Kälteeinbruch befürchtet Droht ein extrem frostiger Februar?

Düsseldorf · Der Winter könnte noch einmal mit Wucht zurückkommen, bis zu minus 20 Grad seien möglich, sagt ein Wetterexperte. Andere Prognosen sehen eher Potenzial für Unwetter.

 In den Hochlagen der Eifel haben sich Eiskristalle an den Blättern gebildet.

In den Hochlagen der Eifel haben sich Eiskristalle an den Blättern gebildet.

Foto: dpa/Federico Gambarini

Abgesehen von den zuletzt frostigen Tagen im Januar zeigt sich der Winter bisher von seiner milden Seite – sogar von seiner sehr milden. Der Dezember war im Vergleich zum langjährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 um 1,0 Grad zu warm, die erste Januar-Hälfte sogar um 7,7 Grad und damit so warm wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Insgesamt war der bisherige Winter im Vergleich zum langjährigen Mittel um 3,18 Grad extrem zu mild. Laut dem Meteorologen Jan Schenk vom Weather Channel könnte dieser Wert aber noch nach unten korrigiert werden – er hält im Februar Temperaturen von minus 20 Grad für möglich. Verursachen könnte dies demnach ein verschobener Polarwirbel und das Abflauen der La-Niña-Periode.

Als El Niño (das Kind) und La Niña (das Mädchen) werden Klimaphänomene bezeichnet, die sich alle drei bis vier Jahre ablösen und weltweit auswirken. La Niña gilt dabei als kalte Episode, weil sich die oberen Wasserschichten des tropischen Ostpazifiks anomal stark abkühlen, El Niño ist entsprechend die warme Phase, bei der sich das Wasser erwärmt und die tropischen Passat-Ostwinde verstärken. In diesem Jahr soll wieder El Niño einsetzen, was in bestimmten Bereichen der Welt zu mehr Niederschlag, aber auch zu höheren Temperaturen führen kann. Im Übergang dieser Phänomene könnte es nun dazu kommen, dass arktische Luftmassen von Norden in südliche Regionen strömen, etwa nach Nordamerika oder Mitteleuropa und damit auch nach Deutschland. Nur: Gesichert ist das nicht.

Gemeinhin gelten Wettervorhersagen bereits über den vierten oder fünften Tag hinaus als mit großen Unsicherheiten behaftet. Prognosen, die sich auf einen längeren Zeitraum beziehen, beispielsweise ein oder zwei Wochen, bilden eher Trends ab und sind das Resultat von Computermodellen, die anhand der vorliegenden Daten wahrscheinliche Entwicklungen berechnen. Die Vorhersagen der verschiedenen Wetterdienste basieren dazu auf unterschiedlichen Modellen, so dass die Ergebnisse voneinander abweichen. Das Internetportal wetterprognose-wettervorhersage.de, das sich auf Langfristvorhersagen spezialisiert hat, sieht für die kommende Woche eher milde Temperaturen sowie Ende Januar eine verstärkte Neigung zu Unwetterereignissen, vor allem zu stürmischen Verhältnissen. Auch die erste Hälfte des Februars soll demnach eher zu mild als zu kalt ausfallen. Es sei, mit Stand von Donnerstag, „nicht mit einer winterlichen Wetterlage im Zeitraum vom 3. bis 11. Februar zu rechnen“.

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Auch der Deutsche Wetterdienst prognostiziert für die kommende Woche eher wieder milde Werte im Bereich von fünf bis acht Grad. Ob es im weiteren Verlauf des Februars dann noch einmal klirrend kalt wird, ist demnach nicht auszuschließen, lässt sich aber eben nicht vorhersagen. Klar ist nur: Der bisherige Winter war bislang deutlich zu warm und liegt auch, was die Zahl der Bodenfrost-, Frost- und Eistage angeht, deutlich unterhalb der Norm. Selbst wenn es also noch einmal kurzzeitig sehr kalt werden sollte, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dieser Winter (meteorologischer Frühlingsanfang ist am 1. März) als einer der wärmsten in die Wetteraufzeichnungen eingeht.

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