Unwetter über Aachen und der Eifel - Hunderte Notrufe und überschwemmte Straßen

Auch Niederrhein betroffen : Schweres Unwetter fegt über Eifel und Region Aachen

Hunderte Notrufe und zahlreiche Feuerwehreinsätze - das ist die vorläufige Bilanz nach einem schweren Unwetter, das in der Nacht zum Montag weite Teile der Eifel heimgesucht hat. Besonders stark betroffen ist die Stadt Aachen.

Hunderte Notrufe und zahlreiche überflutete Straßen - das ist die vorläufige Bilanz nach einem schweren Unwetter, das in der Nacht zum Montag über NRW hinweggezogen ist. Besonders betroffen war Aachen. Die Region um Düsseldorf kam glimpflich davon.

In Aachen wurden Einsatzkräfte zu überschwemmten Straßen, vollgelaufenen Kellern und von Hagel und Wind beschädigten Dächern gerufen, wie ein Polizeisprecher sagte. In 70 Minuten seien 320 Notrufe eingegangen, teilte die Polizei mit. Menschen sind nach ersten Informationen der Behörde aber nicht zu Schaden gekommen.

In Stolberg bei Aachen musste der Europa-Tunnel gesperrt werden. "Da steht komplett das Wasser drin", sagte ein Sprecher am Morgen. Andere Straßen in Stolberg und Aachen wurden durch Schlamm unbefahrbar. Der Europa-Tunnel und die wichtigsten Straßen konnten nach einer Reinigung am Vormittag wieder freigegeben werden.

Zwischen 23 Uhr und Mitternacht seien in Aachen 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, sagte Ines Wiegand, Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Essen, unserer Redaktion auf Anfrage. Insgesamt seien in Aachen in der Nacht über 60 Liter pro Quadratmeter gefallen. In Alsdorf wurden 41 Liter, in Hückelhoven und Heinsberg 20 Liter gemessen, in Nettetal 25 Liter pro Quadratmeter.

Auch am Niederrhein gab es Einsätze von Polizei und Rettungskräften. Ein paar Bäume seien auf Straßen gestürzt, sagte ein Sprecher der Polizei im Kreis Viersen. Ansonsten sei das Unwetter dort eher "glimpflich" verlaufen. In Düsseldorf verzeichnete die Feuerwehr keinen Einsatz wegen des Gewitters. Es habe keine vollgelaufenen Keller oder ähnliches gegeben, sagte ein Sprecher unserer Redaktion. DWD-Sprecherin Wiegand zufolge fielen in Düsseldorf nur sieben Liter Regen in der Nacht. Auch im Rhein-Kreis-Neuss sei es ruhig geblieben, erklärte ein Polizeisprecher.

Seit dem späten Sonntagabend hatte es auch Feuerwehreinsätze in und nahe der Südeifel gegeben. Ein Polizeisprecher in Trier sagte, das Unwetter ziehe "einmal quer über die Eifel". Auf der Bundesstraße 418 seien bei Wintersdorf Bäume umgestürzt. Die Straße wurde gesperrt und sollte frühestens am Morgen wieder freigegeben werden. In Zemmer sei der Strom ausgefallen, weil ein Blitz in die Hochspannungsleitung eingeschlagen habe.

Das Unwetter war wie ein Sommergewitter aus Südfrankreich, Luxemburg und Belgien hergezogen. Hagel und Starkregen seien auch das, "was im Sommer typischerweise die Gewitter ausmacht", sagte Wiegand. Es habe sich aber nicht um ein außergewöhnliches Wetterphänomen gehandelt. "So ein Gewitter kann durchaus auch im April passieren."

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zuvor vor schweren Gewittern in Rheinland-Pfalz, Saarland und Teilen Nordrhein-Westfalens gewarnt. Im Saarland sei man "glimpflich" davongekommen, sagte ein Polizeisprecher am frühen Montagmorgen. Bis dahin sei der größte gemeldete Schaden ein umgestürzter Baum im Kreis Merzig-Wadern gewesen.

Für die kommenden Tage erwartet Meteorologin Wiegand keine weiteren Gewitter. Es komme kühlere Luft nach NRW. Am Montag und Dienstag könne es stürmisch werden, der DWD hat eine Warnung vor Windböen herausgegeben. Dazu gibt es deutlich kühlere Temperaturen, in der Nacht könne es sogar Bodenfrost geben.

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(sbl/lsa)
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