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Wasserschutzpolizei NRW: Mehr Straftaten auf Rhein und Ruhr

Kriminalität in NRW : Polizei geht an Rhein und Ruhr gegen Jetski-Fahrer vor

Auf den Wasserstraßen in Nordrhein-Westfalen hat es trotz der Corona-Pandemie zum Teil mehr Straftaten gegeben. Besonders illegale Freizeitaktivitäten auf den Flüssen beschäftigen die Wasserschutzpolizei zunehmend.

Sie sind nach Angaben der Polizei ein immer größer werdendes Problem auf den Wasserstraßen in Nordrhein-Westfalen: Jetski-Fahrer, die durch waghalsige Fahrmanöver außerhalb gekennzeichneter Bereiche unterwegs sind und sich und andere dadurch gefährden sowie den Schiffsverkehr behindern. „Eine stetig wachsende Szene sogenannter Jetski-Fahrer stellt uns aktuell vor Herausforderungen“, heißt es aus dem NRW-Innenministerium.

Diese Szene etabliert sich demnach zunehmend nicht nur auf dem Rhein, insbesondere im Raum Bonn und Köln, sondern auch im Bereich der Weser und auf den Kanälen rund um Münster. Um gegen die Szene vorzugehen, hat die Wasserschutzpolizei extra eine gesonderte Arbeitsgruppe eingerichtet.

Die Wasserschutzpolizei in NRW, für die rund 280 Personen arbeiten, ist für die Überwachung des Verkehrs auf den 900 Kilometern schiffbaren Wasserstraßen und Gewässern in NRW zuständig. Dazu zählen auch Einsätze aus besonderem Anlass bei Regatten, und Großveranstaltungen wie Rhein in Flammen, Hafenfeste und der „Japan“-Tag in Düsseldorf.

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Grundsätzlich werden nach Angaben des Innenministeriums auf dem Wasser die gleichen Straftaten begangen wie an Land. In der wasserschutzpolizeilichen Praxis ergeben sich allerdings deutlich andere Schwerpunkte. Bei den typischerweise auf dem Wasser begangenen Straftaten handelt es sich beispielsweise um: (Ladungs-)Unterschlagung, Urkundenfälschung, Fischwilderei und Verstöße gegen das Tierschutzgesetz, gefährliche Eingriffe in den Schiffsverkehr, Gewässerverunreinigungen sowie den unerlaubten Umgang mit Abfällen.

Die Pandemie hat sich auch auf die Zahl der Straftaten auf den Wasserstraßen ausgewirkt; sie ist nämlich in manchen Deliktfeldern sogar gestiegen, wie eine Auswertung des Innenministeriums zeigt, die unserer Redaktion vorliegt. So gab es 2020 mit 163 Fällen mehr Gewässerverunreinigungen (2019: 69), mit 20 Fällen mehr gefährliche Eingriffe in den Schiffsverkehr (2019:13), und die Zahl der Urkundefälschungen stieg von 28 auf 40 Fälle. Fischwilderei und Verstöße gegen das Tierschutzgesetz gingen hingegen leicht um drei Fälle zurück auf 99. Rückläufig waren auch Fälle von unerlaubten Umgang mit Abfällen (von 242 auf 162) und Unterschlagung (von zehn auf zwei). Insgesamt fanden auch deutlich weniger Schiffskontrollen durch die Wasserschutzpolizei statt (2019: 13.134; 2020: 10.569), was wohl der Pandemie geschuldet ist. Bedingt durch die Corona-Pandemie wurde laut Wasserschutzpolizei in den vergangenen anderthalb Jahren eine ganz erhebliche Zunahme von Freizeitaktivitäten auf den Wasserstraßen festgestellt. „Die bislang als sommerliche Randerscheinungen von Jugendgruppen registrierten Brückenspringer-, Schiffsanschwimmer- und Steinewerfer-Aktionen erweiterten sich um einen Ansturm von Schwimm- und Badegästen an sämtlichen Gewässern im Zuständigkeitsbereich“, so die Wasserschutzpolizei. Dadurch käme es nicht nur zu Gefährdungen für die Schifffahrttreibenden, sondern insbesondere auch für die betroffenen „Badegäste“.

Um die wachsenden Aufgaben bewältigen zu können, hat die Wasserschutzpolizei am Mittwoch ein neues Polizeiboot für 15 Millionen Euro bekommen, die WSP 11. Es sei wichtig, dass der Rhein sicher sei, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Mittwoch bei der Übergabe des neuen Bootes. „Angesichts der Wichtigkeit dieser Arbeit sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass die Polizistinnen und Polizisten auf dem Wasser bestens ausgestattet sind. Dazu gehören zuallererst natürlich gute Boote auf dem Stand der aktuellen Technik“, so Reul.