Ungemütliches Wetter Sturmschäden in NRW – es bleibt weiter windig

Update | Düsseldorf · Nach einem Frühlings-Intermezzo ist es zum Wochenbeginn stürmisch. In Köln fiel ein Baum auf einen Bus, auch anderswo war die Feuerwehr im Einsatz. Die Warnung des Deutschen Wetterdienstes für NRW gilt auch noch am Dienstag.

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Sturm in NRW – umgestürzte Bäume, Bahnausfälle, zerstörte Autos

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Foto: Feuerwehr Korschenbroich

In Nordrhein-Westfalen bleibt das ungemütliche Wetter mit vielen Regenschauern und kühlen Temperaturen weiter bestehen. Zumindest am Dienstag könne man sich zudem auf kräftigen Wind mit verbreitet starken Böen einstellen, sagte David Bötzel, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Essen. Im Zuge örtlicher Gewitter sei zum Nachmittag hin auch mit einzelnen Sturmböen zu rechnen. „So heftig wie am Montag wird es aber sehr wahrscheinlich nicht“, ordnete der Meteorologe ein.

Ein Sturmtief hatte am Montagnachmittag für zahlreiche Feuerwehreinsätze und Störungen im Bahnverkehr auch in Nordrhein-Westfalen gesorgt. In Bottrop und Hattingen wurden Menschen von umstürzenden Bäumen getroffen und verletzt. Zahlreiche umgekippte Bäume blockierten Straßen und Bahnstrecken, wie Polizei und Feuerwehren mitteilten. In Bochum krachte ein Baum gegen ein Mehrfamilienhaus und wurde aufwendig geborgen.

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Foto: dpa/Thomas Banneyer

Zur Wochenmitte lasse der Wind aber weiter nach, sagte der DWD-Meteorologe am Dienstag. Die Temperaturen bleiben in den nächsten Tagen eher kühl und erreichen an Rhein und Ruhr gerade einmal zweistellige Werte. In den Höhenlagen sinken die Temperaturen in der Nacht zu Mittwoch auf bis zu 0 Grad. Dort könne sich der Regen sogar mit Schnee vermischen, so der Meteorologe.

Am Donnerstag bestehe dagegen Hoffnung auf Wolkenlücken und damit örtlich auf leicht steigende Temperaturen. Doch die Freude währt nur kurz: Für Freitag kündige sich schon das nächste Regen bringende Tiefdruckgebiet an, sagte Bötzel.

Die Sturmbilanz vom Montag

Das Unwetter hat den Fernverkehr der Bahn am Montagabend ausgebremst, Dächer abgedeckt, Autos sowie Strom- und Telefonleitungen beschädigt. Mehrere Menschen wurden von umstürzenden Bäumen getroffen und verletzt.

In Köln ist während des Unwetters am Montag ein Bus der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) von einem umgestürzten Baum beschädigt worden. Der Fahrer sei leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte die Feuerwehr am Abend mit. Mehrere umgestürzte Bäume und abgeknickte Äste haben am Abend in Köln für Verkehrsbehinderungen gesorgt. Insgesamt seien 130 Gefahrenmeldungen aufgrund des Gewitters mit starkem Regen und Wind abgearbeitet worden, so die Feuerwehr.

Im Kreis Kleve zogen Sturmböen hinweg. Polizei und Feuerwehr mussten zu mehreren Einsätzen ausrücken. Für die Feuerwehr in Leverkusen gab es wegen des Sturms 18 Einsätze. IKostenpflichtiger Inhalt n Grevenbroich musste die Feuerwehr zu bislang zwölf Einsätzen ausrücken. In Mönchengladbach blieb das kurze Unwetter ebenso nicht ohne Folgen. In Hilden gab es für die örtliche Feuerwehr ebenfalls mehrere sturmbedingte Einsätze. Ein Baum stürzte auf einen Gehweg und hat einen weiteren Baum so stark beschädigt, dass die Einsatzkräfte dessen Standfestigkeit infrage stellten.

In Pulheim führte ein umgeknickter Baum zu Stromausfall, als er auf eine Leitung fiel. Der Energieversorger habe die Stromversorgung kurzfristig über ein Stromaggregat sicherstellen können, teilte ein Sprecher der Feuerwehr Pulheim am Montagabend mit.

In Bottrop wurde eine 19-Jährige auf dem Heimweg von der Arbeit von einem umfallenden Baum verletzt. Ihre Beine waren unter dem Baumstamm eingeklemmt und musste per Motorsäge geteilt werden. Da schwerwiegende Verletzungen bei der Frau nicht ausgeschlossen werden konnten, wurde ein Rettungshubschrauber angefordert, wie die Feuerwehr mitteilte. In Hattingen wurde ein Mann von einem umstürzenden Baum getroffen.

In Bonn kippte in der Mittelstraße ein Baum auf das Dach eines Mehrfamilienhauses und drohte auf die Straße zu kippen. Der Baum sei von der Feuerwehr mithilfe eines Krans entfernt worden. In der Nonnenbergstraße habe ein umgestürzter Baum mehrere Autos unter sich begraben. Bei allen Einsätzen wurde den Angaben zufolge niemand verletzt.

Das Sturmtief am Montagabend hat der Solinger Feuerwehr viel Arbeit bereitet: Innerhalb von 15 Minuten liefen etwa 30 unwetterbedingte Einsätze in der Leitstelle auf. Ein Baum stürzte auf ein Wohnhaus. In Remscheid macht ein umgestürzter Baum ein Haus unbewohnbar.

Ein ähnliches Bild bot sich nach Angaben Feuerwehr den Einsatzkräften in Leverkusen, die aufgrund des Sturms insgesamt 18-mal ausrückten.

Auch in anderen Bundesländern im Westen kam es zu Sturmschäden, unter anderem in der Region Koblenz, im Rhein-Neckar-Raum, in Hessen und in Bayern.

Bahnverkehr vom Sturm beeinträchtigt

Wegen des Unwetters war am Montagabend der Bahn-Fernverkehr in der Mitte Deutschlands beeinträchtigt - auch in NRW. Unter anderem hielten Züge nicht mehr in Bonn, Remagen, Andernach und Hamm. ICE-Züge zwischen Hamm und Münster wurden umgeleitet.

Mittlerweile laufe der Fernverkehr aber wieder überwiegend normal, teilte die Deutsche Bahn am Dienstag mit.

Ein Unwetter hatte den Fernverkehr der Bahn am Montagabend ausgebremst. Zugpassagiere erlebten teils Verspätungen von vier Stunden - und mussten den ganzen Abend darauf hoffen, dass ihre vorübergehend gestoppten Züge überhaupt weiterfahren. Einzelne Strecken waren gesperrt und es kam zu Umleitungen mit Verspätungen. Von den Beeinträchtigungen betroffen waren unter anderem Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Weitere Wettervorhersage für diese Woche

 Es wird wieder stürmisch in NRW zum Wochenanfang. (Symbolbild)

Es wird wieder stürmisch in NRW zum Wochenanfang. (Symbolbild)

Foto: dpa/Bernd Thissen

Am Mittwoch bleibt das Wetter wechselhaft mit Schauern und Gewittern. Eine leichte Wetterbesserung wird es erst am Donnerstag geben. Bei wechselhafter Bewölkung kann es auch schon mal vereinzelt zu sonnigen Abschnitten kommen. Vereinzelt sind aber noch Schauer möglich. Freitag wird es wieder stärker bewölkt und auch die Regenwahrscheinlichkeit nimmt wieder zu.

(peng/dw/kag/dpa)
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