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Wassermelonen und Tomaten wachsen am Ufer von Rhein und Sieg

Ungewöhnliches Beet : Wassermelonen und Tomaten wachsen am Ufer von Rhein und Sieg

Rund 20 Wassermelonen wachsen momentan am Ufer von Rhein und Sieg. Am Bonner Rheinufer gedeihen Tomaten. Dank des Niedrigwassers können die Pflanzen gut gedeihen. Über die Frage, wie die Samen dorthin gelangt sind, gibt es verschiedene Theorien.

Ein seltenes Naturschauspiel ist derzeit im Mündungsdelta von Sieg und Rhein zu beobachten. Rund 200 Meter oberhalb der Mondorfer Fähre bei Bonn haben sich durch die Trockenheit der letzten Wochen große Sand- und Kiesbänke aufgetan. Hier machte ein Spaziergänger eine seltsame Entdeckung, denn auf einer der Kiesbänke wachsen rund 20 Wassermelonen.

Aber nicht nur Wassermelonen wachsen und gedeihen im Rheinbett, sondern auch Tomaten. Deren Wachstum im fruchtbaren Schlick des Rheins können Spaziergänger sechs Kilometer rheinaufwärts bestauen, unterhalb der Kläranlage in der Bonner Rheinaue.

Wie aber die Samen der Pflanzen an diese ungewöhnlichen Stellen gekommen sind, darüber gibt es nur Vermutungen, aber keine gesicherten Erkenntnisse.

 Im Bonner Rheinbett unterhalb der Kläranlage Rheinaue wachsen bei Niedrigwasser Tomaten und viele andere Pflanzen.
Im Bonner Rheinbett unterhalb der Kläranlage Rheinaue wachsen bei Niedrigwasser Tomaten und viele andere Pflanzen. Foto: Nicolas Ottersbach

Markus Radscheit von den Botanischen Gärten der Uni Bonn hat, was die Tomaten betrifft, zumindest eine Vermutung:„Tomatensamen sind sehr anpassungs- und widerstandsfähig.“ Mühelos würden sie die Reinigungsstufen der Kläranlage überleben und dann vor dem Abfluss, der in den Rhein führt, gedeihen.

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Die Kläranlage leitet aufbereitetes Wasser nämlich in den Fluss ein. Es könnten aber auch Samen sein, die schon lange Zeit im Schlick des Rheins enthalten sind. „In Bad Honnef habe ich die schnell wachsenden Tomatenpflanzen auch schon beobachtet.“ Biologisch gesehen ist das Niedrigwasser für Botaniker die spannendste Zeit des Jahres. Denn der Schlick, der unter den vielen Steinen verdeckt liegt, ist extrem fruchtbarer Boden.

Bis die Tomaten reif sind, werden noch ein paar Wochen vergehen. Viel Zeit bleibt allerdings nicht mehr: Der Rheinpegel steigt in den nächsten Tagen wieder.

Der Bonner General-Anzeiger hatte zuerst über das ungewöhnliche Vorkommen von Melonen und Tomaten berichtet.