VRR-Stationsbericht 2017: Die schäbigsten Bahnhaltestellen im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr

Stationsbericht 2017: Das sind die schäbigsten Bahnhaltestellen im VRR-Gebiet

Rund 18 Prozent der Bahnhaltestellen im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr haben ein "nicht akzeptables Erscheinungsbild" - das ist das Fazit des VRR-Stationsberichts 2017. Von 296 Bahnhöfen waren es im vergangenen Jahr insgesamt 54. Wir zeigen die schlimmsten.

Sauberkeit, Funktion und Graffiti-Verschmutzung, in diesen drei Kategorien bewerteten die Tester die VRR-Haltestellen sowohl an den Bahnsteigen als auch im Zugangsbereich. Von den 296 erfassten Stationen gaben 149 ein "akzeptables Erscheinungsbild" ab, 93 erhielten die Bewertung "ein noch akzeptables Erscheinungsbild" und 54 fielen durch.

Verglichen mit 2016 hat die Zahl der als nicht akzeptabel bewerteten Stationen zugenommen. Damals waren noch 39 Stationen in einem inakzeptablen Zustand - und somit 15 weniger als im aktuellen Bericht.

"Wie auch in den Vorjahren waren es insbesondere S-Bahn-Stationen, die schlecht abschnitten", sagt Martin Husmann, Vorstandssprecher des VRR. "An den 54 betreffenden Stationen gibt es erhebliche Mängel, die von den zuständigen Infrastrukturbetreibern dringend behoben werden müssen." Für die Haltepunkte zuständig sind die Bahn oder in selteneren Fällen die Kommunen.

Graffitischäden entscheidende Ursache für schlechte Bewertung

Die entscheidenden Ursachen für schlechte Bewertungen waren auch im Jahr 2017 wieder Graffitischäden. In den Augen der Fahrgäste tragen diese Schäden im Zugangsbereich und auf dem Bahnsteig erheblich zum negativen Eindruck einer Station bei. "Da kämpfen wir aber den berühmten Kampf gegen die Windmühlen", sagte Husmann.

Die Bahn bemühe sich mit der vom Staat geförderten Graffiti-Offensive, Schmierereien innerhalb von 72 Stunden zu beseitigen. Beim Thema Vandalismus - etwa eingeschlagene Scheiben oder beschädigte Sitzmöglichkeiten - sei angedacht, stärker mit den Kommunen sogenannte Ordnungspartnerschaften einzugehen.

  • Grevenbroich : VRR: Gustorfer Bahnhof ist "nicht akzeptabel"

Die Sauberkeit der Stationen bewerteten die Tester weiterhin als überwiegend akzeptabel. Die Funktion von "Ausstattungselementen" wurde 2017 ähnlich bewertet wie im Vorjahr. Das ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die erneuerten Aufzüge nicht mehr so störanfällig sind wie die älteren Modelle und inzwischen schneller repariert wurden. Negativ bewertet wurden auf einigen Bahnsteigen unter anderem defekte Sitzgruppen und Wetterschutzeinrichtungen sowie nicht lesbare Hinweisschilder.

Nicht zufrieden mit ihrem Abschneiden dürfte die Stadt Düsseldorf sein. Die Stationen Völklinger Straße, Bilk, Eller Mitte, Eller Süd, Flingern, Friedrichstadt, Hamm, Oberbilk, Rath, Rath Mitte und Wehrhahn sind verbesserungswürdig. Der S-Bahnhof Oberbilk schnitt dabei im Gesamtergebnis am schlechtesten ab. Der Hauptbahnhof, die beiden S-Bahn-Stationen am Flughafen, die kürzlich sanierte Station in Derendorf sowie der Halt in Benrath sind die einzigen Haltestellen, an denen keine Verbesserungen notwendig sind.

In Neuss hat sich zwar keine Station verschlechtert, aber es hat sich auch keine verbessert. Wie bereits in den Vorjahren ist das abgeschlagene Schlusslicht die Station in Allerheiligen, außerdem ist der Halt "Am Kaiser" laut Stationsbericht "nicht akzeptabel".

In Duisburg bekamen vier hintereinanderliegende Stationen die schlechteste Bewertung: Schlenk, Buchholz, Großenbaum und Rahm. Auch im Mönchengladbacher und im Solinger Raum besteht bei mehreren Stationen Verbesserungsbedarf. Kein akzeptables Erscheinungsbild geben in Solingen die Haltestellen Vogelpark, Grünewald, Mitte und Schaberg ab. Am Niederrhein sind es Herrath, Wickrath, Rheydt Hauptbahnhof, Rheydt-Odenkirchen, Hochneukirch, Jüchen und Gustorf.

Für den Stationsbericht haben die Tester jede Station vier Mal besucht. Mit den Ergebnissen will der Verbund den Druck auf die Deutsche Bahn erhöhen. Sie soll heruntergekommene Stationen erneuern.

Wer den kompletten Bericht lesen will, findet ihn hier.

(gaa)