Westspiel: Casino-Betreiber gab angeblich 77.000 Euro für Weihnachtsfeier aus

Landeseigener Casino-Betreiber: Westspiel soll 77.000 Euro für Firmenfeier ausgeben haben

Der Casino-Betreiber Westspiel hat nach dem umstrittenen Verkauf zweier Kunstwerke von Andy Warhol angeblich mindestens 77.000 Euro für eine Firmenfeier ausgegeben. Diese soll auf einem Rheinschiff stattgefunden haben. Das staatseigene Unternehmen geriet bereits in der Vergangenheit wegen hoher Gehälter für freigestellte Mitarbeiter in die Kritik.

Nachdem im November 2014 der Verkauf zweier Siebdrucke von Andy Warhol - "Triple Elvis" sowie "Four Marlons" - aus dem Aachener Casino für Diskussionen sorgte, hat der Casino-Betreiber Westspiel mindestens 77.000 Euro für eine Weihnachtsfeier ausgegeben. Das berichtete der "Kölner Stadt Anzeiger"

Das NRW-Unternehmen bestätigte den Vorgang, einen Zusammenhang mit dem Verkauf der Kunstwerke gebe es aber nicht. Wegen der "Neuausrichtung" der Gruppe sowie der "Restrukturierung des Geschäfts" sei die "Mitarbeiterversammlung mit abgeschlossener Weihnachtsfeier" im November 2014 notwendig gewesen. Westspiel gehört dem Land NRW und betreibt Spielbanken in Aachen, Bad Oeyenhausen, Duisburg und Dortmund-Hohenyburg. Wirtschaftlich zuständig für die Beteiligungen des Landes ist der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD).

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Angestellte von Westspiel berichten, die Feier auf einem Rheinschiff habe sogar 100.000 Euro gekostet. Der FDP-Landtagsabgeordnete Ralf Witzel will in einer bislang nicht veröffentlichten Anfrage das NRW-Finanzministerium um eine Stellungnahme bitten. "Die Verschwendung erinnert an den Umgang mit Spielgeld, dabei ist es letztlich das Geld des Steuerzahlers", kritisiert der FDP-Fraktionsvize. Der Spielbank-Betreiber habe an seinen Standorten eigene Gastronomiebetriebe, "aufwändige externe Anmietungen" seien deshalb "vollkommen überflüssig".

(haka)