Wetter in NRW: Bahn stellt kompletten Bahnverkehr wegen Sturm Eberhard ein

Sturmtief „Eberhard“ : Viele Reisende gestrandet - Bahnkunden können Tickets flexibel nutzen

Die Bahn hat den Fern- und den Regionalverkehr in NRW gestoppt. Viele Reisende sind gestrandet und müssen die Nacht in Hotels verbringen. Die Bahn bietet eine flexible Nutzung der Tickets an.

Die Deutsche Bahn hat wegen Sturmtief „Eberhard“ den Fernverkehr und den Regionalverkehr in Nordrhein-Westfalen komplett eingestellt. Die Züge würden nun am nächsten Bahnhof gestoppt, sagte ein Bahnsprecher am Sonntag. Die Entscheidung sei wegen „vieler gesperrter Strecken und zur präventiven Schadensabwendung“ getroffen worden, schrieb die Bahn bei Twitter. Bei Aachen und Köln waren zuvor an mehreren Stellen Bäume auf die Schienen gestürzt und blockierten den Zugverkehr. Auch zwei wichtige Stellwerke in Wuppertal und Essen waren wegen des Sturms zeitweise gestört.

Um 19 Uhr teilte die DB Regio AG NRW mit, dass der S-Bahn und Regionalverkehr bis Betriebsschluss eingestellt bleibe.

Die Bahn rechnet wegen der Schäden auch am Montag noch mit massiven Problemen im Berufsverkehr. Es sei mit „erheblichen Beeinträchtigungen“ sowohl im Fern- als auch im Regionalverkehr zu rechnen, sagte ein Bahnsprecher am Sonntagabend. Genaue Angaben könne man erst am Montagmorgen machen. Das hänge auch davon ab, ob in der Nacht an allen Strecken die Schäden durch umgestürzte Bäume repariert werden könnten. Reisende sollten sich auf jeden Fall im Vorfeld informieren, ob ihr Zug fährt.

Anders als die Deutsche Bahn nahm der private Betreiber Eurobahn den Verkehr schon am Sonntagabend nach und nach wieder auf. Auf den Strecken, die nicht noch durch Bäume blockiert seien, seien die Züge wieder unterwegs, sagte eine Sprecherin. Bei Abellio fuhr eine Linie am Niederrhein schon am Sonntagabend wieder.

Die Bahn kommt ihren Passagieren ein Stück weit entgegen und teilt mit: Fahrkarten, welche für diesen Sonntag gültig sind, behalten für den Fernverkehr ihre Gültigkeit und können entweder kostenfrei storniert oder bis eine Woche nach Störungsende flexibel genutzt werden (gilt auch für zuggebundene Fahrkarten). Für Tickets mit Zugbindung mit dem Geltungstag 10.03.2019 ist die Zugbindung aufgehoben. Für die flexible Nutzung Ihrer Fahrkarte benötigen Sie keine weitere Freigabe durch DB Personal vor Ort. Solange die Störung besteht, können Sie alle Verbindungen zum Ziel nutzen. Sitzplatzreservierungen können umgetauscht werden (für auf bahn.de gekaufte Reservierungen auch online möglich). Betroffene Reisende, die ihre bereits gebuchte Reise nicht antreten möchten, können ihre Fahrkarten kostenlos zurückgeben. Hier finden Sie das entsprechende Erstattungsformular für online gebuchte Fahrkarten.

In der Landeshauptstadt Düsseldorf war das Krisenmanagement am Nachmittag zusammengekommen. Die Stadt bat die Bürger, Wälder, Friedhöfe und Spielplätze zu meiden.

Auch die Rheinbahn hat ab dem Nachmittag Probleme. „Die U79 nach Duisburg fährt nicht mehr, das ist schon eine sehr heftige Einschränkung“, sagt ein Sprecher. „Daran erkennt man, wie heftig der Sturm ist. Außerdem haben wir in vielen Oberleitungen Äste.“ Detaillierte Informationen finden Sie auf der Webseite der Rheinbahn.

Auch in anderen Teilen Deutschlands gab es Einschränkungen im Bahnverkehr. Etwa zwischen Worms und Mannheim wurde die Strecke gesperrt, der Fernverkehr wurde dort umgeleitet.

Noch bis zum Sonntagabend um 20 Uhr galt für weite Teile Nordrhein-Westfalens die zweithöchste Unwetter-Warnstufe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Der DWD rechnete mit Windstärke 11, teilweise sei sogar Stärke 12 möglich. Bei solchen Windgeschwindigkeiten können Bäume entwurzelt und Dachziegel durch die Luft geschleudert werden.

„Eberhard“ traf am Sonntagnachmittag zunächst den Westen Nordrhein-Westfalens. Rund um Aachen stürzten Äste auf die Autobahnen 4 und 44. Auch in Bochum fielen Bäume um. „Die gesamte Freiwillige Feuerwehr wurde in Alarmbereitschaft versetzt“, schrieb die Bochumer Feuerwehr bei Twitter. In Duisburg wurde ein tonnenschwerer Verladekran umgeweht und landete zur Hälfte im Rhein. Das Führerhaus sei glücklicherweise unbesetzt gewesen. Der Schiffsverkehr wird um die Gefahrenstelle herumgeleitet.

Die Zoos in Dortmund und Wuppertal sowie der Tierpark Hamm wurden aus Sicherheitsgründen geschlossen. Auch den Westfalenpark in Dortmund und der Grugapark in Essen mussten die Besucher am Sonntag verlassen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: „Eberhard“ legt Bahnverkehr in NRW lahm

(ham/felt/dpa)
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