Anschlagsplan auf Weihnachtsmarkt in Leverkusen Islamisten wollten offenbar mit Kleinlaster und Explosion Menschen töten

Leverkusen · Die beiden islamistischen Jugendlichen hatten laut Generalstaatsanwaltschaft vor, Besucher eines Weihnachtsmarktes in Leverkusen zu töten. Nach der Tat wollten sie aus Deutschland ausreisen und sich dem „Islamischen Staat“ anschließen.

Islamisten wollten einen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Leverkusen verüben.

Islamisten wollten einen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Leverkusen verüben.

Foto: Uwe Miserius

Nach dem mutmaßlich vereitelten Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Leverkusen sind die Sicherheitsbehörden in NRW weiter in erhöhter Alarmbereitschaft. „Wir haben aufgrund der derzeitigen Spannungslage ein erhöhtes Risiko für Anschläge – insbesondere auf Weihnachtsmärkte und jüdische Einrichtungen, weil sie stark im öffentlichen Fokus stehen“, sagte Erich Rettinghaus, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft in NRW. Die Pläne der potenziellen Einzeltäter wie im aktuellen Fall seien perfide. „Es gibt leider aktuell viele junge Personen im Land, die sich aufgrund der Lage im Nahen Osten dazu berufen fühlen, etwas dagegen zu machen. Das ist ein großes Sicherheitsproblem “, betonte Rettinghaus.

Die Sicherheitsbehörden hatten am Dienstag zwei Minderjährige in Burscheid und in Brandenburg vorläufig festgenommen, weil sie im Verdacht stehen, einen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Leverkusen geplant zu haben. Bei den in NRW festgenommen Jugendlichen handelt es sich um einen 15-jährigen Deutsch-Afghanen, der vorher nicht polizeilich bekannt war. Auf die Spur war der Bundesverfassungsschutz den beiden durch einen Hinweis eines befreundeten ausländischen Geheimdienstes gekommen.

Die ermittelnde Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf teilte am Donnerstag mit, dass nach dem bisherigen Ermittlungsergebnis die beiden Beschuldigten letztlich vereinbart hätten, mittels einer durch Brennstoffe erzeugten Explosion eines Kleinlasters Anfang Dezember Besucher eines Weihnachtsmarktes in Leverkusen zu töten. „Entsprechend der Tatplanung will der Beschuldigte sich bereits Benzin verschafft haben. Im Anschluss soll die Absicht bestanden haben, gemeinsam auszureisen, um sich der ausländischen terroristischen Vereinigung "Islamischer Staat – Provinz Khorasan" anzuschließen“, so die Anklagebehörde. Zudem seien elektronischer Speichermedien sichergestellt worden.

Nach Informationen unserer Redaktion aus Sicherheitskreisen sollen die bestehenden Sicherheitsvorkehrungen für die Weihnachtsmärkte vorerst nicht weiter verschärft werden. Nach Einschätzung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) haben alle Polizeibehörden in Ländern und Bund mit Blick auf die angespannte Sicherheitslage mehr Personal, bessere technische Sperren und polizeiliche Fähigkeiten im Zusammenhang mit Weihnachtsmärkten organisiert und bereitgestellt. „Der intensive Austausch unter den Sicherheitsbehörden führt zu einer Vielzahl an Hinweisen und Informationen, die derzeit durch die Staatsschutzbehörden bewältigt werden müssen“, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Jochen Kopelke.

(csh)
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