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Urteil: Radfahrer sind im Wald auf eigene Gefahr unterwegs

Urteil des Oberlandesgerichts Köln : Radfahrer sind im Wald auf eigene Gefahr unterwegs

Ein Radfahrer wollte nach einem Sturz den Eigentümer des Waldes verklagen. Das OLG Köln widersprach: Wer mit dem Rad im Wald unterwegs ist, ist für sich selbst verantwortlich und muss mit den typischen Gefahren rechnen, auch auf Waldwegen.

Für Unfälle im Wald müssen Betroffene im Zweifel selbst aufkommen. Private Waldeigentümer, aber auch die örtlichen Kommunen haften nicht für waldtypische Gefahren, entschied das Oberlandesgericht Köln (Az.: 1 U 12/19) in einem am Dienstag veröffentlichten Urteil. Insbesondere Fahrradfahrer müssten sich daher im Wald mit angemessener Geschwindigkeit bewegen.

Im verhandelten Fall war ein Radfahrer auf einem abschüssigen Weg zu Fall gekommen und schwer verletzt worden. Er hatte geltend gemacht, dass die quer über den Weg verlaufende Hangsicherung durch Holzstämme wie eine Sprungschanze gewirkt habe: Die Stämme seien in Höhe von 40 bis 50 Zentimeter aufgeschichtet und die Stufe aus seiner Fahrtrichtung nicht zu erkennen gewesen.

Die Klage auf Schmerzensgeld blieb in zwei Instanzen erfolglos. Bereits das Landgericht Aachen hatte die Klage abgewiesen. Nachdem der 1. Zivilsenat auf die fehlenden Erfolgsaussichten der Berufung hingewiesen hatte, nahm der Kläger diese zurück.

Gemäß der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes haften Waldeigentümer grundsätzlich nicht für waldtypische Gefahren, erklärte das Gericht. Dies gelte auch auf Waldwegen. Besucher müssten damit rechnen, dass Wege durch Baumstämme abgefangen werden und sich daraus auch größere Stufen ergeben könnten. Dass die Kommune nach dem Unfall die Hangsicherung geändert habe, um weiteren Unfällen vorzubeugen, sei kein Beleg für bislang vernachlässigte Verkehrssicherungspflichten und könne auch nicht als Anerkenntnis einer Einstandspflicht bewertet werden.

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Wer im Wald mit dem Fahrrad unterwegs ist, habe sich auf solche plötzlich auftretenden Hindernisse einzustellen und müsse jederzeit in der Lage sein, sein Rad in der übersehbaren Strecke anzuhalten. Da der Kläger auf dem stark abschüssigen und mit Felsgestein durchzogenen Weg die Gefahren nicht abschließend beurteilen konnte, hätte er im Zweifel vom Rad absteigen müssen.

Mit Material der dpa

(chal)