Piranha-Alarm: Verdacht auf Piranhas im Phoenixsee in Dortmund

Piranha-Alarm : Verdacht auf Piranhas im Phoenixsee in Dortmund

Bis zu sechzig schwarze Piranhas könnten im Phoenixsee in Dortmund schwimmen. Eine Frau hatte der Dortmunder Polizei ihre Vermutung am Mittwoch gemeldet. Die Betreibergesellschaft des Sees ist informiert, die Ermittlungen dauern an.

Schon Anfang März soll ein Hobbyzüchter sechzig schwarze Piranhas (Serrasalmus rhombeus) im Phoenixsee in Dortmund ausgesetzt haben, weil sein Bestand zu groß für die heimischen Becken geworden war. Das berichtete eine Zeugin, eine entfernte Bekannte des Mannes, am Mittwoch den Beamten auf der Polizeiwache in Hörde.

Selber habe die Dortmunderin den Vorgang nicht beobachtet, sie habe dies lediglich von dem Piranhafreund berichtet bekommen, teilte die Polizei mit. Die Betreibergesellschaft des Phoenixsees ist informiert, die Ermittlungen der Polizei - auch zur Überprüfung des Wahrheitsgehalts der Geschichte - dauern an.

Noch kein Piranha gesichtet

"Eine akute Gefahr sehe ich auch nicht", sagte Georg Sümer vom Seebetreiber Stadtentwässerung. Am Phoenix See herrsche Badeverbot. Und das Wasser sei knapp zehn Grad kalt. Da sei es auch die Frage, wie lange es so ein tropischer Fisch dort aushalte. "Wir beobachten das die nächsten Tage", sagte Betriebsleiter Sümer. Der Phoenix See ist im Zuge des Strukturwandels entstanden. Der 1,2 Kilometer lange See wurde 2011 auf der Brache des ehemaligen Phönix-Stahlwerks fertiggestellt.

Gefahr für Menschen dürfe nicht bestehen, denn in dem See herrscht Badeverbot. Zudem würden Piranhas äußerst selten Menschen oder große Säugetiere anfallen.

Zu den Piranhas zählen fünf südamerikanische Fischgattungen mit 39 bekannten Arten, darunter auch die schwarzen Piranhas. Piranhas können zwischen 15 und 40 Zentimeter groß werden, ihr Körper ist seitlich stark abgeflacht, und die Fische besitzen sehr scharfe Zähne. Anders als oft angenommen, zählen Piranhas zu den Allesfressern, die sich hauptsächlich von Aas, Insekten und Pflanzen ernähren. Entgegen ihrem mörderischen Ruf fallen Piranhas sehr selten Menschen oder große Säugetiere an. Sie sind in fast allen Flüssen Südamerikas und deren Einzugsgebieten zu finden.

Gefährliche Exoten in deutschen Gewässern sind nichts Neues. Einer der spektakulärsten Fälle war der Kaiman Sammy, der 1994 seinem Besitzer an einem Baggersee im niederrheinischen Dormagen entwischt war. Sogar ein Großwildjäger ging auf die Suche nach der 80 Zentimeter langen Echse. Nach Tagen wurde Sammy halb erfroren aus dem See geborgen. Er kam in einen Zoo.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Sammy und Co.: Berühmte "Ungeheuer" in NRW

(ots)