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Wetter in NRW: Tiere leiden unter Trockenheit

Trockenheit in NRW : Laichtümpel trocknen aus - Naturschützer gießen nach

Kaum Regen, schwüle Hitze: Der Waldboden und die Felder in Nordrhein-Westfalen sind knochentrocken. Immer wieder werden kleinere Feuer entfacht. Aber nicht nur die Bauern und Förster sind betroffen.

Die hohen Temperaturen und der spärliche Regen der vergangenen Wochen sind nicht nur für die Bauern und Förster eine Belastung, sie fordern auch die Tiere und Pflanzen heraus. Gefährdet sind unter anderem Kaulquappen, deren Laichtümpel austrocknen. Nach Angaben der Feuerwehr rückten Einsatzkräfte unter anderem in Bergisch Gladbach aus, um Nachwuchs der bedrohten Gelbbauchunke mit 1600 Litern zusätzlichem Wasser zu versorgen und die Tiere so vor der Austrocknung zu bewahren.

Thorsten Wiegers vom Naturschutzbund NRW beobachtet die erhöhte Belastung durch das extreme Sommerwetter auch bei anderen Arten. „Grundsätzlich leidet die Natur schon darunter, dass es in letzter Zeit sehr wenig geregnet hat“, sagte Wiegers am Mittwoch. Die Gelbbauchunken seien besonders gefährdet, weil sie bevorzugt in sehr kleinen, tümpelähnlichen Gewässern ablaichen, die ohnehin schneller von der Austrocknung bedroht seien. Vor allem in den großen Ruhrgebietsstädten könne man aber auch beobachten, dass beispielsweise Linden ihre Blätter abwerfen, um der Sonne weniger Verdunstungsfläche zu bieten.

Metropolregionen seien wegen der vielen versiegelten Flächen ohnehin anfällig für extreme Hitze. Anwohner könnten zum Beispiel „kleine Wasserschälchen für die Vögel aufstellen“, regt Wiegers an. Andere Arten wie Schmetterlinge und Heuschrecken könnten hingegen sogar von der Trockenheit profitieren. „Vor allem Schmetterlinge sieht man aktuell deutlich häufiger als in den eher verregneten Sommern.“

Die andauernde Trockenheit hält auch die Feuerwehr in NRW vor allem in den Waldgebieten in Atem. In weiten Teilen Nordrhein-Westfalens hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) die zweithöchste Waldbrandstufe vier ausgerufen. In Velbert stand am Dienstag ein Stoppelfeld in Flammen, in Iserlohn ein Waldstück, wie die Feuerwehr mitteilte. Auch in Essen war die Feuerwehr im Einsatz.

In den vergangenen Tagen hatten mehrmals größere Flächen gebrannt. „Das hören wir im Moment täglich“, sagte ein Sprecher der Iserlohner Feuerwehr. Er rechne mit weiteren Bränden in den nächsten Tagen.

(sef/dpa)