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Unwetter NRW: Tornados, Blitze, Donner und Strarkregen - so bereitet sich NRW vor

Blitz, Donner und Starkregen : So bereitet sich NRW auf die starken Unwetter vor

Am Freitag droht in NRW ein schweres Unwetter mit Gewitter, Starkregen und Tornados. Das NRW-Innenministerium hat per Erlass eine sogenannte Landeslage eingerichtet. Wie sich Innen- und Umweltministerium auf das bevorstehende Sturmtief vorbereiten.

Gegen 14 Uhr bricht die erste Gewitterfront am Donnerstagnachmittag über weite Teile des Niederrheins herein. Die Wolkendecke verfinstert sich; es blitzt und donnert, es regnet stark, vereinzelt gibt es Windböen. Die Gewitter ziehen aber vergleichsweise schnell über das Land; örtlich haben sie sich bereits nach wenigen Minuten wieder verzogen. Aus Sicherheitsgründen wird in Düsseldorf der Wildpark geschlossen und in Krefeld eine Flüchtlingsunterkunft evakuiert. Der Flughafen in der Landeshauptstadt stellt kurzzeitig den Flugbetrieb ein. Menschen werden landesweit gebeten, Parks und Wälder zu meiden. Mancherorts sind Bäume umgeknickt und haben Bahnstrecken blockiert – etwa auf der S-Bahn-Linie zwischen Düsseldorf und Köln

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet am Freitag jedoch mit deutlich stärkeren Unwettern, die im gesamten Bundesland auftreten könnten. Die Menschen müssten mit heftigen Regenschauern und Hagel rechnen. Laut DWD sind sogar vereinzelte Tornados möglich.

NRW: Wetterdienst erwartet extremes Unwetter

Das NRW-Innenministerium hat am Donnerstag um 14.45 Uhr per Erlass eine sogenannte Landeslage eingerichtet, mit der die Kreise und kreisfreien Städte für das bevorstehende Sturmtief sensibilisiert wurden. „Sie sind zudem aufgefordert, alle witterungsbedingten Einsätze zwischen dem 19. Mai 14 Uhr und dem 21. Mai 8 Uhr an das NRW-Innenministerium zu melden und ab Donnerstagabend 20 Uhr in regelmäßigen Abständen Bericht zu erstatten“, erklärt ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage. Die Bezirksregierungen seien zudem für das bevorstehende Unwetter sensibilisiert und die Katastrophenschutz- und Wasserwirtschaftsdezernate gebeten worden, sich auszutauschen.

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Das NRW-Innenministerium ist nach eigenen Angaben bereits seit Mittwochnachmittag mit dem DWD im ständigen Austausch. „In mehreren Telefon- und Videoschalten haben wir uns mit dem Umweltministerium und dem Landesamt für Natur, Umwelt, Klima und Verbraucherschutz sowie dem DWD zu dessen Aussagen und Gefahreneinschätzungen ausgetauscht“, so der Sprecher.

Ob, wo und wann die schlauchartigen Stürme auftreten könnten, lasse sich noch nicht vorhersagen. „Wir können nur kurzfristig vor einem Tornado warnen, etwa fünf bis sechzig Minuten vorher“, so der Tornado-Experte Andreas Friedrich vom DWD. Sehe man eine schwarze Wand auf sich zukommen, sollte man schnell Schutz in fensterlosen Innenräumen oder Kellern suchen. Im vergangenen Jahr hatte es in Deutschland zwischen 40 und 80 Tornados gegeben.

Wie das NRW-Umweltministerium auf Anfrage mitteilt, deuten die Prognosen des Hochwasservorhersagemodells derzeit in den Einzugsgebieten von Erft und Rur (und deren Zuflüssen) bereits auf einen beginnenden Anstieg der Wasserstände hin. „Der Schwerpunkt mit rasch ansteigenden Pegeln wird jedoch für den Zeitraum ab Freitagmorgen erwartet“, so der Sprecher des Umweltministeriums. Insgesamt würde bei den aktuellen Hochwasservorhersagen wegen der großen Unterschiede in den Niederschlagsvorhersagen jedoch noch hohe Unsicherheiten bestehen. Die Entwicklung der Wasserstände sei deshalb derzeit nur mit einer großen Spannbreite abzuschätzen, so der Sprecher.

Der Grund für die Gewitterlage ist eine warme und zunehmend sehr feuchte Luftmasse, die mit einer südwestlichen Strömung nach NRW geführt wird. Nach DWD-Angaben erreicht die Lage am Freitag mit dem Durchzug eines Gewittertiefs ihren Höhepunkt. Wie bereits am Vortag könnte es zu schweren Sturmböen, Hagel und heftigem Starkregen mit bis zu 40 Litern pro Quadratmetern kommen. Die Niederschlagswerte während der Flutkatastrophe 2021 seien aber deutlich höher gewesen, so ein Meteorologe. Damals habe es sich um einen „Dauerregen-Zustand gehandelt, der eine extrem große Fläche eingenommen hat.“

Grundsätzlich gibt es bei den kommunalen Feuerwehren der Städte und Gemeinden Einsatzpläne für den Ernstfall. Sofern die Einsatzlagen Gemeindegrenzen überschreiten oder aber kreisintern ein erhöhter Koordinierungsbedarf besteht, sind laut Innenministerium zunächst die Kreise für die Gefahrenabwehr zuständig. „Wenn die eigenen kommunalen Kräfte auf dieser Ebene nicht mehr ausreichen, wird die sogenannte gegenseitige überörtliche Hilfe eingesetzt“, heißt es. Im äußersten Notfall koordiniert das Innenministerium die landesweite Hilfe und führt weitere Kräfte zu, bei Bedarf auch aus anderen Bundesländern.

Gewitter und Starkregen können auch für Autofahrer gefährlich werden. Der ADAC rät, in den betroffenen Regionen auf nicht unbedingt notwendige Autofahrten zu verzichten. Wer dennoch unterwegs sein muss, sollte die Fahrweise den Wetter- und Sichtverhältnissen anpassen. „Die Geschwindigkeit deutlich reduzieren, den Sicherheitsabstand vergrößern und vorausschauend fahren, ist bei starkem Regen das A und O“, sagt ADAC-Verkehrsexperte Roman Suthold. Sobald der Scheibenwischer auf die höchste Stufe gestellt werden muss, empfiehlt der ADAC, nur noch maximal 80 km/h zu fahren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Heftige Unwetter im Mai in NRW - Gewitter, Starkregen, Hagel

(mit dpa)