Wetter in NRW Kommt nach den frühlingshaften Temperaturen der Winter zurück?

Düsseldorf · In den nächsten Tagen bleibt es für die Jahreszeit ungewöhnlich mild, im Rheinland können Werte bis 18 Grad erreicht werden. Noch aber gibt der Winter nicht auf – wann wieder Kälte in NRW droht.

Bei den derzeit frühlingshaften Temperaturen blühen Schneeglöckchen im Kaiserpark in Oberhausen.

Bei den derzeit frühlingshaften Temperaturen blühen Schneeglöckchen im Kaiserpark in Oberhausen.

Foto: dpa/Fabian Strauch

Schon zwei Wochen vor dem meteorologischen Frühlingsbeginn am 1. März zeigt sich der Winter in Nordrhein-Westfalen von seiner extrem milden Seite. Schon am Mittwoch steigen die Werte laut Deutschem Wetterdienst (DWD) verbreitet auf elf bis 13 Grad, am Donnerstag sind im Rheinland sogar bis zu 18 Grad möglich. Mindestens bis Samstag bleibt es bei den für diese Jahreszeit angenehmen Temperaturen, wobei es sukzessive kühler wird. So erwartet der DWD am Freitag Höchstwerte zwischen zwölf und 15 Grad, am Samstag können noch neun bis 13 Grad erreicht werden. Das passt zu einem Winter, der laut DWD wieder außerordentlich mild ist und derzeit unter den zehn wärmsten Wintern seit Aufzeichnungsbeginn 1882 rangiert.

Einen weiteren Bewertungsmaßstab, um den meteorologischen Winter einzuordnen, liefert die Zahl der Frost- (Minimumtemperatur unter 0 Grad) und Eistage (Maximumtemperatur unter 0 Grad). Generell ist die Zahl dieser Tage im Vergleich zur alten Klimareferenzperiode 1961 bis 1990 sowie zur neuen Referenzperiode 1991 bis 2020 nach Angaben des DWD deutlich zurückgegangen. Auch der bisherige Winter liegt demnach unter den Werten der aktuell gültigen Referenzperiode. Im Mittel fehlen laut DWD noch 15 bis 20 Frosttage und fünf bis zehn Eistage. Dass diese noch erreicht werden, ist eher unwahrscheinlich.

Betrachtet man allerdings die Langfristprognosen der verschiedenen Wetterdienste, kann sich die Bilanz noch etwas relativieren. So sieht das amerikanische Computermodell laut dem Portal wetterprognose-wettervorhersage.de vor allem in der letzten Februarwoche eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass kalte Polarluft nach Deutschland zieht. Damit würden die Temperaturen auf Werte zwischen minus drei bis plus vier Grad fallen. Weil die Luftmassen auch viel Feuchtigkeit mitbringen, soll örtlich oberhalb von etwa 200 Meter auch Schneefall möglich sein. Ein „nachhaltiger Durchbruch des Frühlings“ lasse sich demnach nicht erkennen.

Auch das europäische Wettermodell prognostiziert nach der aktuell milden Phase, die noch etwa bis Mitte kommender Woche anhalten soll, einen Umschwung hin zu einer nasskalten Witterung. Der Niederschlag könne demnach in den mittleren Lagen in Schnee übergehen und oberhalb von etwa 500 Metern dazu führen, dass sich eine Schneedecke ausbilde. In NRW wären damit nur die Höhenlagen beispielsweise von Sauerland, Siegerland und Bergischem Land betroffen. Ob es am Ende aber so kommt oder nur wie bisher vor allem anhaltender regnet, ist ungewiss. Möglicherweise lassen die Niederschläge aber die Flusspegel in den betroffenen Regionen wieder steigen.

Auch die derzeitige Warmphase wird nicht von sonderlich viel Sonnenschein begleitet. Bis einschließlich Freitag regnet es zwischenzeitlich immer wieder, jedoch ohne dass dabei größere Mengen zusammenkommen. Der regenreichste Tag ist laut DWD der Freitag, ab dem Mittag sei mit verstärkter Schaueraktivität zu rechnen. Am Samstag bleibt es weitgehend niederschlagsfrei, vereinzelt kann Sprühregen auftreten, der Sonntag könnte schon wieder nasser ausfallen. Spätestens dann verabschiedet sich der Vorfrühling vorerst.

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