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Wetterphänomene: Warum es in Düsseldorf wärmer ist

Wetterphänomene : Warum es in Düsseldorf wärmer ist

Erst Hitze, dann Gewitter, jetzt trüb und regnerisch: Das Wetter in der Region ist derzeit unberechenbar. Einige Wetter-Tendenzen bleiben jedoch immer gleich: So ist es in Düsseldorf meist etwas wärmer als im Umland, und im Bergischen Land regnet es besonders oft. Meteorologen haben dafür eine Erklärung.

In NRW herrscht meist Westwind, die Wolken kommen also aus Richtung Westen ins Land hinein. Das Bergische Land gehört zu den ersten Hügelketten, die sich dieser Strömung in den Weg stellen. "Die Luft wird zum Aufsteigen gezwungen, damit steigt die Regenwahrscheinlichkeit - im Gegensatz zum Niederrhein, wo es deutlich flacher ist", sagt Meteorologe Karl-Heinz Nottrodt vom Deutschen Wetterdienst in Essen.

Zudem gibt es am Niederrhein besonders viel Sandboden, der nur wenig Wasser speichern kann - und je weniger Wasser im Boden vorhanden ist, desto weniger steht zum Verdunsten zur Verfügung. Auch das trägt dazu bei, dass die Regenwahrscheinlichkeit am Niederrhein vergleichsweise niedrig ist.

Grundsätzlich wird das Klima im Rheinland vor allem von der Nordsee beeinflusst - von dort aus kommen die meisten Schlechtwetterfronten. Das führt dazu, dass das Rheinland meist zuerst von schlechtem Wetter erwischt wird, Westfalen ist später oder gar nicht dran.

Das Klima in Westfalen ist deutlich kontinentaler als im Rheinland, das stärker vom Atlantik beeinflusst wird. Das führt dazu, dass die Unterschiede zwischen Sommer und Winter und auch zwischen Tag und Nacht in Westfalen deutlich größer sind - nachts und im Winter ist es oft kälter, tags und im Sommer wärmer. "Im Winter gibt es in Westfalen häufig Nachtfrost, während es im Rheinland noch um die Null Grad sind", sagt Nottrodt. Das liegt unter anderem an der feuchteren Luft im Rheinland - feuchte Luft kühlt weniger stark aus.

Unabhängig von diesem Phänomen ist es in Großstädten wie Düsseldorf im Schnitt immer einige Grad wärmer als im Umland. Grund ist die dichtere Bebauung. Beton und Steine heizen sich besonders stark auf. "Deshalb gibt es in Großstädten auch tendenziell mehr Gewitter. Dort steht einfach mehr Energie zur Verfügung", erklärt Nottrodt.