Unwetter in NRW: heute wieder Starkregen und schwere Gewitter

Unwetter in NRW und Deutschland : Regen, Regen, Regen

Erneut sind Unwetter über NRW gezogen. In Solingen standen am Freitagmorgen Straßen unter Wasser. Am Abend traf es Soest. In anderen Teilen Deutschlands spielten sich noch dramatischere Szenen ab. Am Wochenende ist Entspannung in Sicht.

Düstere Wolken, starke Gewitter, prasselnder Regen und Hagel: Über mehrere Stunden sind heftige Gewitter auch am Freitag über Nordrhein-Westfalen hinweggezogen, Keller liefen voll, die Bahn meldete Verspätungen. Nach Informationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bahnten sich schwere Gewitter ihren Weg von Aachen ins Ruhrgebiet.

In Soest standen am Abend die Straßen unter Wasser

Starkregen überschwemmte am Freitag Teile von Soest. Vor allem die Altstadt stand unter Wasser, sagte ein Feuerwehrsprecher. Straßen seien überflutet worden und Keller bis unter die Decke vollgelaufen. Mancherorts stehe das Wasser etwa 15 Zentimeter hoch. Am frühen Abend sei das Wasser dann allmählich wieder abgelaufen, als der Regen aufgehört habe. Bis zu 300 Kräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) waren im Einsatz. Am Nachmittag zählte die Feuerwehr etwa 500 Notrufe.

Viel Aufregung um Eifel-Zoo

Anwohner eines Zoos in der Eifel wurden am Freitagvormittag von Behörden vor angeblich ausgebrochenen Raubkatzen gewarnt. Zwei Löwen, zwei Tiger und ein Jaguar seien aus ihren Gehegen in dem Ort Lünebach ausgerissen. Dort hatte es ein schweres Unwetter gegeben, die Gehege waren überschwemmt worden. Ein Bär brach aus und wurde noch im Zoo erschossen. Doch auch mehrere andere Raubtiere waren hinter ihren Gittern nicht zu sehen. "Es war nicht klar, wo die Tiere sind", sagte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld, Andreas Kruppert. Am frühen Nachmittag gab es dann Entwarnung. Vieles sprach dafür, dass die Raubtiere doch die ganze Zeit in ihrem Gehege waren. Der Zoo bleibt in den kommenden Tagen jedoch geschlossen.

Andere Regionen in Deutschland schwerer betroffen

Das Saarland, Rheinland-Pfalz sowie Teile von Baden-Württemberg um Mannheim und Karlsruhe wurden besonders hart von dem Unwetter getroffen. "Ganze Straßenzüge wurden zu reißenden Flüssen, und Bäche traten über die Ufer", teilte die Feuerwehr Karlsruhe mit. "Mehrere Gemeinden wurden regelrecht von den Wassermassen eingeschlossen." 300 Einsatzkräfte seien im Einsatz gewesen, "unzählige Keller" wurden überschwemmt.

So traf es Düsseldorf

Das Rheinland kam vergleichsweise glimpflich davon. Im Düsseldorfer Stadteil Reisholz ist am Freitagmorgen nach Angaben der Deutschen Bahn ein Blitz eingeschlagen, weswegen es auf den Linien RE1, RE5, S6 und S68 zu Verspätungen kam. Am Flughafen in Düsseldorf wurde am Morgen wegen der starken Regenfälle zweimal die Abfertigung unterbrochen. Leichte Verzögerungen bei Starts und Landungen waren die Folge.

Auch das Bergische wieder betroffen

In Solingen gab es am frühen Morgen mehrere Einsätze wegen überfluteter Straßen und vollgelaufener Keller. In einigen Stadtteilen rutschte von Regen gelöster Schlamm auf die Straßen. Die Feuerwehr sicherte mehrere Gebäude mit Hunderten Sandsäcken ab. Das teilte ein Sprecher der Feuerwehr mit. In Wermelskirchen schlug der Blitz in ein Haus ein, der Dachstuhl brannte aus. In einer Senioren-Wohnanlage in Leichlingen war durch den Regen ein Bach zu einer reißenden Wassermasse geworden, die einen Hang hinab strömte und mehrere Keller überflutete. In mehreren Gebäuden fiel der Strom aus, ebenso die Telefonanlage. Helfer stapelten Sandsäcke, um weitere Schäden zu verhindern. In Langenfeld standen etliche Keller unter Wasser. „Bis zum Nachmittag hatten 51 Einsatzkräfte an 16 Stellen in Langenfeld gut zu tun“, berichtete Feuerwehr-Sprecher Frank Noack. Dort war das Wasser des Immigrather Bachs über die Böschung angestiegen und in umliegende Keller gelaufen. Vor allem in diesem Viertel, aber auch an der Post- und Bachstraße sowie in Monheim an der Wiener Neustädter Straße pumpte die Feuerwehr Wasser ab und dichtete Kellerfenster und Türen mit 200 Sandsäcken ab.

Das sind die Aussichten

Am Wochenende soll sich die Lage entspannen. In der Nacht zum Samstag werde die Luft trockener, und die Unwetter würden nachlassen, teilte der DWD mit. Für Sonntag stellen die Meteorologen freundlicheres Sonnenwetter in Aussicht.

Mit Agenturmaterial.

(sef/skr/dpa)
Mehr von RP ONLINE