Wegen Verschmutzung und Verwitterung Greifvogel „Akasha“ soll Tauben vom Kölner Dom vertreiben

Köln · Eigentlich hat der Dombaumeister nichts gegen Tauben - ihr Kot schadet aber der Substanz des Wahrzeichens. Greifvögel sollen ihn nun schützen. Wir waren bei der ersten Ordnungstour der Falken dabei.

 „Wir haben an sich nichts gegen Tauben“, sagt Dombaumeister Peter Füssenich, „doch deren Kot schadet der Bausubstanz des Kölner Doms. Außerdem ist es für diejenigen, die rund um den Dom arbeiten, gesundheitsschädlich.“ Man habe sich darum schon immer für eine natürliche Variante eingesetzt, um die Tauben zu vertreiben. So waren schon Domtauben im Einsatz, um die wilden Artgenossen zu vertreiben. Doch das allein reicht offenbar nicht. Nun sollen wieder Greifvögel die Wildtauben in Flucht schlagen. Lange Jahre wurde diese Methode bereits angewendet. Im vergangenen Jahr verstarb jedoch der ursprüngliche Falkner in hohem Alter. Seit dem sind wieder viele Wildtauben am Dom „einzogen“. Daher musste nun ein neuer Falkner her.

 In Marco Wahl wurde man fündig. Der 37-Jährige ist Berufsfalkner. Sein Hauptjob: Vergrämungsarbeit. Denn seine Greifvögel lässt er nicht nur um den Kölner Dom kreisen, sondern sie werden auch am Flughafen Köln/Bonn und auf verschiedenen Firmengeländen im Kölner Umland eingesetzt. „Nebenbei“ macht er Flugshows mit seinen Vögeln im Tierpark Niederfischbach.

 Wüstenbussard „Akashi“ zog seine Kreise am Kölner Dom.

Wüstenbussard „Akashi“ zog seine Kreise am Kölner Dom.

Foto: dpa/Ina Fassbender

 „Wir machen keine Jagd auf die Tauben“, betont Wahl. Nur durch die Präsenz der Vögel bekämen die Tauben so viel Druck, dass die sich eine neue Stelle zum Niederlassen suchen. Akasha, Abby und Jambo sind für diese Arbeit speziell ausgebildet. Marco Wahl lenkt sie mit Rufen, Pfiffen und Armbewegungen. „Sie sind darauf trainiert jede einzelne Nische abzusuchen“, so Wahl. Besonders der kleine Wanderfalke Jambo sucht sehr punktuell. „Der hat selbst die Tauben am Hauptbahnhof einmal aufgeschreckt, sodass sie hochgeflogen sind.“ Auch mögliche Gefahren, wie Glasscheiben und fahrende Autos kennen sie.“ Die Ausbildung dauere je nach Intelligenz des Vogels drei Wochen bis drei Monate.

 Den Tauben passiere in der Regel nichts. „Alte, kranke und dumme Tauben werden aber auch schon mal gefangen. Ich erlöse dann das Tier sofort.“ Seitdem seit einigen Wochen Akasha, Abby und Jambo regelmäßig über und um den Kölner Dom fliegen, ist die Taubenpopulation merklich zurückgegangen. Und Tauben zu vertreiben, ist gar nicht so leicht. „Tauben sind eigentlich sehr intelligent“, sagt Wahl, „ich muss immer an unterschiedlichen Tagen und zu unterschiedlichen Zeiten kommen. Wenn ich immer zur selben Zeit käme, wären alle ausgeflogen, nur um eine halbe Stunde später wieder in ihre Nischen zurückzukehren.“

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