Valentinstag: Langjährige Paare nennen ihr Rezept für ewige Liebe

Langjährige Paare geben Tipps : Was ist Ihr Rezept für die ewige Liebe?

Zusammengerechnet sind sie 154 Jahre verheiratet: Wir haben drei Paare aus NRW gefunden, die wissen, wie man in einer Ehe glücklich wird. Ihre Tipps sollte man beherzigen - nicht nur am Valentinstag.

Manchmal mussten sich Waltraud und Heinz Ermen dafür erklären, dass sie immer noch Händchen haltend spazieren gehen. „Händchen halten – nach so vielen Jahren“, hieß es dann. Ja, klar, nach so vielen Jahren, entgegnen die beiden. Und auch beim Gespräch greift er immer wieder nach ihrer Hand.

Seit 44 Jahren sind die beiden verheiratet, sie haben drei Kinder, fünf Enkel und in Kamp-Lintfort einen Bauernhof gemeinsam bewirtschaftet. Die Ställe bauten sie ab 1998 nach und nach zu Gästezimmern aus, mittlerweile haben sie 13 Zimmer und zwei Ferienwohnungen. „Wir hätten vieles von dem alleine nicht geschafft, aber gemeinsam schon“, sagt Heinz Ermen.

Kennengelernt haben sie sich 1970 bei der Kamper Kirmes, genau dort hatte auch sein Urgroßvater Theodor 100 Jahre zuvor seine Frau getroffen. Die junge Waltraud hatte in den Augen der künftigen Schwiegereltern nur einen Makel: Sie war keine Bauers-, sondern eine Bäckerstochter. Aber ein Cousin des Vaters kannte einen, der einen kannte, der ihre Eltern und damit auch sie kannte. „Die hat Pfeffer im Hintern“, lautete das Urteil, das hieß, die kann anpacken, und so gab es doch grünes Licht für diese Ehe.

Friede, Freude, Eierkuchen gab es zwar nicht 44 Jahre lang, aber sie haben immer über Probleme und Sorgen geredet, „wobei mein Mann das auch erst lernen musste“, sagt die 65-Jährige – er nickt bei ihren Worten und ergänzt: „Auch wenn es nur eine Bagatelle ist, gehen wir nicht ins Bett, ohne zumindest erklärt zu haben, was uns bedrückt oder ärgert – sonst kann man eh nicht gut schlafen.“ Bei der Hochzeit ihrer Tochter sagte die Standesbeamtin, das Rezept für eine glückliche Beziehung bestehe aus drei Dingen: Geben, Nehmen und Nachgeben. „Und genau das ist es doch“, stellen sie fest.

Sie unterstützen einander in ihrem Engagement. „Wir ziehen an einem Strang – immer in dieselbe Richtung“, sagt der 70-Jährige. Er ist  seit Jahren als Sankt Martin unterwegs. „Wenn meine Frau in dem Getümmel das Pferd am Zügel hält, gibt mir das Sicherheit, ich kann mir dafür keine Bessere vorstellen.“ Sie mögen die gleiche Musik, Urlaub in den Bergen, und doch lassen sie sich ihre Freiheiten: Er geht zur Jagd, sie zum Karneval. Manchmal müssen sie schmunzeln, wenn sie Tipps von Paartherapeuten hören, die sagen, man müsse sich als Paar bewusst Zeit füreinander nehmen. „Das ging bei uns mit den Kindern und dem Hof gar nicht“, sagt Waltraud Ermen und winkt ab. Füreinander einstehen, verlässlich sein, gemeinsam lachen, das ist das Rezept.

Und sie kennen nach all den Jahren ihre kleinen Macken und Schwächen. „Ich habe mich mit Änderungen und Neuigkeiten spätestens nach zwei Stunden arrangiert, mein Mann braucht da Tage für, bei ihm muss das reifen“, sagt Waltraud Ermen. Wenn sie etwas diskutieren möchte, weiß sie: Die beste Zeit ist dafür der Morgen, dann hat ihr Mann den ganzen Tag Zeit, sich an den neuen Gedanken zu gewöhnen.

Die Goldhochzeit haben sie fest  im Blick. Sie hoffen, dass sie gesund bleiben, das ist ihre einzige Sorge. „Wie sagt man am Niederrhein: Wir sparen schon dafür“, scherzt Heinz Ermen.

Respekt für den anderen

Die Düsseldorfer Maria und Alfred Wieborg haben sich fast nie gestritten. Foto: Bretz, Andreas (abr)

Alfred (84) und Maria (83) Wieborg sind seit 60 Jahren verheiratet und kennen sich seit knapp 70 Jahren. „Zankereien haben wir gar nicht erlebt“, sagt Maria Wieborg. „Wir haben dieselben Interessen und unternehmen eigentlich fast alles zusammen.“ In den ersten Ehejahren sei es zwar nicht einfach gewesen, die junge Familie hatte nur wenig Geld. „Aber es hat einfach alles gepasst“, so erinnert sie sich.

Kennengelernt hat haben sich die beiden 1953 in einem Kino. Ursprünglich stammen die Düsseldorfer aus dem Oldenburger Land. 1957 zog Alfred Wieborg wegen seines Jobs in die Landeshauptstadt. Dort war er bis zur seiner Rente als Kfz-Schlosser tätig. Ein Jahr später, 1958, folgte seine Verlobte. 1959 heiratete das Paar in der Düsseldorfer Maxkirche.

„Ich muss meine Frau loben, denn mit ihr kann man eigentlich keinen Streit anfangen, sie ist wirklich ein lieber Mensch“, sagt der 84-Jährige. Sie könnten sich gar nicht streiten, auch wenn sie es wollten. „Natürlich kommt es mal zu Meinungsverschiedenheiten, aber wir sind nicht nachtragend. Und wenn doch irgendwas anfallen sollte, dann vergessen wir das direkt.“

Was ist nun ihr Geheimrezept? „Das Wichtigste ist, Respekt für den anderen zu haben“, sagt Maria Wieborg. Alles beruhe auf Vertrauen. Sie habe nie ein ungutes Gefühl gehabt, wenn ihr Mann zum Beispiel mit Kollegen ausgegangen sei. „Absolutes Vertrauen und Treue sind meiner Meinung das Rezept für eine lange Beziehung oder Ehe. Und das Schönste ist, dass wir zusammen alt werden.“

Reden, reden, reden

Manfred und Inge Gräf aus Hückeswagen haben erst im Januar Goldene Hochzeit gefeiert. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Die Liebe von Manfred und Inge Gräf aus Hückeswagen begann mit einer Kartoffel. „Ich habe damals bei Manfreds Vater auf dem Feld bei der Ernte geholfen, und wir haben aus Spaß mit Kartoffeln geworfen. Eine traf Manfred am Kopf“, sagt die heute 68-Jährige. Das ist jetzt 51 Jahre her, ein Jahr später wurde geheiratet.

„Natürlich hat man in 50 Jahren Ehe auch manchmal Fünfe gerade sein lassen“, sagt Manfred Gräf (71). „Aber das Wichtigste ist, bloß nichts mit sich rumzuschleppen.“ Reden müsse man. Reden, reden, reden, bis es wieder gut ist. Natürlich sei das nicht immer leicht. Aber der größte Fehler sei, sich nicht zu vertrauen. „Wenn man sich wirklich liebt, dann vertraut man sich auch“, sagt er. „Und dann geht das.“

Eine Bauernhofliebe unterliegt ohnehin anderen Gesetzen. Vier Kinder hat das Paar. „Wir hatten keine Zeit dafür, unseren Ärger bei einem Spaziergang abzubauen. Felder und Tiere warten ja nicht“, sagt Gräf. „Wir arbeiten zusammen, und wir streiten zusammen.“

Die Hochzeit vor 50 Jahren war eine Entscheidung zu 100 Prozent – und so ist das bis heute. „Hauptsache, man geht alles gemeinsam an, dann wird das schon“, stimmt Inge Gräf zu. Wenn es aber doch mal ganz schlimm kommt, wenn Manfred Gräf mal wirklich etwas falsch gemacht hat, dann hat er noch diese eine Sache auf Lager, die immer hilft: „Dann bring ich ein paar Blümchen mit, geb’ ihr einen Kuss und sage: ,Schatz, jetzt isses aber auch mal jut’.“

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