Weisweiler: RWE fordert zwei Millionen Euro Schadenersatz von Braunkohlegegnern

Kraftwerk-Blockade in Weisweiler: RWE fordert zwei Millionen Euro Schadenersatz von Braunkohlegegnern

Der Energiekonzern RWE verlangt wegen der Blockade seines Braunkohlekraftwerks Weisweiler durch Aktivisten im November 2017 rund zwei Millionen Euro Schadenersatz. Die Aktion hatte während der Weltklimakonferenz in Bonn stattgefunden.

RWE habe sechs Personen am Landgericht Aachen verklagt, die sich an der Aktion beteiligt hätten und damals namentlich ermittelt worden seien, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag. Ein Gerichtssprecher bestätigte den Eingang der Klage.

Mit ihrer Blockadeaktion während der Weltklimakonferenz in Bonn hatten die Aktivisten das Kraftwerk über Stunden vom Kohlenachschub abgeschnitten. An der Blockade sollen sich 14 Braunkohlegegner beteiligt haben. RWE musste drei Kraftwerksblöcke vorübergehend vom Netz nehmen. Der Strom, der in dieser Zeit produzierte werden sollte, sei bereits verkauft gewesen, sagte der RWE-Sprecher. Deshalb habe der fehlende Strom teuer auf dem Spotmarkt zugekauft werden müssen.

RWE versuche offenbar, mit hohen Schadenersatzforderungen, „die Anti-Kohle-Bewegung abzuschrecken“, teilte die Ant-Braukohle-Initiative „WeShutDown“ mit. Die sechs Beklagten, unter denen auch ein Fotojournalist sei, hätten Widerspruch gegen die Klage eingereicht.

(mba/dpa)
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