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Unwetter NRW: Starkregen und Gewitter am Samstag und Sonntag erwartet

Wetterlage in NRW : DWD erwartet vereinzelt Starkregen und Gewitter am Wochenende

Am Wochenende kann es in NRW wieder zu Unwettern kommen. Starkregen ist vereinzelt möglich, eine Lage wie vor einer Woche gebe es nicht. Welche Auswirkungen könnte neuer Regen auf die überschwemmten Straßen haben?

An diesem Wochenende kann es in NRW wieder zu teils heftigen Regenfällen kommen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt für Sonntagnachmittagneue lokale Schauer und Gewitter vorher. Wo genau diese auftreten werden, sei schwer zu sagen, sagt David Bötzel, Meteorologe beim DWD. Tendenziell werde das Bergland aber naturgegeben häufiger betroffen sein. „Wenn es regnet, kann das aber auch stärker sein, etwa 20 bis 25 Liter pro Quadratmeter“. Ab 25 Litern spricht der DWD von einem Unwetter.

Die vergangene Nacht ist - entgegen vorheriger Befürchtungen - nahezu trocken geblieben. Nach einigen Niederschlägen am Samstagnachmittag habe es in der Nacht in den Regionen kaum noch geregnet, sagte eine Sprecherin vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Sonntagmorgen. Beispielsweise in der Nordeifel seien am Samstag im Schnitt fünf bis zehn Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Die Sprecherin betonte aber auch, dass in der jetzigen Situation schon kleine Mengen Niederschlag zum Problem werden könnten, da Abflüsse verstopft und die Kanalisationen beschädigt sind.

Lokale Überflutungsgefahr: Wochenende bringt Schauer und Gewitter
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  • Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Unwettern.
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Schwere Gewitter gab es in der Nacht im Süden Deutschlands, dort regnete es, vor allem südlich der Donau, teils auch heftig. Und auch am Sonntag könnte es wieder kräftig gewittern, sagte die DWD-Sprecherin. „Die Luft ist sehr feucht und warm, da kann es brodeln.“ Die Aussichten seien aber für einen Sommertag bislang normal, Unwetterwarnungen gab es zunächst nicht.

Die erwartbaren Regenmengen für NRW gab die Wetterbehörde in ihrem um 4.28 Uhr veröffentlichten Warnlagebericht für NRW mit 25 bis 40 Litern Regen pro Quadratmeter „in kurzer Zeit“ an. „In mehreren Stunden können örtlich auch um 60 Liter pro Quadratmeter fallen“, hieß es weiter. Zum Vergleich: In der vergangenen Woche hatte flächendeckender Dauerregen mit Regenmengen von teilweise über 180 Litern pro Quadratmeter für die Hochwasser-Katastrophe in Teilen von NRW und Rheinland-Pfalz gesorgt. Diese wurden aber über einen Zeitraum von 24 Stunden gemessen, die Regenschauer am Wochenende werden wohl nicht so lange dauern. Was aktuell an diesem Wochenende in den Hochwassergebieten passiert, berichten wir auch in unserem Liveblog.

Vereinzelt rechneten die DWD-Meteorologen am Samstag auch mit Sturmböen der Stärke 9 (um 80 Stundenkilometer) und kleinkörnigem Hagel. Die Behörde betonte, dass eine genaue Lokalisierung der Schwerpunkte – wenn überhaupt – nur sehr kurzfristig möglich sein werde.

Der DWD sah – anders als Anfang vergangene Woche – keine Veranlassung für eine Unwetter-Vorwarnung oder gar eine amtliche Unwetterwarnung. Die Gewitter sollen in der Nacht zum Sonntag abklingen. Auch am Sonntag kann es dann laut DWD aber gebietsweise noch kräftige Schauer und Gewitter geben. Dabei seien einzelne Gewitter mit Starkregen bis in den Unwetterbereich möglich, hieß es. Die Schauer- und Gewittertätigkeit soll in der Nacht zum Montag weitgehend abklingen. Die Temperaturen erreichen bis zu 23 Grad im Raum Aachen und bis zu 28 Grad in Ostwestfalen.

Besonders für die Betroffenen der Flutkatastrophe wären erneute Starkregenfälle verheerend. Zwar sinken die Pegelstände, das trockene Wetter der kommenden Tage wird Aufräumarbeiten möglich machen. Doch erneute Regenfälle könnten zu einer Verschlechterung der Lage führen. Besonders die zum Teil unzugänglichen Straßen könnten dann betroffen sein.

Nilgün Ulbrich, Sprecherin von Straßen.NRW sagt, erneute schwere Regenfälle würden die Situation vor Ort verschlimmern. „Es gibt in den Gebieten ganz unterschiedliche Arten von Schäden, wir sind noch dabei uns ein vollständiges Bild zu machen“, sagt sie. Je nach Schaden könnten erneute Regenfälle verheerend sein. „Zumal an vielen Stellen das Wasser auch erst einmal vollständig versickern muss, bis wir einen Überblick über die Bodenbeschaffenheiten haben“, sagt sie. Erst im trockeneren Zustand könne man abschließend beurteilen, ob sich die Erde eventuell noch absenken wird. Regnet es erneut, wird auch diese Einschätzung wieder erschwert.

Den Kreis Düren erreichten in den vergangenen Tagen Anrufe von besorgten und verunsicherten Bürgern wegen der Wetter-Prognose für das Wochenende. „Der Wasserverband hat in Urft- und Rurtalsperre wieder Stauraum geschaffen, so dass die am Wochenende nach den jetzigen Warnungen zu erwartenden Niederschläge aufgenommen werden können“, teilte der Kreis am Mittwoch mit. „Hinzu kommt, dass die Böden beginnen wieder zu trocknen und damit schon wieder einen Teil des Wassers aufnehmen können.“

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Dieser Text wurde in den vergangenen Tagen immer wieder aktualisiert.

(top/mit dpa)