Wetter in NRW: Es ist Winter, es schneit

Wetter in NRW : Es ist Winter, es liegt Schnee

Am Dienstag hat es in weiten Teilen von NRW geschneit. Sowohl am Niederrhein als auch in Düsseldorf fielen weiße Flocken. Vielerorts wurde es glatt. Der Schnee bleibt voraussichtlich bis Mittwochmorgen liegen.

Der Winter hat am Dienstag einigen Schnee nach Nordrhein-Westfalen gebracht. Westlich des Rheins gebe es vielerorts eine geschlossene Schneedecke, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Essen. Die Experten rechneten mit zwei bis sieben Zentimeter Neuschnee.

Damit bewahrheitete sich die Prognose des DWD. Dieser hatte für Dienstagnachmittag vor leichtem Schneefall in NRW gewarnt. Die Warnung gilt von Dienstag, 14 Uhr, bis Mittwochmorgen um sechs Uhr. „Die Kaltfront kommt von Westen und trifft deshalb vor allem den Westen von NRW“, sagte Bernd Hussing, Meteorologe beim DWD.

Betroffen waren nach DWD-Angaben Kleve, Neuss, Heinsberg, Aachen und Mönchengladbach. Auch in Köln und Düsseldorf setzte am Nachmittag der Schneefall ein. Ostwestfalen und das Siegerland sollten dagegen weitestgehend leer ausgehen. Der DWD rechnet noch bis Mittwochvormittag zeit- und gebietsweise mit leichtem Schneefall. Es bleibe frostig und dadurch glatt.

Größere Unfälle und Verkehrsbehinderungen im Zusammenhang mit der Witterung waren der Polizei am Abend zunächst nicht bekannt. Am Abend fuhr in Düsseldorf-Derendorf jedoch ein Auto einen Stromkasten und eine Litfaßsäule um. In den umliegenden Häusern fiel daraufhin der Strom aus.

In Viersen verunglückte am Dienstagabend eine 52-jährige Radfahrerin im Schneetreiben auf glatter Straße. Sie wollte offenbar an der Kreuzung Josefsring/An der Josefskirche die Straße überqueren und übersah den PKW eines 88-Jährigen aus Viersen. Beim Zusammenstoß wurde die Radlerin schwer verletzt.

Bei einem Unfall in Kempen erlitten am Abend drei junge Leute mit Glück nur leichte Verletzungen. Ein 19-Jähriger aus Kempen war um 22:50 Uhr auf dem Kempener Außenring nach einem Überholvorgang ins Schleudern geraten, von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Erdhügel geprallt. Der Fahrer und zwei Begleiter - eine 18-Jährige und eine 17-Jährige aus Wachtendonk - kamen mit leichten Verletzungen davon.

Nach Feierabend kam es am Dienstag im Berufsverkehr stellenweise zu Staus. Gegen 17 Uhr warteten Pendler rund 120 Kilometer lang im Land. Am Abend ging die Staulänge kontinuierlich zurück; gegen 19 Uhr waren es nur noch etwa 20 Kilometer.

Extremer traf das Wetter das Nachbarland: Der Königlich-Niederländische Touristenbund (ANWB), das Pendant zum ADAC, teilte am Nachmittag mit, dass es in den Niederlanden aufgrund des plötzlichen Schneefalls rund 1700 Kilometer Stau gebe.

Mit dem Frost bilden sich auf vielen Gewässern Eisschichten. Allerdings warnen Feuerwehr und Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) eindringlich vor dem Betreten zugefrorener Seen oder Flüsse, denn die Eisdecken sind meist noch zu dünn. Spaziergänger und Schlittschuhläufer setzen womöglich ihr Leben aufs Spiel.

Auch die Tierwelt hat mit den frostigen Temperaturen zu kämpfen: In Düsseldorf entdeckten Passanten am Dienstag gegen 10.30 Uhr einen Schwan auf dem südlichen Ausläufer des Hofgarten-Teichs Landskrone vor dem Kö-Bogen. Das Tier schaffte es nicht, sich vom Fleck zu bewegen, sodass die Fußgänger vermuteten, das Tier sei im Eis festgefroren. Als die alarmierte Feuerwehr anrückte, konnte das Tier jedoch aus eigener Kraft weglaufen.

Zu einem ungewöhnlichen Feuerwehr-Einsatz kam es am Montagnachmittag in Weeze: Dort saß eine Gans im Eis mitten auf dem Niersaltarm an der Kalbecker Straße fest. Ein Spaziergänger rief die Feuerwehr, die das Tier mit Hilfe von Schlauchboot und Eisschlitten retteten.

Dass ein gesunder Wasservogel im Eis einfriert, ist äußerst selten. Üblicherweise rotten sich die Vögel auf dem Wasser im Winter zusammen und halten mit ihrem Paddeln eine Fläche unter ihnen eisfrei. Diese benötigen sie etwa auch für die Nahrungssuche. Wenn die Wasservögel auf dem Eis ruhen, verhindert ein Trick der Natur, dass ihre Füße festfrieren: Venen und Arterien in den Beinen und Füßen liegen so eng beieinander, dass sie wie ein Wärmeaustauscher im Inneren funktionieren. So kühlt das Tier nicht aus und friert auch nicht fest.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die schönsten Schneebilder aus NRW von Mitte Januar 2019

(ham/top/mba/lat/dsch/dpa )
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