Wetter in NRW: Tief Axel bringt Starkregen, Hagel und Gewitter

Unfälle und Überschwemmungen : Tief „Axel“ bringt Starkregen und Gewitter nach NRW

Tief „Axel“ hat am Dienstagmorgen auch in NRW für starke Regenfälle gesorgt. Infolgedessen kam es zu mehreren Unfällen. Schwerer traf es aber den Süden: Im Allgäu ruft eine Stadt Hochwasseralarm aus.

Tief „Axel“ beschäftigt am Dienstagmorgen weiterhin die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr. Besonders stark betroffen ist laut Polizei der Kreis Lippe. Dort mussten wegen des Regens mehrere Straßen gesperrt werden. Wie die Polizei Detmold mitteilte, ist neben einigen kleineren Straßen auch die B66 an zwei Stellen gesperrt. Auf der Ostwestfalenstraße (L 712) kam es zudem zu einem Verkehrsunfall: Ein Lastwagen und ein Auto stießen frontal zusammen, sagte ein Sprecher.

Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte, lag vor allem Ostwestfalen im Einflussgebiet des Unwetters. Auf der A44 kam es in dieser Region in der Nacht gleich zu mehreren Unfällen. Wie ein Sprecher der Polizei Bielefeld mitteilte, gerieten auf der Autobahn mehrere Fahrzeuge wegen des Starkregens ins Schleudern - eine Person wurde leicht verletzt. Sperrungen gab es aufgrund der Unfälle am Dienstagmorgen jedoch nicht.

Besonders stark betroffen waren nach Angaben der Polizei Teile von Detmold. Bereits am frühen Montagabend musste die Feuerwehr zu rund 25 Einsätzen ausrücken. Vollgelaufene Keller und überschwemmte Straßen waren der Hauptgrund für die Einsätze. Auch am Dienstagmorgen waren laut einem Polizeisprecher im Kreis Lippe noch 15 Straßen gesperrt. Dort hatte die Feuerwehr mehrere Straßen von Schlamm befreit, sagte der Sprecher am Dienstagmorgen. Nun werde neue Erde angespült.

Der Deutsche Wetterdienst rechnet in Nordrhein-Westfalen bis zum Mittag weiterhin mit teils heftigem Starkregen. In Ostwestfalen sei mit einzelnen Gewittern, Hagel und starken bis stürmischen Böen zu rechnen. Dort und auch im Sauerland sei bis zum Nachmittag noch mit Dauerregen zu rechnen.

Schlimmer traf das Wetter den Süden Deutschlands: Im Alpenvorland hätten mehrere Stationen vier bis neun Liter pro Stunde gemeldet, „das ist auch schon ordentlich“, sagte Diplom-Meteorologin Christina Speicher vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Viel Regen registrierte der DWD auch weiter nördlich. „Aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen verabschiedet sich der Dauerregen aber so langsam“, sagte Speicher.

Schon am Montag hatten Gewitter und heftige Regenfälle vielerorts in Deutschland Schäden angerichtet und die Einsatzkräfte in Alarmbereitschaft versetzt. In Helmstedt (Niedersachsen) musste ein Krankenhaus wegen eines Wasserschadens evakuiert werden. In Baden-Württemberg löste die Stadt Wangen im Allgäu Hochwasseralarm aus. Der Fluss Obere Argen, der durch die Stadt fließt, habe den Auslösepegel für den Alarm von 2,30 Metern um 1.30 Uhr überschritten, sagte ein Sprecher der Stadt.

Im bayerischen Aurach kam ein Autofahrer auf der regennassen Autobahn 6 ins Schleudern, kam von der Fahrbahn ab und wurde in einem angrenzenden Wald zwischen zwei Bäumen eingeklemmt. Der Mann starb noch an der Unfallstelle. Im Allgäu wurde eine Bahnstrecke gesperrt, weil auf den Gleisen wegen der heftigen Regenfälle eine Schutzwand aufgebaut werden sollte.

Mehrere Pegelstände in Bayern erreichten in der Nacht die Meldestufe 3 von 4, bei der Überflutungen einzelner bebauter Grundstücke oder vereinzelte Verkehrseinschränkungen zu erwarten sind. Örtlich hatten Meteorologen sogar mit Pegelständen der höchsten Warnstufe gerechnet, die wurden bis zum frühen Morgen allerdings nicht erreicht.

Im Saarland und in Rheinland-Pfalz führte „Axel“ zu sturmartigen Böen und einigen vollgelaufenen Kellern. Auch in Hessen standen einige Keller unter Wasser, außerdem mussten einige Straßen zwischenzeitlich gesperrt werden. Die Autobahn 4 zwischen Herleshausen (Hessen) und Gerstungen (Thüringen) musste in einer Richtung wegen einer überfluteter Fahrbahn gesperrt werden.

Weiter nördlich in Deutschland beschäftigten vor allem Blitzschläge die Einsatzkräfte. In Mecklenburg-Vorpommern steckten Blitze auf der Ostseeinsel Rügen und in der Gemeinde Gnevkow jeweils ein Reetdach in Brand. Beide Häuser waren nach dem Feuer unbewohnbar.

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(mba/dpa)
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