe) und der Tunnel Engelbert in Gevelsberg (Ennepe-Ruhr-Kreis).

Verkehr lief weitestgehend normal

Die Wetterlage am Montagmorgen hatte auf den Verkehr auf den Autobahnen und Landstraßen in NRW keinen erheblichen Einfluss. „Das Schneechaos blieb bei uns aus“, sagte ein Sprecher der dpa. Trotzdem kam es zu zahlreichen Unfällen auf winterglatten und verschneiten Straßen am Sonntagabend und Montag: Allein im Regierungsbezirk Köln zählte die Polizei bis zum Vormittag 47 witterungsbedingte Unfälle. „Die Verkehrslage ist aber eigentlich nicht anders wie am jeden Montag, die Anzahl der Unfälle liegt auch sonst in diesem Bereich“, sagte ein Sprecher der Polizei unserer Redaktion.

In Geldern im Kreis Kleve ist ein mit Rüben beladener LKW aufgrund der glatten Straßen von der Fahrbahn abgekommen und in den Graben gerutscht. Der Fahrer blieb unverletzt, während die Rüben sich allesamt verteilten, teilte ein Sprecher der Polizei mit. Im gesamten Kreisgebiet sei es von Sonntagabend bis Montagmorgen zu einer ganzen Reihe von Verkehrsunfällen gekommen.

Bei Niederkassel im Rhein-Sieg-Kreis verletzte sich eine Autofahrerin ebenfalls leicht, weil sich ihr Auto auf schneebedeckter Straße überschlug. Es landete auf dem Dach neben der Fahrbahn. Bei Lohmar kollidierte das Auto einer 28 Jahre alten Fahrerin mit dem Schiebeschild eines entgegenkommenden Räumfahrzeuges, nachdem es nach Angaben der 28-Jährigen ins Rutschen gekommen war. In Linnich im Kreis Düren geriet eine 34-Jährige mit ihrem Auto ins Rutschen und krachte gegen zwei Hauswände. Auch sie wurde leicht verletzt.

Ein Unfall mit tödlichen Folgen ereignete sich bei Ruppichteroth bei Bonn. Eine 26-Jährige geriet nach dem Überholen eines Lkw ins Schleudern und krachte gegen einen Baum. Die jungen Frau starb noch am Unfallort. Die Polizei prüft noch, ob die teilweise vereiste Straße ursächlich für den Unfall war.

Die Düsseldorfer Rheinbahn verzeichnet aufgrund des Schneefalls am Montagmorgen nur „kleinere wetterbedingte Ausfälle“, so eine Sprecherin auf Nachfrage. Diese beträfen jedoch meist das Umland, „wo die Gegend hügeliger“ ist.

Flugausfälle von und nach Düsseldorf

Wegen des starken Schneefalls vor allem in Bayern fallen jedoch einige Flugverbindungen nach NRW aus. So waren allein am Montag 25 Verbindungen – sowohl Abflüge wie auch Ankünfte – zwischen Düsseldorf und München betroffen. Zudem kam es zu einigen Verspätungen.

(esch/dw/kag/ldi/dpa)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort