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Weihnachtshaus in Oberhausen - Paar verfällt Jahr für Jahr in Weihnachtsrausch

Weihnachtshaus in Oberhausen : Paar verfällt Jahr für Jahr in sündhaft teuren Weihnachtsrausch

Dirk van Acken und seine Frau verwandeln jedes Jahr ihr Haus in eine glitzernde Weihnachtslandschaft. Selbst die Küche ist vollständig dekoriert, gekocht wird im Moment im Garten. Das Schmücken kostet viel Zeit und nicht wenig Geld. Warum machen es die beiden trotzdem?

Wenn Dirk van Acken zur Probe schon mal die Lichter anschaltet, beleuchtet sein „Weihnachtshaus“ in Oberhausen-Sterkrade die ganze Nachbarschaft: Mehrere Hundert Lichterketten, leuchtende Schneemänner, Nikoläuse, Glitzerketten, Engelchen und Weihnachtskugeln - und über allem eine Schneekanone, die den Eingang in romantisches Schneetreiben hüllt.

Da kann kein Kind dran vorbeigehen, ohne die Augen aufzureißen und wenigstens einmal am Schneemann zu zupfen. „Nur gucken, nicht anfassen“, ruft der Vater eines etwa Fünfjährigen leicht panisch. Doch bei van Acken droht kein Ärger - im Gegenteil. „Ich freue mich, wenn die Leute sich freuen, viele kommen ja auch wieder“, sagt der 43-Jährige.

Der Oberhausener Altenpfleger verfällt zusammen mit seiner Frau jeden Spätherbst, wenn das Fest langsam näher rückt, in einen Weihnachts- und Dekotaumel. Schneemänner, Nussknacker, Rentiere, unzählige Figuren und Weihnachtsnippes aller Art räumen die beiden aus ihrer übervollen Garage in ihre 94-Quadratmeter-Wohnung. Vieles wird neu angeschafft - „Aldi hatte Lichterketten für 9,99 Euro - da hab ich gleich 20 mitgenommen.“

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Anfang Oktober hat van Acken mit dem Dekorieren angefangen - jetzt ist die Wohnung komplett voll, inklusive Terrasse, Garten, Bad und Küche. Kochen geht nicht mehr - die van Ackens behelfen sich mit einer Fritteuse und dem Grill im Garten. Aus der Dusche winkt ein an die Kacheln projizierter Weihnachtsmann.

Das ganze Jahr hat der 43-Jährige im Job Urlaub und freie Tage gesammelt. In der Vorweihnachtszeit schaltet er dann die Lichter an, zieht sein Nikolauskostüm mit langem weißem Bart an und eröffnet die Saison, die mit Weihnachtsmusik in Dauerschleife aus der Musikanlage bis zum Ende der Feiertage dauert.

Besucher können sich über soziale Medien anmelden, anrufen oder einfach fragen, wenn er im Vorgarten steht. 30 bis 50 Menschen kämen inzwischen jeden Abend, erzählt van Acken. Sein Weihnachtshaus sei nach bescheidenen Anfängen für Nachbarn und Verwandte immer bekannter geworden.

Die Kinder bekommen dann Kinderpunsch, einen Weihnachtsteller und ein Gewinnspiel mit Preisen. Für ihre Eltern hat das Paar in diesem Jahr schon 500 Liter Glühwein, 18 Kisten Pils und 240 Würstchen angeschafft - für den Anfang.

Die Rekordmarke von 50.000 Lichtern im und rund um das Haus will van Acken in diesem Jahr erreichen. Für den Glanz musste er das Stromnetz im Haus aufrüsten. An den Stromversorger fließen im Schnitt knapp 200 Euro pro Monat und außerdem leuchten Hunderte Lampen in der Weihnachtssaison mit Batterie. Für 450 Euro hat sich der Oberhausener mit Ersatzbatterien eingedeckt.

Eintritt verlangt das Paar nicht. Es gibt eine Spendenbox, aber Gewinn macht es damit nicht. „Ich bin schon mit 1700 oder 1800 Euro in Vorkasse gegangen“, erzählt der 43-Jährige. Warum nur tut er das? „Ich freu' mich einfach an den Menschen“, erzählt van Acken. „Andere fahren in den Urlaub - wir haben unser Weihnachtshaus.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: So schön leuchten Weihnachtshäuser in ganz Deutschland

(mcv/dpa)