Tief mit Schnee erwartet Wintereinbruch im April in NRW – Brauche ich wieder Winterreifen?

Essen · Sonne und blauer Himmel in NRW – doch das nächste Tiefdruckgebiet naht bereits. Wer gemäß der „O-bis-O“-Faustregel schon auf Sommerreifen umgestiegen ist, könnte in dieser Woche ein Problem bekommen.

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Wintereinbruch in weiten Teilen Deutschlands

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Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Auch wenn am Dienstag die Sonne in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens scheint, sollte man Regenjacke und Wintermantel noch nicht weghängen: „Beständiges Hochdruckwetter sehe ich momentan leider noch nicht“, sagt ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Essen unserer Redaktion. Ungewöhnlich sei das nicht, der April ist für seine Wetterlaunigkeit bekannt. Am Dienstag klettert das Thermometer auf bis zu 11 Grad. „Es werden zunächst kaum Schauer erwartet, der Tag wird viele Sonnenanteile haben“, sagt der Sprecher. Doch der Dienstag wird wohl der schönste Tag dieser Woche bleiben.

Schon für Mittwoch kündigt sich ein neues Tiefdruckgebiet aus Nordwesten an, mit einer wechselhaften Witterungsphase, dann müssen sich die Menschen in NRW auch auf den nächsten Regen einstellen. Ab 500 Metern Höhe kann der Niederschlag als Schnee runterkommen. Am Donnerstag ist das Wetter ähnlich, im Bergland fällt dann erneut Schnee.

Und der Wetterwechsel bleibt: Es soll aber Richtung Wochenende nicht mehr wechselhaft kühl, sondern mild bis warm werden – mit Temperaturen von 14 Grad am Freitag, über bis zu 17 Grad am Samstag und 20 Grad am Sonntag. „Aber“, so der DWD-Sprecher, „auch dann sind immer noch Niederschläge möglich“.

Unfall mit Sommerreifen – das gilt für Autofahrer

Vor allem in Baden-Württemberg und Bayern sorgte der Wintereinbruch am Wochenende streckenweise für Chaos auf den Straßen. Wegen mehrerer Blitzeis-Unfälle wurde die Autobahn 8 südlich von München am Samstag voll gesperrt. Viele Autofahrer waren schon mit Sommerreifen unterwegs. Auf der A95 von Garmisch-Partenkirchen in Richtung München kam es am Sonntagnachmittag zu einer Massenkarambolage, bei der ein Mensch ums Leben kam.

Generell gilt in Deutschland eine situative Winterreifenpflicht, wie der ADAC mitteilt. Die Empfehlung, Fahrzeuge mit Winterreifen von O bis O (Oktober bis Ostern) auszustatten, hat keine rechtliche Relevanz. Rechtlich gesehen müssen Autofahrer also bei winterlichen Straßenverhältnissen Winterreifen aufziehen, wenn sie ihren Wagen fahren wollen – unabhängig von der Jahreszeit.

„Wer bereits Sommerreifen aufgezogen hat, sollte das Auto bei den zu erwartenden winterlichen Wetter- und Straßenverhältnissen stehen lassen und wenn möglich auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen“, sagt ein Sprecher des ADAC. Wer seinen Wagen dennoch nutzen wolle, der habe keine andere Wahl, als die Winterreifen wieder aufzuziehen, damit er rechtlich vollumfänglich geschützt sei.

Bei Missachtung der situativen Winterreifenpflicht droht ein Bußgeld von 60 Euro. Wer andere behindert, muss mit 80 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Außerdem können bei einem Unfall wegen grober Fahrlässigkeit Leistungen in der Kaskoversicherung gekürzt werden. „Auch mit der gegnerischen Kfz-Haftpflichtversicherung kann es bei einem unverschuldeten Unfall Probleme geben, da man sich je nach Einzelfall ein Mitverschulden anrechnen lassen muss“, sagt der Sprecher.

Andersherum ist es übrigens auch keine gute Idee, im Sommer mit Winterreifen unterwegs zu sein. Zwar ist das Fahren mit Winterreifen im Sommer nicht explizit verboten, doch bei warmen Temperaturen können Winterreifen zu einem echten Sicherheitsrisiko werden: Sie verschleißen schneller, und der Bremsweg verlängert sich deutlich.

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