Wetter in NRW: Auf Strandwetter folgen Gewitter

Düsseldorf : Auf Strandwetter folgen heute Gewitter

Der neue Hitzerekord von 40,3 Grad wird heute zwar nicht geknackt, doch mit 30 Grad ist es noch einmal hochsommerlich warm. Das bleibt nicht lange so. Morgen sackt das Thermometer ab. Es drohen neue Unwetter.

Das Finale des bisher heißesten Wochenendes des Jahres hatten sich die Menschen in NRW sicher anders vorgestellt. Statt den Sonntag im Biergarten ausklingen zu lassen, mussten sie sich vielerorts vor Gewittern, sturmartigen Böen und Hagelkörnern in Sicherheit bringen. Für heute sind bereits die nächsten Unwetter angesagt. Gestern noch waren die Auswirkungen des letzten spürbar: Bahnausfälle, Verkehrsbehinderungen durch umgestürzte Bäume, Hagel- und Unwetterschäden.

Mit 30 Grad wird es heute noch einmal heiß - doch Abkühlung ist schon in Sicht. Am Abend sollen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) wieder Gewitter aufziehen. Morgen erreicht das Thermometer höchstens noch 20 Grad. Zudem soll es regnen, erst ab Freitag wird es trockener und wärmer.

Während das nächste Unwetter heranzieht, dauern vielerorts die Aufräumarbeiten noch an. Bis heute ist aufgrund der Schäden vom Wochenende mit Verzögerungen und Umleitungen im Bahnverkehr zu rechnen. Vor allem die Ost-West-Achse im Ruhrgebiet sowie die ICE-Züge von und nach Berlin sind laut Deutscher Bahn betroffen. Im Rhein-Sieg-Kreis verursachten Hagelkörner schwere Schäden, Jalousien wurden durchlöchert und Fensterscheiben eingeschlagen. Mehr als 65 000 Blitze gingen binnen 24 Stunden über NRW nieder. In Hattingen wurden eine 16-Jährige und ein 20-Jähriger vom Blitz getroffen und schwer verletzt. Beide sind außer Lebensgefahr. Auswirkungen hatten die Unwetter auch auf ein Konzert von Sängerin Helene Fischer. Im Berliner Olympiastadion musste sie ihr Konzert abbrechen, in Mainz wurde ein Open-Air-Konzert von Roxette wegen Bühnen-Sturmschäden abgesagt.

Einen Ansturm dürften auch heute wieder Strände und Seen erwarten. Bereits am Wochenende bildeten sich vor Freibädern lange Schlangen. Im Waldbad Hilden gab es wegen des Andrangs einen Einlassstopp. DLRG und die Stadtverwaltungen mahnen währenddessen zur Vorsicht. In Deutschland gab es am Wochenende mindestens zwölf Badetote. Bei den Badeunfällen fällt auf, dass verstärkt Flüchtlinge betroffen sind. "Viele Asylbewerber können nicht schwimmen oder sind sich der Gefahren im Rhein und den Baggerlöchern nicht bewusst", sagt Jörg Thonnet, stellvertretender DLRG-Bezirkseinsatzleiter des Kreises Kleve. Vergangene Woche war in Emmerich ein Flüchtling in einem Baggerloch ertrunken. Er soll sich in zwei Meter langen Schlingpflanzen verfangen haben. Die DLRG hat bereits Kontakt mit dem Kreis aufgenommen, der jetzt ein Flugblatt in mehreren Sprachen entwickeln will, das in den Flüchtlingsheimen verteilt wird. Darin soll es einfache Tipps geben, wie sie auch Schwimmanfänger vor der Seepferdchen-Prüfung bekommen. Besonders viele Badetote gab es am Wochenende in Polen. 37 Menschen ertranken, darunter zwei Mädchen (7, 13).

Wie man zumindest heute noch mit den hochsommerlichen Temperaturen umgeht, zeigte ein Richter aus München. Im Prozess gegen einen mutmaßlichen islamistischen Terroristen hat der Vorsitzende Richter gestern den Krawattenzwang aufgehoben, weil es im Gerichtssaal zu heiß war. Er bot dem Oberstaatsanwalt an, die Krawatte abzunehmen: "Es sei denn, Sie wollen als Einziger anständig gekleidet sein." Zuvor hatte er gemeinsam mit Gerichtsangestellten Ventilatoren aufgestellt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hitzewelle: Ansturm auf Düsseldorfs Bäder und Seen

(RP)
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