Vergewaltigung auf Bochumer Friedhof: Prozess hat begonnen

Prozess um Vergewaltigung auf Bochumer Friedhof: „Er versteht sich selbst nicht mehr“

Ein verurteilter Sexualstraftäter soll in Bochum eine Frau brutal auf einem Friedhof vergewaltigt haben. Nun steht der Mann vor Gericht. Ihm droht unbefristete Sicherungsverwahrung.

Drei Monate nach einer brutalen Vergewaltigung auf einem Friedhof in Bochum muss sich ein vorbestrafter Sexualstraftäter seit Donnerstag erneut vor Gericht verantworten. Zum Prozessauftakt hat sich der 30-Jährige nicht zu den Vorwürfen geäußert. Sein Verteidiger Michael Emde kündigte für den nächsten Verhandlungstag aber ein Geständnis an. „Er versteht sich selbst nicht mehr“, sagte Emde über seinen Mandanten.„Er hatte eine Freundin, wollte im Sommer eigentlich heiraten.“

Brutale Tat

Es war die Nacht auf den 18. Februar 2018, als der Angeklagte über eine 33-jährige Arzthelferin hergefallen sein soll. Die Frau war auf dem Weg nach Hause, als sie auf den späteren Täter traf. Laut Anklage kümmerte sie sich sogar noch um ihn, bot ihm angeblich ihre Jacke an, weil er nur mit einem T-Shirt bekleidet war. Kurz darauf passierte das Unfassbare.

Laut Anklage zog der 30-Jährige ihr völlig unvermittelt die Kapuze über den Kopf, schlug sie nieder und vergewaltigte sie mehrfach. Als sie eine Chance zur Flucht sah und wegrennen wollte, warf sich der Angeklagte angeblich auf sie und schleifte sie an den Haaren zurück.

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Angeklagter bereits verurteilt

Der 30-Jährige war in einem anderen Fall im Januar 2010 vom Dortmunder Landgericht bereits zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden – ebenfalls wegen Vergewaltigung. Diese Strafe hat er bis zum letzten Tag abgesessen. Danach stand er unter Führungsaufsicht. Außerdem war er im Landespräventions-Programm „KURS“ („Konzeption zum Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern“).

Der neue Fall hatte im Februar für Aufsehen gesorgt, weil die Bochumer Polizei die Tat zunächst nicht mitgeteilt hatte. Die Polizei hatte später erklärt, dass auf die Veröffentlichung der Tat verzichtet worden sei, weil dies für Opfer besonders belastend sei.

Neben einer erneuten Verurteilung droht dem Angeklagten diesmal auch die Anordnung der anschließenden und unbefristeten Sicherungsverwahrung – zum Schutz der Allgemeinheit.

(sef/dpa)