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Verbraucherinsolvenzen in NRW stark gestiegen

Anstieg um 260 Prozent : Verbraucherinsolvenzen in NRW stark gestiegen

Bei den Amtsgerichten in NRW sind im August deutlich mehr Insolvenzanträge eingegangen als vor einem Jahr. Dies ist den Angaben zufolge hauptsächlich auf die Verbraucherinsolvenzen zurückzuführen.

Bei den Amtsgerichten in NRW sind Die Zahl der Anträge stieg um rund 143 Prozent auf 2.290, wie das Statistische Landesamt am Montag in Düsseldorf mitteilte. Dies ist den Angaben zufolge hauptsächlich auf die Verbraucherinsolvenzen zurückzuführen, die gegenüber dem August 2019 um mehr als 260 Prozent auf 1.560 anstiegen.

Als mögliche Erklärung für die Erhöhung nennen die Statistiker das Ende 2020 beschlossene Gesetz zur weiteren Verkürzung der Restschuldbefreiung. Dadurch könnten insbesondere überschuldete Privatpersonen wie Arbeitnehmer, Rentner oder Erwerbslose vor allem im zweiten Halbjahr 2020 ihre Insolvenzanträge zurückgestellt und erst nach dem Jahreswechsel eingereicht haben. Die monatliche Zahl der Verbraucherinsolvenzen liege bereits seit Februar über dem Niveau von 2019, als im Monatsschnitt 1.316 Anträge eingingen, so das Landesamt.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen erhöhte sich den Angaben zufolge im August gegenüber dem Vorjahresmonat lediglich um 4,7 Prozent auf 310 Verfahren - davon seien 760 Beschäftigte betroffen gewesen. Trotz der wirtschaftlichen Krise wegen der Covid-19-Pandemie liege die Zahl der Insolvenzanträge von Firmen weiterhin unter dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019 mit durchschnittlich 446 Verfahren im Monat.

(bsch/epd)