Prognose für die Feiertage So stehen die Chancen für weiße Weihnachten 2023

Düsseldorf · Alle Jahre wieder kommt die große Frage: Erfüllt sich der Wunsch nach Schnee über die Weihnachtsfeiertage? Die Prognosen des Deutschen Wetterdienstes machen wenig Hoffnung - zumindest fürs Flachland.

 Schnee liegt auf Tannenzweigen (Symbolfoto).

Schnee liegt auf Tannenzweigen (Symbolfoto).

Foto: dpa/Bodo Marks

Jedes Jahr aufs Neue stellt sich, zumindest für Winterromantiker, die Frage nach weißen Weihnachten. In diesem Jahr sieht es in NRW eine Woche vor den Feiertagen eher nach Regen als nach Schnee aus, zumindest in den tieferen Lagen. Im Bergischen Land, in der Eifel sowie im Sieger- und Sauerland könnte es zumindest zeitweise weiß werden. „Oberhalb von 600 Meter ist Schnee nicht ausgeschlossen“, sagt Bernd Hussing, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Essen, „allerdings wird er selbst dort nicht lange liegenbleiben und schnell in Matsch übergehen.“

Statistisch gesehen schneit es ohnehin nur alle zehn Jahre bis hinunter ins Flachland, so dass es auch dort an Weihnachten eine geschlossene Schneedecke gibt, sagt Thomas Kesseler-Lauterkorn, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) und stellvertretender Leiter des Klimabüros in Essen. Zuletzt war das in NRW 2010 der Fall, weiße Weihnachten ist hierzulande also eigentlich überfällig. „Aber das ist reine Statistik“, sagt Kesseler-Lauterkorn, „durch den Klimawandel ist verbreitet Schnee an Weihnachten in tieferen Lagen immer unwahrscheinlicher.“ Denn die Winter sind zunehmend wärmer geworden, und die Zahl der Schneedeckentage, also Tagen mit mindestens einem Zentimeter Schnee, hat in den vergangenen Jahren signifikant abgenommen.

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Foto: dpa/Danny Lawson

Zudem stellt sich etwa ab Mitte Dezember häufig das sogenannte Weihnachtstauwetter ein, eine besonders milde Phase. Diese sei in den vergangenen Jahren häufiger beobachtet worden, habe sich aber zuletzt auch mal in den Januar verschoben, sei damit eher Bauernregel als verlässlich auftretende Wetterlage. Auch aktuell herrschen fast überall in NRW milde Temperaturen von sieben bis zehn Grad, dazu wird es ab Donnerstag vor Weihnachten sehr stürmisch und regnerisch. Zwar flaut der Wind danach etwas ab, die grundsätzliche Wetterlage mit einem ständigen Nachschub von Tiefdruckgebieten, die viel Niederschlag bringen, bleibt laut Meteorologe Hussing aber bis nach den Weihnachtstagen, vielleicht sogar bis zum Jahreswechsel bestehen.

Im Schneewinter von 2010 sah das anders aus. Damals betrug die mittlere Schneehöhe in Deutschland am 6. Dezember schon 13,2 Zentimeter. Los ging es damals mit dem Wintereinbruch am 4. Dezember, nach einem ebenfalls zu warmen November. Das letzte Mal vor 2010 fiel 1981 an Weihnachten Schnee. Generell schmälert der Klimawandel in vielen Regionen Deutschlands die Aussicht auf weiße Weihnachten. Ein Vergleich der Referenzperioden 1961 bis 1990 und 1991 bis 2020 zeigt nach Angaben des DWD, dass die Chancen darauf – mit einer Schneedecke an allen drei Tagen (24. bis 26. Dezember) – im Mittel in Deutschland um 13 Prozentpunkte und regional sogar um bis zu 44 Prozentpunkte zurückgingen. Dies bedeute eine prozentuale Abnahme von 52 Prozent für drei Tage mit Schnee an Weihnachten. Besonders betroffen ist ausgerechnet der Süden Deutschlands, wo noch vor wenigen Jahrzehnten fast jedes zweite Jahr an Weihnachten Schnee lag. In diesem Jahr könnte es dort wegen der bereits starken Schneefälle aber klappen mit weißen Weihnachten.

Für sieben Städte in Deutschland hat der DWD den Rückgang der Wahrscheinlichkeit von weißen Weihnachten berechnet: In Berlin ist die statistische Chance danach um genau zehn Prozentpunkte gesunken, ebenso in Hamburg. Doch während in Leipzig die Wahrscheinlichkeit nur um 3,8 Prozentpunkte sank, waren es in München 19,5, in Freiburg 12,2 und in Frankfurt/Main 11,8 Prozentpunkte. Das heißt: Statistisch betrachtet können sich die meisten Menschen in Deutschland nur noch alle zehn Jahre über Schnee an den drei Feiertagen freuen. In den vergangenen Jahren wurden in vielen Ländern Europas die mildesten Winter der Messgeschichte registriert. So wurden in Deutschland sechs der zehn wärmsten Winter im 21. Jahrhundert verzeichnet.

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Der Meteorologe Jörg Kachelmann hat auf seiner Webseite die Weihnachtsfeste seit 1950 in einer Tabelle aufgeführt und dabei für NRW Köln als repräsentative Stadt gewählt. Das Ergebnis fällt recht ernüchternd aus: Lediglich vier Mal in 70 Jahren durfte man sich hier über eine Schneedecke zu Weihnachten freuen: 1963, 1976, 1981 und 2010. Ob sich 2023 in diese Liste einsortieren wird, ist sehr fraglich.

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