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NRW: Unwetter wüteten in der Region

NRW : Unwetter wüteten in der Region

Donner, Blitz und heftiger Regen. In weiten Teilen von NRW tobten am Freitagnachmittag und -abend schwere Unwetter. Bereits am Nachmittag gab der deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung heraus. Besonders stark betroffen waren große Teile des Niederrheins sowie Düsseldorf.

Bis zur Nacht hat von Südwesten her eine Kaltfront Nordrhein-Westfalen überquert und Starkregen, kräftige Windböen und Hagel mit sich gebracht. Am Nachmittag und Abend wüteten in mehreren Städten in der Region starke Unwetter.

Bereits am Nachmittag gab es heftige Gewitter in Xanten. Dort ist am Freitagnachmittag ein Blitz in den Kamin eines freistehenden Wohnhauses eingeschlagen. Dabei wurden der Kamin und das Dach beschädigt. Zudem wurde die komplette Hauselektrik sowie die Telefonanlage zerstört. Weitere Einzelheiten zum Blitzschlag lesen Sie hier.

Mehr als 300 Einsätze in Düsseldorf

Auch in Düsseldorf gab es Starkregen und Gewitter. Die Wassermassen drangen in viele Kellerräume, auch in den des Dominikus-Krankenhauses in Heerdt. Dort fiel zeitweise der Strom aus. Patienten waren von dem Vorfall jedoch nicht betroffen.

Über 300 Einsätze verzeichnete die Düsseldorfer Feuerwehr. Bereits am Nachmittag musste die Feuerwehr neunmal ausrücken, um Keller auszupumpen. In einem Haus schlug ein Blitz ein. Dabei wurde ein Mann leicht verletzt. In den frühen Abendstunden fegte der Sturm weiter über das Stadtgebiet.

Auch die Autobahn 44 ist laut autobahn.nrw.de, der Internetseite des NRW-Ministeriums für Bauen und Verkehr, zwischen Meerbusch und Flughafen in beiden Richtungen gesperrt. Weitere Einzelheiten zu der Lage in Düsseldorf lesen Sie hier.

Der Flughafen Düsseldorf war wegen Gewitter und Starregen von 18 bis 19.20 Uhr geschlossen. Ab 19.50 Uhr konnten beide Landebahnen wieder in Betrieb genommen werden. Eine Maschine, die aus Birmingham kam, wurde zum Flughafen Köln-Bonn umgeleitet. Die restlichen Flieger flogen über die Stadt Warteschleifen und wurden anschließend nach und nach heruntergeholt. Der Flughafen erhielt Ausnahmegenehmigungen für längere Start- und Landezeiten, der Flughafen-Sprecher unserer Redaktion. Demnach konnten heute Flieger bis 23.30 Uhr starten und bis 0.30 Uhr landen. Weitere Informationen über Abflug- und Landezeiten erhalten Sie hier.

Auch der Airport Weeze war nach Informationen unserer Redaktion vom Unwetter betroffen. Der Flugverkehr musste zwischen 16 und 20 Uhr komplett eingestellt werden.

Eine starke Gewitterfront zog gegen 18.13 Uhr über Ratingen. Innerhalb von ca. 45 Minuten wurden der Feuerwehr Ratingen 36 Vorfälle gemeldet. Ebenfalls betroffen war Hilden. Auch in Duisburg tobte von 18.07 bis 19.47 Uhr ein schweres Gewitter. Die Leitstelle der Polizei nahm in dieser Zeit rund 400 Anrufe entgegen. Über hundert Einsätze fuhren die Beamten des Streifendienstes unterstützt von 50 Polizisten der Hundertschaft in weniger als zwei Stunden.

In Dinslaken ging das schwere Gewitter gegen 18 Uhr nieder. Auf der Hünxer Straße, Höhe Grabenstraße stürzte ein Baum auf einen fahrenden Pkw. Die beiden Insassen, eine 23-jährige Frau aus Dinslaken und ihre Mutter blieben unverletzt. Auch auf der Dorotheenstraße und auf der Luisenstraße stürzten Bäume auf die Fahrbahn. Mehrere Fahrbahnunterführungen, unter anderem auf der Karl-Heinz-Klingen-Straße liefen voll Wasser und wurden unpassierbar.

Blitze, Hagel und sintflutartiger Regen ereilten großen Teilen des Niederrheins.
Wie der Wetterdienst am Nachmittag meldete, flossen es über 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde. Örtlich waren es 30 bis 50 Liter/Quadratmeter und Stunde.

Zusätzlich gab es schwere Sturmböen sowie Hagel - etwa in Neuss. Dort fielen kirschgroße Hagelkörner. Besonders betroffen war dabei der Streifen, der von Geldern über Krefeld bis nach Meerbusch reicht. Hier waren Regenmengen von 50 bis 100 Liter pro Quadratmeter in drei Stunden angekündigt worden. Betroffen waren auch Teile des östlichen Ruhrgebietes.

Im Kreis Viersen gingen in der Zeit von rund 14 bis 15.15 Uhr allein bei der Polizei knapp 100 Notrufe ein. Es wurden überwiegend vollgelaufene Keller und kleinere Gefahrenstellen gemeldet, wie durch Wassermassen herausgedrückte Gullydeckel. Diese konnten relativ schnell wieder behoben werden. In der Zeit von 18 bis 19.30 Uhr verschärfte sich die Lage, als die Wetterfront Kempen erreichte. Vorübergehend mussten einige Straßen gesperrt werden, teilweise gab es auch Probleme mit der Stromversorgung. In der Innenstadt drangen die Wassermassen in die Geschäfte der Fußgängerzone, wir unsere Redaktion vor Ort berichtet. In Willich lief das Wasser sogar in den Keller und in die Röntgen-Räume des Katharinen-Hospitals. Patienten waren nicht in Gefahr.

Auch in Krefeld lösten heftige Regenfälle zahlreiche Einsätze von Polizei und Feuerwehr aus. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden am Donnerstagabend 70 Überflutungen von Kellern und Straßenabschnitten registriert. Das Kanalnetz konnte die Wassermengen teilweise nicht mehr aufnehmen, so dass Gullydeckel aufgespült wurden. Ein 52-jähriger Motorradfahrer stürzte wegen der starken Regenfälle und verletzte sich schwer.

Bereits vor einer Woche gab es starke Unwetter am nördlichen Niederrhein. In Xanten wurden 13 Menschen während eines Römerfests schwer verletzt. In Viersen und Mönchengladbach war "Land unter".

Der Wetterdienst rät, aufmerkam die Wetterlage zu verfolgen. Am Samstag soll sich wieder die Lage etwas beruhigen. Die aktuelle Wettervorhersage für Ihre Stadt finden Sie hier.

Weitere Informationen über die Unwetter in anderen Teilen Deutschlands finden Sie hier.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 3. Juli: Unwetter in NRW