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Weihnachten 2020: Weihnachtsbäume werden in NRW wegen Corona wohl teurer

„Viele fragen schon nach Bäumen“ : Weihnachtstannen in NRW werden wegen Corona-Pandemie wohl teurer

Weihnachtsbaum-Käufer müssen in diesem Jahr Maske tragen und Abstand halten. Der Nachfrage tue das keinen Abbruch – eher im Gegenteil, heißt es aus der Branche. Allerdings treiben die Corona-Auflagen die Preise nach oben.

Weihnachtsbäume werden in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen voraussichtlich teurer – der Preis für die Nordmann-Tanne dürfte von 18 bis 23 Euro pro laufendem Meter auf etwa 20 bis 25 Euro steigen, sagte der Vorsitzende des entsprechenden Fachbereichs im NRW-Landesverband Gartenbau, Eberhard Hennecke. Grund seien zusätzliche Ausgaben für Corona-Auflagen wie Desinfektion, extra Personal und besonders große Verkaufsflächen. Hinzu komme der alljährliche Kostenanstieg.

Dennoch erwarte der Verband eine rege Nachfrage. „Schon jetzt ist das Interesse groß, viele fragen schon nach Bäumen“, sagte Hennecke, der in Sundern im Sauerland einen Forstproduktebetrieb führt. Angesichts der Corona-Bedrohung wollten viele Menschen es sich offensichtlich im eigenen Wohnzimmer mit einem Baum gemütlich machen. Urlaube fielen ja weitgehend weg.

Aus dem Sauerland kommen etwa ein Drittel aller Weihnachtsbäume bundesweit. Über 80 Prozent der Bäume entfielen auf die besonders beliebte Nordmanntanne mit ihren weichen und festen Nadeln, sagte der Forstwirt.

Trotz des erneut trockenen Sommers litten ältere Bäume nicht unter Trockenheitsschäden. „Von der Qualität haben wir keine Beeinträchtigungen“, sagte Hennecke. Die älteren Bäume entwickelten meterlange Pfahlwurzeln und versorgten sich mit Wasser aus tieferen Bodenschichten. Probleme habe es aber bei jüngeren Bäumen gegeben, die noch keine tiefen Wurzeln führen. Weihnachtsbäume wachsen etwa acht Jahre, bis sie die nötige Höhe von 1,50 bis 2 Meter erreicht haben.

In Dortmund soll wegen steigender Corona-Infektionszahlen in diesem Jahr auf den traditionellen, rund 45 Meter hohen Riesen-Weihnachtsbaum in der Innenstadt verzichtet werden. Dabei hatte der Aufbau bereits begonnen. Der aus bis zu 1600 Fichten zusammengesetzte Baum werde zeitnah wieder abgebaut, sagte ein Sprecher der Stadt.

In einem Videostatement begründete Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) das Aus des XXL-Baumes in diesem Jahr mit dem sprunghaften Anstieg der Infektionen und der Sorge um knapp werdende Kapazitäten in Krankenhäusern. Er wisse um die Tragweite des Weihnachtsbaumes als Wahrzeichen und Symbol. Doch gerade weil er ein Publikumsmagnet sei, sei die Entscheidung in der Pandemiesituation folgerichtig, sagte Westphal.

(mba/dpa)