Verschickungskinder in NRW „Schlag ins Gesicht der Betroffenen“

Düsseldorf · Die CDU in NRW fordert den Bund auf, die Schicksale von Millionen Verschickungskindern wissenschaftlich aufzuarbeiten. In einem Brief an die Bundesfamilienministerin wird massive Kritik an der bisherigen Haltung geübt.

Das Privatfoto aus dem Jahr 1954 zeigt Christoph Sandig aus Leipzig, Jahrgang 1946, in einer Kinderheilstätte in Westdeutschland. Dorthin war er wegen mehrerer Lungenentzündungen geschickt worden.

Das Privatfoto aus dem Jahr 1954 zeigt Christoph Sandig aus Leipzig, Jahrgang 1946, in einer Kinderheilstätte in Westdeutschland. Dorthin war er wegen mehrerer Lungenentzündungen geschickt worden.

Foto: picture alliance/dpa/Christoph Sandig Privatfoto/dpa

Das Schicksal von Millionen sogenannter Verschickungskinder, die in der Nachkriegszeit in Kurheimen zum Teil Torturen durchlebten, ist nach wie vor nicht umfassend aufgearbeitet; insbesondere an einer notwendigen bundesweiten Aufarbeitung fehlt es. In einem vierseitigen Brief an Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne), der unserer Redaktion vorliegt, möchten Christina Schulze Föcking, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, und Charlotte Quik, Sprecherin für den Kinderschutz der CDU-Landtagsfraktion, die Bundesregierung zum Handeln bewegen. „Wir fordern Sie auf, sich als Bund ihrer Verantwortung zu stellen, die Betroffenen zu unterstützen und sich einer politischen und wissenschaftlichen Aufarbeitung (…) nicht zu verschließen“, heißt es in dem Schreiben.