Weihnachtsmarkt in Essen: Hooligans wollen "für Sicherheit sorgen"

Essener Weihnachtsmarkt: Hooligans wollen mit Spaziergängen "für Sicherheit sorgen"

Eine Gruppe, die sich selbst als "Hools" bezeichnet, berichtet bei Facebook, sie sorge mit Spaziergängen über den Essener Weihnachtsmarkt "für Sicherheit". Die Polizei sagt, es habe bislang keine derartigen Spaziergänge gegeben.

"Nach dem erfolgreichen und vor allem für die Frauengrabscher beeindruckenden ersten Spaziergang über den Essener Weihnachtsmarkt waren auch heute wieder Hools unterwegs und haben Präsenz gezeigt." So steht es in einem Beitrag auf der Facebook-Seite "Deutsche Patrioten", der am späten Dienstagabend veröffentlicht wurde. Eine Gruppe von etwa 30 "stabilen Jungs" wollte nach eigenen Angaben über den Weihnachtsmarkt gehen und dort für Sicherheit sorgen. Ihr Ziel: "Nafris" sollten "das Weite" suchen, damit sich "die einheimische Bevölkerung sichtbar wohler" fühlen könne. So heißt es in dem Post. Dazu wurde ein Foto veröffentlicht, auf dem eine Gruppe Männer zu sehen ist.

Der Polizei ist der Post bekannt - die darin beschriebenen Spaziergänge dagegen nicht. "Wir haben bislang nicht feststellen können, dass diese Gruppe auf dem Essener Weihnachtsmarkt unterwegs ist", sagte ein Sprecher unserer Redaktion. Es habe auch keine Anrufe von besorgten Bürgern gegeben, die die Gruppe gemeldet hätten. Der Sprecher stellte allerdings klar: "Wir dulden keine Selbstjustiz."

Laut Impressum der Facebookseite ist Dominik Roeseler Geschäftsführer der Gruppierung "Deutsche Patrioten". Roeseler ist Ratsherr in Mönchengladbach. Früher war er Mitglied bei der rechtsextremen Pro NRW, heute ist er parteilos. Gegen Roeseler lief ein Gerichtsverfahren wegen Beleidigung am Landgericht Duisburg, weil er im Februar 2016 bei einer Pegida-Demo den damaligen Innenminister Ralf Jäger als "Dreck" bezeichnet hatte. Er wurde in zweiter Instanz im Juli 2017 freigesprochen.

(lsa)