Verschiebung des Starts in NRW Der Frühling ist schon längst da – dieser Tag markiert den Anfang

Düsseldorf · Wegen des rekordverdächtig warmen Februars hat für viele Pflanzen die Blüteperiode längst begonnen. Meteorologisch beginnt der Frühling am 1. März – mit für die Jahreszeit sehr milden Tagen. Ein Winter-Comeback ist aber nicht ausgeschlossen.

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Alle warten auf den Frühling – dabei ist er längst da. Zumindest wenn man die Phänologie zugrunde legt. Darunter versteht man die periodisch wiederkehrenden Wachstums- und Entwicklungserscheinungen der Pflanzen. Nach der phänologischen Uhr wird der Frühling in Vor-, Erst- und Vollfrühling unterteilt, schreibt Meteorologe Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Dabei markiert der Blütenbeginn der Hasel den Vorfrühling, der Blütenbeginn der Forsythie den Erstfrühling und der Blütenbeginn der Apfelbäume den Vollfrühling.

Diese Daten schieben sich aufgrund des Klimawandels immer weiter nach vorne. Wegen des milden Winters hat der Vorfrühling in diesem Jahr schon am 27. Januar begonnen – 14 Tage vor dem langjährigen Mittel.

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Foto: Paul Küchler

Bei der Forsythie ist es laut DWD noch extremer. Demnach wird der Beginn der Forsythienblüte etwa 20 Tage früher als im Durchschnitt schon am 5. März erwartet. Die Apfelblüte und damit der Vollfrühling werden sich wohl ebenfalls nach vorne schieben, im Mittel beginnt diese Phase am 26. April. Die Natur hat also sozusagen einen Vorsprung sowohl vor dem meteorologischen Frühlingsbeginn am 1. März als auch vor dem kalendarischen am 20. März. Auf diesen Tag fällt die sogenannte Tag- und Nachtgleiche, das heißt, die Sonne steht genau senkrecht über dem Äquator. Die meteorologische Einteilung ist eine andere, weil sich ganze Monate besser auswerten lassen und sie laut DWD zudem die klimatische Situation der Jahreszeiten besser widerspiegeln.

In diesem Jahr passt das erwartete Wetter zudem perfekt zum meteorologischen Frühlingsbeginn. Schon am Donnerstag klettern die Temperaturen in NRW verbreitet auf sehr milde elf bis 14 Grad, dabei ist es oft sonnig. Am Freitag, den 1. März, setzt sich das frühlingshafte Wetter fort, die Werte liegen auf ähnlichem Niveau. Für das Wochenende sind die Prognosen des DWD noch mit einem größeren Unsicherheitsfaktor behaftet.

Demnach könnte es am Samstag weiterhin sehr mild bleiben, am Sonntag fallen die Temperaturen aber möglicherweise wieder in den einstelligen Bereich. Legt man aber die durchschnittlichen Werte der langjährigen Vergleichsperiode von 1961 bis 1990 zugrunde, bewegen sich die prognostizierten Temperaturen in den ersten Märztagen drei bis fünf Grad über dem Mittelwert.

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Foto: dpa/Oliver Berg

Schon der Februar war bislang deutlich zu warm und wird wohl laut DWD der wärmste Februar-Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Die durchschnittliche Tagestemperatur lag bei 6,5 Grad und damit eher auf einem Niveau, das normalerweise für März oder April erwartet wird. Bislang gab es bundesweit nur drei Frosttage, und der Monat ist fast vorbei.

Dass es im März dann auch frühlingshaft weitergeht, ist trotz des milden Starts aber nicht ausgemacht. Definiert man wie Meteorologe Trippler als Frühlingsbeginn eine statistische Größe, nach der an drei aufeinanderfolgenden Tagen mindestens an zwei Tagen eine Höchsttemperatur von mehr als 15 Grad erreicht werden und es dabei vorherrschend trocken und heiter sein soll, so sind wir davon noch etwas entfernt.

Der Hochdruckeinfluss Anfang März könne noch nicht überzeugen, bilanziert Trippler. Auch ein Märzwinter, ein oft Mitte März auftretender Wintereinbruch, sei nicht ausgeschlossen. Bislang sehen die verschiedenen Wettermodelle aber bis Mitte März keine Anzeichen dafür. Eher soll auch der erste Frühlingsmonat bis dahin wieder etwas zu warm ausfallen. Der Frühling kommt also erstmal, um zu bleiben.

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